Arminias Pokal-Schmach haben Trainer und Team aber abgehakt
Neuhaus ist angespannt

Bielefeld (WB). 4137 Tage musste Arminia Bielefeld warten, um endlich wieder in der Bundesliga spielen zu dürfen. Und da Vorfreude bekanntlich die schönste Freude sein soll, blieb in mehr als elf Jahren viel Zeit, um sich emotional in Stimmung zu bringen. Schlecht nur, dass ein ziemlich unrühmliches Pokal-Aus vom Wochenanfang das Erstliga-Comeback am Wochenende bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr) zumindest mal eingetrübt hat.

Freitag, 18.09.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2020, 09:36 Uhr
DSC-Trainer Uwe Neuhaus: „Ein Saisonauftakt ist immer prickelnd.“ Foto: Thomas F. Starke

Das 0:1 gegen Viertligist Rot-Weiss Essen war das Gesprächsthema in den Tagen vor dem Spiel in Frankfurt: bei den Fans, in den Medien und natürlich in der Mannschaft. Entsprechend viel gab es für Trainer Uwe Neuhaus und sein Team zu bereden. „Die Einsicht in der Mannschaft war da. Ihnen war klar, dass die Einstellung fehlte“, berichtete der Trainer. Und die Einsicht war für den Coach das entscheidende Element, um Essen abhaken und die Eintracht in den Blick nehmen zu können: „Man kann das nicht tagelang mit sich rumschleppen. Das Thema war nach dem Training am Dienstag erledigt .“

Was blieb den Arminen auch anderes übrig, als nach vorne zu schauen? „ Klar war es eine katas­trophale Leistung . Im Fußball zählt aber immer das nächste Spiel, der nächste Ball, der nächste Pass. Das müssen wir vom Kopf her verarbeiten können – und das haben wir“, machte auch Mittelfeldspieler Manuel Prietl klar. Sport-Geschäftsführer Samir Arabi gab dem Team zusätzlich eine Empfehlung mit auf den Weg: „Wir müssen trotz des Montags mit dem nötigen Selbstvertrauen auflaufen. Wir dürfen jetzt nicht in gebückter Haltung in Frankfurt spielen, weil wir am Montag mal ein Spiel vergeigt haben. Sie sollen mit Freude spielen.“

Bemüht, in Vorfreude-Modus zu schalten

Die Arminen waren also bemüht, voll in den Vorfreude-Modus zu schalten, auch wenn die Pokal-Schmach die große Lust auf die 1. Liga naturgegeben dämpfte. Helfen sollte der Fokus auf Frankfurt. Und die Betonung darauf, dass es sich dabei nun um ein ganz anderes Spiel in einem ganz anderen Wettbewerb handelt. In der Tat wartet bei der bundesligaerfahrenen Frankfurter Eintracht spielerisch eine ganz andere Prüfung auf den Aufsteiger als beim Viertligisten in Essen. Hinteregger, Kohr, da Costa, Kostic oder Dost werden den Arminen aller Voraussicht nach ziemlich viel abverlangen.

So mixt sich die Vorfreude mit dem Essen-Ärger und einer Anspannung vor dem Auftakt zu einer ziemlich spannenden Mischung. Das muss auch Uwe Neuhaus zugeben: „Im Vergleich zur Vorwoche bin ich deutlich angespannter. Ein Saisonauftakt ist immer prickelnd. Ich spüre absolut die Vorfreude in mir.“

Zudem dürfte der 60-Jährige aktuell viel grübeln, welchen elf Akteuren er am Samstag bei der Bielefelder Bundesligarückkehr das Vertrauen schenkt. Aufgedrängt hat sich beim Auftritt in Essen schließlich kaum jemand. „Die Mannschaft wird sich verändern, das war mir relativ früh nach dem Spiel klar. Das hat aber nichts mit der enttäuschenden Leistung zu tun, sondern mit der Verfassung einzelner Spieler. Die Frage ist, ob die Spieler zulegen können, ob es sie im Kopf beschäftigt“, sagt Uwe Neuhaus.

„Nicht alles über den Haufen werfen“

Einer, den die aktuelle Situation gerade sehr im Kopf beschäftigt, soll Jacob Laursen sein. Der dänische Neuzugang patzte nicht nur beim Gegentor in Essen, sondern war auch schon im finalen Test beim FC Groningen (1:1) nicht auf der Höhe. Somit ist klar, dass Anderson Lucoqui in Frankfurt als Linksverteidiger beginnen wird.

Doch Neuhaus wird trotz der dürftigen Darbietung in Essen nun nicht alles infrage stellen: „Das ist alles nicht abhängig von einem Spiel. Ich kann jetzt nicht alles über den Haufen werfen, dann werde ich unglaubwürdig vor der Mannschaft.“

Was den Arminen vor dem Duell mit einem starken Gegner bleibt, ist sich Mut zu machen und an die eigene Stärke zu glauben. Das fordert auch Samir Arabi: „Mannschaft und Trainerteam haben schon oft gezeigt, dass sie einen Matchplan erarbeitet haben, der zum Erfolg geführt hat. Und wir werden wieder gute Ideen haben, wie wir die Frankfurter bespielen können.“

Kommentare

Dieter Pete  wrote: 18.09.2020 10:49
Verrückt, die Nr. 2 links hinten in der Aufstiegssaison steht in der ersten Liga nun in der Startelf.
Total 1 comments
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7589416?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F
Hakenkreuz-Christbaumkugel in Chat-Gruppe der Polizei
Im Dritten Reich gab es Christbaumkugeln mit Hakenkreuz. Dieses Bild entstand in einer Ausstellung über historischen Weihnachtsschmuck. Das Gesetz erlaubt das Zeigen eines solchen Fotos in Berichten über zeitgeschichtliche Vorgänge. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker