Arminias Trainer Neuhaus fordert auch in der Bundesliga Mut – Arabi hat noch Ideen
„Werden uns nicht verstecken“

Bielefeld (WB). Um 10.15 Uhr ist es soweit, die Spieler von Arminia Bielefeld betreten den Platz zum ersten Training in dieser Sommervorbereitung. Eine Vorbereitung auf die Bundesliga. Amos Pieper kann das immer noch nicht so recht glauben, gibt der Innenverteidiger nach 80 Minuten Training unumwunden zu. „Aber bis zum ersten Spiel habe ich das klar“, lacht der 22-Jährige.

Freitag, 07.08.2020, 04:03 Uhr aktualisiert: 07.08.2020, 05:02 Uhr
Auch Uwe Neuhaus freut sich auf das Bundesligadebüt. Foto: Thomas F. Starke

Nicht nur für Pieper ist die 1. Liga Neuland, kaum einer der aktuell 27 Bielefelder Profis hat Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse. Und auch für den Trainer wird es ein Debüt. Als Co-Trainer hat Uwe Neuhaus zwar schon in der Bundesliga gearbeitet (bei Borussia Dortmund), als Chef aber bisher noch nicht. Kein Wunder also, dass auch der 60-Jährige von der „großen Vorfreude“ spricht, die alle Arminen begleite.

Manuel Prietl erklärt, schon als kleiner Junge in Österreich von der deutschen Bundesliga geträumt zu haben. „Dass dieser Traum mit jetzt 29 Jahren für mich wahr wird, ist unglaublich“, sagt der Mittelfeldspieler. Deutschland sei der große Bruder und das Vorzeigemodell im Fußball. Da wolle jeder Junge hin.

Prietl konnte am Donnerstag einen Landsmann im Team begrüßen. Christian Gebauer ist vom SCR Altach nach Bielefeld gewechselt und soll den zum RC Lens abgewanderten Jonathan Clauss auf der rechten Außenbahn ersetzen. Außerdem sind Linksverteidiger Jacob Laursen (Odense BK), Rechtsverteidiger Nathan de Medina (Royal Mouscron) und Offensivspieler Noel Niemann (1860 München) mit am Ball.

Seinen Spielern, alten wie neuen, hat Uwe Neuhaus vor dem Training in der Kabine in einer Ansprache vermittelt, was er in der Bundesliga von ihnen erwartet. „Wir müssen als Mannschaft mit den Neuzugängen zusammenwachsen, dann können wir auch in der Bundesliga bestehen“, sagte der Coach. Ganz wichtig ist ihm, dass keiner in Ehrfurcht vor den großen Namen erstarrt. „Wir werden uns nicht verstecken oder vor Angst in die Hose machen, nur weil wir jetzt in der 1. Liga spielen. Dass dort jede Menge Qualität auf uns wartet, dürfte klar sein. Es ist eine der besten Ligen der Welt, mit vielen Topspielern, die auch zu den besten der Welt gehören. Da müssen wir als Team und jeder Einzelne noch mal ein bisschen draufpacken“, fordert Neuhaus.

Er würde sich wünschen, dass die Mannschaft auch eine Liga höher „ihr wahres Gesicht zeigt: dass sie gierig ist, mutig ist und guten Fußball spielt“. Dass er dabei auch mal von seinem seit Amtsantritt (Dezember 2018) so erfolgreichen 4-3-3-System abweichen wird, ist für Neuhaus kein Gegensatz. „Wir wollen unseren Fußball fortführen. Aber wir dürfen nicht blauäugig sein und sagen, dass unser 4-3-3 für alle 34 Spiele gilt, egal wie die Ergebnisse sind. Damit würden wir uns selbst keinen Gefallen tun. Wir werden die Fünferkette mit ins Programm aufnehmen“, verrät der Coach.

Natürlich ist auch die Corona-Pandemie ein großes Thema. Auf die Frage, ob er schon zum Saisonstart am 18. September mit Fans in den Stadien rechne oder deutlich später, antwortet Neuhaus nachdenklich: „Ich habe keine Glaskugel zuhause. Es hängt vom ganzen Land ab, wie jeder Einzelne damit umgeht. Wenn es so weitergeht wie in den letzten Wochen, dann wird es wahrscheinlich schwer, überhaupt Zuschauer reinzukriegen – geschweige denn das Stadion voll.“

Am Sonntag bestreiten die Arminen vor 300 Zuschauern das erste Testspiel. Um 15.30 Uhr ertönt der Anpfiff beim Westfalenligisten Preußen Espelkamp.

Verstärkungen für alle Mannschaftsteile

Prince Osei Owusu (zuletzt an 1860 München verliehen) war beim Trainingsauftakt dabei, Can Özkan (zuletzt bei Alemannia Aachen) schon nicht mehr. Mit beiden Spielern plant Arminia-Trainer Uwe Neuhaus nicht mehr. „Bei Prince versuchen wir, eine Lösung zu finden. Can ist zu Gesprächen im In- und Ausland. Beide haben keine Zukunft bei uns“, sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi.

Generell werde sich beim DSC sowohl bei den Zu- wie auch Abgängen noch was tun. Arabi: „Wir haben noch die eine oder andere Idee, die wir gerne umsetzen würden.“ Im Prinzip hätte der Klub gerne Verstärkungen für alle Mannschaftsteile (bis auf das Tor), am besten mit Erstligaerfahrung. Das Transferfenster ist bis zum 5. Oktober geöffnet.

Trainingsauftakt zur Saison 2020-21

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  • Trainingsauftakt zur Saison 2020-21
Foto: Thomas F. Starke
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Kommentare

Ulrich B.  wrote: 08.08.2020 18:30
Wird schon
Ich bin mir sicher, dass Bielefeld am 1. Spieltag eine homogene Mannschaft auf den Platz schicken wird. Bis auf Clauss gehen alle den Schritt in die 1. Liga mit. Somit kein Umbruch und kein gravierender Einschnitt in das
Mannschaftsgefüge. Punktuelle Verstärkungen, so wie es auch für die Saison 19/20 geschehen ist, werden der Truppe zusätzliche Qualität und Stabilität verleihen. Wenn nicht eine Verletzungsseuche über die Mannschaft hereinbricht, werden sie eine ähnliche Saison spielen, wie Union Berlin in der letzen Saison. Darauf wird man dann aufbauen können. Herr Neuhaus hat Recht: Die Hosen muss niemand voll haben. 2/3 der 1. BL kocht auch nur mit Wasser. Und ob die alle eine so eingeschworene Truppe aufbieten können , ist mehr als fraglich.
In dem Sinne: Alles Gute Arminia Bielefeld !
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