DFB-Pokal: Erstligaaufsteiger unterliegt mit 0:1 beim Viertligisten Essen
Au Backe, Arminia ist schon raus!

Essen/Bielefeld (WB). Die DFB-Pokalsaison ist für Arminia Bielefeld bereits beendet, bevor sie richtig angefangen hat. Am Montagabend verloren die Ostwestfalen ihr Erstrundenspiel beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen mit 0:1 (0:1). Den Siegtreffer für RWE erzielte Simon Engelmann in der 33. Minute.

Montag, 14.09.2020, 20:27 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 06:30 Uhr
Kapitän Fabian Klos ist bedient: Arminia Bielefeld fliegt in der ersten Runde in Essen aus dem Pokal. Foto: Thomas F. Starke

„Die erste Halbzeit war eine absolute Unverschämtheit, das kann ich mir nicht erklären, da finde ich keine Begründung für, da muss ich die Mannschaft fragen“, sagte DSC-Trainer Uwe Neuhaus. „Die zweite Halbzeit war in Ordnung, aber da haben wir unsere Chancen nicht genutzt.“

DFB-Pokal: RW Essen vs. DSC Arminia (1:0)

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Neuhaus vertraute im Wesentlichen jenen Spielern, mit denen er in der Vorsaison den Aufstieg in die 1. Liga geschafft hat. In Offensivakteur Ritsu Doan (PSV Eindhoven) und Linksverteidiger Jacob Laursen (Odense BK) standen nur zwei der insgesamt sieben Sommerzugänge in der Anfangsformation. „Es könnte uns guttun, eine eingespielte Mannschaft aufs Feld zu schicken“, begründete der Coach vor dem Anpfiff am Sky-Mikrofon die Maßnahme. Ein Trugschluss, wie sich später herausstellte.

Zudem schenkte der 60-Jährige, der in seiner langen Laufbahn als Spieler und als Trainer für Essen im Einsatz war, seinem Youngster Jomaine Consbruch das Vertrauen. Der 18-Jährige habe gezeigt, „dass er bereit ist, den Kampf aufzunehmen“. Consbruch vermochte dem Spiel der Gäste im Corona-bedingt mit 300 Zuschauern spärlich gefüllten Stadion an der Hafenstraße aber nicht seinen Stempel aufzudrücken – was genau so auch für alle anderen Arminen galt. Bielefeld wirkte uninspiriert, fand keine Einstellung zum Spiel. Der Erstliganeuling hatte anfangs ein optisches Übergewicht, die besseren Chancen verzeichnete von Beginn an aber der Viertligist durch Dennis Grote (3.) und Marco Kehl-Gomez (4.). Arminia hätte kurz darauf gern einen Elfmeter zugesprochen bekommen. Doch die Attacke von Sandro Plechaty an Fabian Klos blieb ungeahndet (7.).

Während die Gäste im ersten Durchgang keine einzige Torchance verzeichneten, schlug der Gastgeber eiskalt zu. Nach einem bösen Stellungsfehler von Laursen brach Plechaty auf der rechten Essener Angriffsseite durch und bediente Simon Engelmann. Der Viertliga-Knipser, der im Sommer vom SV Rödinghausen an die Hafenstraße kam, vollstreckte (33.). Die Bielefelder schafften es anschließend nicht, den Schalter umzulegen. Tempoverschärfung? Fehlanzeige! Der Außenseiter verdiente sich unter den Augen prominenter Gäste wie Arminias Ex-Coach Norbert Meier (61) und „König“ Otto Rehhagel (82) die Pausenführung redlich. Rehhagel wurde in Essen geboren, später schnürte er für RWE die Fußballstiefel. Von 1978 bis 1979 trainierte Rehhagel Arminia Bielefeld. Unvergessen ist sein Satz nach dem 4:0-Sieg mit dem DSC beim FC Bayern: „Das waren Fußballgrüße aus Bielefeld.“

Hartels Freistoß klatscht an den Pfosten

Von vier Treffern und Fußballgrüßen aus Bielefeld war Arminia am Montagabend weit entfernt. Immerhin legte der DSC nach dem Wiederbeginn an Tempo zu. Der unglückliche Laursen blieb in der Kabine, ebenso der junge Consbruch. Für sie kamen Anderson Lucoqui und Sergio Cordova. Der DSC hatte nun endlich Chancen. So traf Doan nur den Außenpfosten (51.). Und auch Mittelfeldakteur Marcel Hartel scheiterte mit einem fein getretenen Freistoß am Aluminium (68.). Da wäre Daniel Davari, der Ex-Armine im RWE-Kasten, chancenlos gewesen. Cebio Soukou vergab kurz vor dem Ende ebenfalls eine Riesenchance. Es blieb beim knappen Sieg für die Essener, die anstelle der Arminen für den Zweitrundeneinzug eine Prämie von geschätzt rund 270.000 Euro einstreichen.

Die Blamage in Essen trübe die Laune vor dem Bundesligastart „definitiv“, sagte Uwe Neuhaus. „Die Mannschaft muss in Frankfurt eine völlig andere Leistung zeigen. Die Frage ist, ob sie das vom Kopf her kann.“ Am Samstag (15.30 Uhr) gastiert der DSC zu seinem ersten Bundesliga-Saisonspiel bei der Eintracht.

Essen: Davari - Heber, Hahn, Herzenbruch (90.+4 Platzek) - Plechaty, Grund (65. Neuwirt), Kehl-Gomez, Backszat (66. Hildebrandt), Grote (66. Conde) - Futkeu (72. Endres), Engelmann

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen (46. Lucoqui) - Prietl Consbruch (46. Cordova), Hartel - Soukou, Klos, Doan (78. Niemann)

Schiedsrichter: Osmers (Hannover)

Zuschauer: 300

Tor: 1:0 Engelmann (33.)

Gelbe Karten: Grote, Backszat, Kehl-Gomez, Conde / Prietl

Kommentare

Leo-Armine  wrote: 15.09.2020 10:02
Enttäuschung pur
Das war schlichtweg enttäuschend, wie die Mannschaft insbesondere in der ersten Halbzeit aufgetreten ist. Und ja, es hätte den Elfmeter geben müssen - doch man sollte sich seitens Trainer und Team nicht hinter dieser Fehlentscheidung verstecken.
Dazu gibt es zu viele offene Baustellen, angefangen mit der gesamten Abwehrreihe. Zweikämpfe mit Corona- Abstand (Laursen), Unkonzentriertheiten und Stellungsfehler (Nilsson und Pieper) - da wird einem angst und Bange, wenn man sich vorstellt, die Jungs bekommen es demnächst mit richtigen Erstligaprofis zu tun...
Pippo  wrote: 14.09.2020 22:41
Hmmmm....
Die Vorbereitung ist vorbei. RWE hat seine Möglichkeiten optimal eingesetzt. Unsere Mannschaft konnte leider erst in der 2. HZ aufdrehen. Hatte dann aber leider Pech. Aber nüchtern betrachtet müsste es auch mit viel Pech für RWE ausreichen. Der Coach musste in der HZ-Pause richtig wirbeln. Ich wünsche mir gegen Frankfurt einen besseren Start, weniger Fehler und einfach mehr Glück.
Dieter Pete  wrote: 14.09.2020 21:30
Clauss und Hartherz fehlen der Mannschaft.
Ulrich B.  wrote: 14.09.2020 20:56
Erschreckend schwache Vorstellung
Wenn man nicht in der Lage ist, einem ambitionierten Regionalligisten das eigene Spiel aufzuzwingen, sehe ich für die B-Liga schwarz. In der ersten Halbzeit wieder einmal ein nach hinten gerichteter Angsthasenfussball, der an Langsamkeit kaum zu toppen war. Das lässt sich gut verteidigen. Dazu zwei Außenverteidiger, die den Namen nicht verdienten. Was findet Herr Neuhaus an Brunner, der außer Spielverschleppung und unpräzisem Passspiel nichts auf die Reihe bekommt? Laursen auszuwechseln war konsequent, aber Brunner hat Herr Neuhaus wieder einmal vergessen. Wenn Arminia nicht ganz schnell in die Spur kommt, starten Sie die neue Saison mit 0:15 Punkten. Und dann fehlt schnell der Glaube an sich selbst.
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