1:1 gegen Nürnberg: Nachlassende Zielstrebigkeit kostet Arminia Punkte im Aufstiegsrennen
„Ein bisschen eingeschlafen“

Bielefeld (WB). Unterm Stich ist klar: Obwohl Arminia Bielefeld durch das 1:1 (1:1) gegen den 1. FC Nürnberg nur einen Punkt einkassierte, wird das an den Aufstiegsaussichten des DSC wenig ändern. Auch weil die Konkurrenz aus Stuttgart (0:0 gegen Osnabrück) und Heidenheim (1:2 in Hannover) am Sonntag mitspielte. Und doch zeigen die Ostwestfalen seit dem Re-Start der Liga teils verhängnisvolle Phasen der nachlassenden Spannung.

Montag, 08.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 06:32 Uhr
Arminias Andreas Voglsammer (links) im Luftduell mit Nürnbergs Georg Margreitter. Foto: Thomas F. Starke/DSC Arminia

30. Spieltag: DSC Arminia vs. 1. FC Nürnberg (1:1)

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Vielleicht ist es ein generelles Problem? Ohne Zuschauer, ohne den Adrenalinschub von den Tribünen und in der tristen, wenig emotionalen Atmosphäre leerer Stadien erleben viele Mannschaften Momente eines Spannungsabfalls – die Umstände sind eben alles andere als normal.

„Mit dem Punkt müssen und können wir leben“, stellte Uwe Neuhaus fest. Der DSC-Trainer wusste aber auch: Es wäre mehr drin gewesen – genau so wie sich die Arminen über eine Niederlage nicht hätten beschweren dürfen.

Geführt hatte der Spitzenreiter gegen den Ex-Bundesligisten und abstiegsbedrohten Klassenkonkurrenten nach 14 Minuten durch ein Tor von Fabian Klos . Der hatte fünf Minuten zuvor bereits den Außenpfosten getroffen. Und dieses Alu-Pech wiederholte sich für Klos in der 25. Minute erneut. Der Club war maximal körperlich anwesend, konnte zum Spiel aber nur wenig beitragen.

Arminia schaltet mindestens einen Gang zurück

Erst als die Arminen nach etwa 30 Minuten mindestens einen Gang zurückschalteten, brachte sich Nürnberg in die Partie ein. Selbst wenn den Gästen bis dahin gute Chancen fehlten, kamen sie noch vor der Pause durch Patrick Erras zum 1:1 (43.).

„Wir haben es bis zum 1:0 gut gemacht. Nach dem 1:0 sind wir ein bisschen eingeschlafen“, gab Arminias Linksverteidiger Florian Hartherz zu. Das erlebte der Erstligakandidat seit dem Re-Start nicht zum ersten Mal. Eine lange souveräne Führung beim 1:1 gegen den VfL Osnabrück verspielte der DSC in der Schlussphase, weil der letzte Abwehrwille fehlte. In Kiel spielte der Tabellenführer den Gegner in der ersten Hälfte an die Wand, um die Kieler dann so gewähren zu lassen, dass sie nicht nur zum Ausgleich, sondern beinahe auch noch zur Führung gekommen wären. Schließlich traf Sven Schipplock für die Arminen spät zum etwas glücklichen Sieg.

„Ich glaube nicht, dass wir nach einer halben Stunde passiver geworden sind. Nürnberg hat die Räume besser zugestellt“, begründete Uwe Neuhaus die Veränderung im Spiel, schob dann aber nach: „Natürlich war es ähnlich wie gegen Osnabrück. Mit einer 1:0-Führung kommt ein kleines bisschen Sicherheitsdenken auf, was menschlich ist. Wir hätten schon zielstrebiger nach vorne spielen können, das gebe ich zu.“

Nürnberg nach der Pause zielstrebig

Zielstrebig war nach der Pause vor allem Nürnberg. Der DSC hatte zwar gute Chancen durch Cebio Soukou (48.) und Andreas Voglsammer (67., 78.). Dichter dran am Siegtreffer waren in der Schlussphase aber die Gäste. Erst parierte DSC-Torwart Stefan Ortega Moreno gegen Fabian Schleusener (85.), dann hielt er Michael Freys Schuss aus 13 Metern (86.), ehe er erneut einen Ball von Frey von der Linie kratzte (89.).

„In der zweiten Halbzeit haben mir die Lösungen gefehlt. Der Ball lief nicht mehr so schnell, nicht mehr so präzise“, sagte Neuhaus. Auswirkungen auf den eigenen Aufstiegskampf sieht der Trainer aber nicht: „Es ist kein Rückschlag. Natürlich hätten wir gerne gewonnen und den Vorsprung ausgebaut. Aber wir sind in diesem Jahr immer noch ungeschlagen. Man darf jetzt nicht verlangen, dass wir in den nächsten drei Spielen drei Siege einfahren und dann sind wir aufgestiegen. So funktioniert Fußball nicht.“

Was funktioniert kann das Neuhaus-Team am Freitag zeigen: Dann ist der DSC um 18.30 Uhr zu Gast beim SV Sandhausen.

Kommentare

Beutelipper  wrote: 08.06.2020 12:06
Meine Wahrnehmung unterscheidet sich deutlich, auch scheint mein Verständnis von Zweitligafußball ein anderes zu sein. Arminia schaltet also zum wiederholten Mal freiwillig einen Gang zurück und prompt kommt der Gegner ins Spiel. Klingt einfach, so einfach ist Fußball dann aber doch nicht. Ich sehe auch keinen Zusammenhang mit der Zwangspause. Dass Arminia zuletzt in Heimspielen zweckdienlich spielt, ist auch mir nicht entgangen. Wenn man in vier Heimspielen seit Beginn der Rückrunde kein Gegentor bekommt, verlässt man sich nach einer Führung möglicherweise unbewusst mehr auf die Top-Defensive, als den Zuschauern das Recht ist. Für einen Querschläger a la Osnabrück wären auch völlig harmlose Bochumer gut genug gewesen. Hannover ist mit den Platzverhältnissen viel besser klar gekommen als wir, die haben uns gegen die Wand gespielt. Und Wiesbaden hätte auch bei etwas mehr Glück einen Punkt mitnehmen können. Alles vor der Zwangspause, statt 9 Punkten wären nur 2 oder 3 möglich gewesen. Nach der Pause haben uns nervige Gegner, die ums Überleben kämpfen, eben zweimal gezeigt, dass ein 1:0 kein Ruhekissen ist. Liegt für mich im Zufallsbereich und hat mit nichts zu tun, was nicht vorher schon bekannt war. Im übrigen fiel der Ausgleich gegen die Clubbberer nicht aus dem Nichts. Aus dem Spiel kam in HZ.1 nicht viel, aber die Standards waren von Anfang an brandgefährlich. Die 80er sind vorbei, wo man im Spaziergang durch die Liga marschieren konnte, und Nürnberg könnte mit der Mannschaft ohne den schlechten Lauf am Anfang der Saison auch locker oben mitspielen. HSV würde mit uns so gern tauschen und was nützen dem VfB die schönsten AMG-Dienstwagen mit Schönwetterreifen, wenn sie ihre PS nicht auf die rauhen und hoppeligen Zweitligastraßen bekommen? Nervös wäre ich im letzten Jahr als FC-Fan gewesen, die trotz des Muss-Aufstiegs das eine oder andere 3:5 im eigenen Stadion, 9 Niederlagen und 50 Gegentore produziert haben. Zum Glück bin ich ja nur Armine. Wir werden aufsteigen, weil wir uns als einziger Verein keine Krise geleistet haben. Dass die jetzt noch kommt, ist unwahrschinlich, aber nicht unmöglich.
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