In Nürnberg eroberte Arminia die Tabellenspitze – Nun kommt der Club
Der Aha-Effekt

Bielefeld (WB). Eine Zeit lang hatten die Experten Arminia Bielefeld lediglich als Geheimfavoriten auf dem Zettel – bis zum Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Die Ostwestfalen gewannen 5:1 in Franken und übernahmen erstmals in der Saison die Tabellenspitze, wo sich der DSC bis heute beeindruckend konstant hält.

Samstag, 06.06.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 05:00 Uhr
Andreas Voglsammer (rechts) traf beim 5:1 in Nürnberg zum 2:0. Foto: Thomas F. Starke

Der klare Sieg Mitte November beschleunigte die Metamorphose vom Geheimfavoriten zum klaren Aufstiegskandidaten. Im Rückspiel am Samstag (13 Uhr, Schüco-Arena) könnten die Bielefelder gegen Nürnberg nun erneut einen großen, wirkungsvollen Schritt machen. Durch einen Sieg und damit weiter mindestens sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang und nur noch fünf ausstehenden Partien (inklusive des Nachholspiels gegen Dresden) dürfte den Arminen der Aufstieg kaum noch zu nehmen sein.

Arminias Trainer Uwe Neuhaus betont, dass der damalige Sieg beim Erstligaabsteiger eine Art Aha-Effekt für den DSC war und damit prägend für den weiteren Saisonverlauf wurde: „Die Bedeutung war immens für uns. Dieses 5:1 hat dazu beigetragen, dass wir auswärts unglaubliches Selbstvertrauen bekommen haben. Und als Tabellenführer zu agieren, das war schon ein großer Meilenstein, den wir da gesetzt haben.“ Das Selbstvertrauen und der sportliche Erfolg sind laut Trainer aber nicht nur durch das eine Spiel entstanden, sondern „über eine längere Zeit gereift“.

Keine Träumerei, nur Realismus

Das Selbstbewusstsein, in dieser Saison Großes erreichen zu können, habe sich vor allem aus der Mannschaft heraus entwickelt und war weniger abhängig von der Eroberung der Tabellenspitze. Auch die damit neu geschaffene Ausgangsposition, als Erster wieder etwas verlieren zu können, habe das Team nicht gehemmt – was der Erfolg bis heute belegt. Neuhaus: „Ich finde, dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie selber von sich überzeugt ist und nicht so sehr auf dem Platz darüber nachdenkt, wie nah der Tabellenzweite an uns heran kommt, wenn wir verlieren.“

Selbst wenn nun alles klar Richtung 1. Liga deutet: Der Träumerei will sich bei Arminia weiter niemand hingeben . Die Fokussierung auf den nächsten Gegner und jede Menge Realismus sollen den Tabellenführer ans Ziel führen. „Es steht außer Frage, dass man im Leben Ziele und Träume hat. Das ist das, was einen anspornt. Aber es bleibt dabei: von Spiel zu Spiel Gas geben. Dann kommt man seinen Träumen näher, als wenn man sich Gedanken macht und in der Zukunft lebt“, betont Mittelfeldspieler Cebio Soukou.

Kunze ersetzt Prietl

Und Uwe Neuhaus, von Natur aus eher ein nüchterner Betrachter der Dinge, hütet sich, schon Gedanken an einen möglichen Erstligatrainer Neuhaus zu verschwenden: „Natürlich muss ich aus beruflichen Gründen darüber nachdenken, Stichwort Kaderplanung. Aber sich vorzustellen, Erstligatrainer zu sein, das mache ich dann, wenn es wirklich geschafft ist.“

Nicht drumherum kommt der Trainer, sich Gedanken über seine Aufstellung zu machen. Sicher ist, dass Fabian Kunze den gelbgesperrten Manuel Prietl ersetzen wird. Ob erneut Cebio Soukou anspielt oder doch Andreas Voglsammer, ist dagegen noch offen.

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