Trainer Neuhaus ohne Rechenschieber – Freude über Rapolder-Lob
Wann steigt Arminia auf?

Bielefeld(WB). Arminia Bielefeld könnte am Samstagnachmittag als Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga feststehen. Dafür müsste aber einiges zusammenkommen, deshalb lässt DSC-Trainer Uwe Neuhaus den Rechenschieber noch unangetastet. „Ein bisschen Rechnen kann ich auch und weiß, wie es aussehen kann. Aber ich befasse mich nicht damit“, versicherte der 60-Jährige vor dem Spiel am Freitag (18.30 Uhr) beim SV Sandhausen.

Donnerstag, 11.06.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 08:06 Uhr
Dass Uwe Neuhaus (rechts) und Co-Trainer Peter Nemeth mit dem DSC aufsteigen, ist wohl klar. Der Zeitpunkt ist offen. Foto: Starke/Arminia

Auf die Frage, wie er das Fach Mathematik in der Schule fand, antwortete der 60-Jährige am Mittwoch lachend: „In der ersten und zweiten Klasse war es noch okay.“ Um dann hinzuzufügen, dass er später auf der Realschule sogar den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig gewählt habe. Er habe sich „schon dafür interessiert“. Doch trotz aller Eventualitäten tut Neuhaus nun alles, um die ganze Konzentration seiner Spieler eben nicht auf Rechenspiele um den möglichen Aufstieg, sondern nur auf Sandhausen zu richten.

Der erfahrene Coach warnt vor dem SVS, der das erste Spiel nach der Corona-Pause verlor, danach aber aus vier Spielen zehn Punkte holte. Zuletzt gelangen drei Siege in Folge. „Wir wissen, was auf uns zukommt und müssen alles in die Waagschale werfen“, so Neuhaus. „Wenn wir meinen, wir können alles spielerisch lösen, werden wir nichts Zählbares mitbringen.“

Und in diesem Falle wäre ein Aufstieg sowieso noch nicht möglich. Denn der DSC (57 Punkte) muss in Sandhausen gewinnen, im Parallelspiel muss der Tabellendritte Hamburger SV (50) bei Dynamo Dresden verlieren, und am Samstag darf der Tabellenvierte 1. FC Heidenheim (48) sein Heimspiel gegen Jahn Regensburg nicht gewinnen. Nur dann wäre der Bielefelder Aufstieg schon am Samstag unter Dach und Fach.

Uwe Rapolder „ein Kollege, den ich sehr schätze“

Es wäre ein Aufstieg auf der Couch. Aber auch wenn es erst am Montag im Heimspiel gegen Dresden klappt, oder am 18. Juni gegen Darmstadt oder noch später – eine Party mit Fans wird es nicht geben (siehe auch Text unten). Auch Neuhaus bedauert das. „Ich hätte natürlich gerne mit voller Kapelle im Stadion und auf dem Rathausplatz gefeiert. Aber erst mal müssen wir da hinkommen, vorher beschäftige ich mich mit dem Thema nicht.“

Dafür beschäftigt sich der Coach mit dem Thema, dass sich die Aufstiegskandidaten schwer tun, ihre Spiele zu gewinnen. Laut Neuhaus hängt das auch mit der Corona-Pause zusammen. „Das spielt eine große Rolle, wir hatten über zwei Monate keine Wettkämpfe und mussten dann von Null auf 100 durchstarten. Natürlich ist auch Druck da, jetzt kommt der Kopf dazu“, äußerte er.

Sehr positiv registrierte Neuhaus die Aussagen, die Uwe Rapolder im WESTFALEN-BLATT-Interview tätigte. Rapolder hatte den DSC 2004 zum bisher letzten Mal in die Bundesliga geführt und nun gesagt, dass er Arminia drei, vier Jahre 1. Liga am Stück zutraue. „Ich freue mich über dieses Vertrauen. Er ist ein sehr angenehmer Kollege, den ich sehr schätze. Ich habe das Interview gelesen und mich darüber gefreut“, sagte Uwe Neuhaus.

Personell sieht es beim DSC gut aus. Manuel Prietl kehrt nach Gelbsperre in die Startelf zurück, Fabian Klos und Andreas Voglsammer haben ihre Blessuren aus dem Nürnberg-Spiel überwunden. Für Joan Simun Edmundsson (Knie) ist die Saison dagegen wohl vorbei. Laut Neuhaus sei es „schwer vorstellbar“, dass der Mittelfeldspieler in den nächsten Spielen noch mal zum Einsatz komme. „Das ist ein schwieriger Fall“, so der Coach.

So könnte Arminia spielen : Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Seufert, Hartel - Clauss, Klos, Soukou

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