Schon einmal erwies sich Kiel für Neuhaus und Arminia als gutes Pflaster
Wieder ein Meilenstein?

Bielefeld (WB). Seit dem Re-Start der Fußball-Zweitligasaison hat Arminia Bielefeld noch kein Spiel verloren. Gewonnen haben die Ostwestfalen allerdings auch noch keins. DSC-Trainer Uwe Neuhaus sagt vor der Partie an diesem Samstag in Kiel (13 Uhr, Holstein-Stadion) mit Blick auf das Aufstiegsrennen: „Noch sieben weitere Unentschieden reichen nicht aus.“

Freitag, 29.05.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 29.05.2020, 05:01 Uhr
DSC-Debüt 2018 in Kiel: Uwe Neuhaus Foto: Thomas F. Starke

Angesichts der Qualität der Verfolger Hamburger SV und VfB Stuttgart müsse man „immer damit rechnen, dass diese Teams auch mal fünf Siege hintereinander aufs Parkett legen“, warnt Neuhaus.

Doch weil sich alle drei Topteams der Tabelle mit dem Gewinnen seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs schwer tun, ist aus dem Dreikampf um den Erstligaaufstieg mittlerweile sogar ein Fünfkampf geworden.

Denn nicht nur der 1. FC Heidenheim, auch Darmstadt 98 liegt nach zuletzt zwei Siegen in Folge in Lauerstellung. Einer von Darmstadts Gegnern auf der Zielgeraden ist Arminia (20. Juni, 18.30 Uhr). „Heidenheim und Darmstadt sind auf jeden Fall dran“, sagt Neuhaus. Doch der 60-Jährige meint auch: „Wenn wir noch so viele Punkte abgeben, dass uns diese Mannschaften einholen, dann werden wir sowieso nicht aufsteigen.“

Will heißen: Sollte der DSC seine acht Zähler Vorsprung auf Heidenheim beziehungsweise seine elf Zähler Vorsprung auf Darmstadt noch einbüßen, hätte der Klub die Versetzung in die erste Liga auch gar nicht verdient.

Steigerung der Offensive notwendig

Doch mit Was-wäre-wenn-Szenarien mag Neuhaus sich gar nicht lange aufhalten. Die Arminia hat ihr Schicksal selbst in der Hand. Und kann mit einem Sieg in Kiel (Hinspiel 2:1) dafür sorgen, der Erstklassigkeit einen großen Schritt näher zu kommen. Nötig wäre dafür allerdings eine erhebliche Steigerung in der Offensive. Nur ein Tor aus den letzten beiden Spielen – und das auch noch per Elfmeter – genügt den Ansprüchen der Ostwestfalen nicht.

„Auf dem Weg nach vorne haben wir noch Potenzial“, sagt Neuhaus, der nach den Gründen sucht, warum es nach dem Re-Start noch nicht flutscht.

„Bevor es wieder losging, hatten wir wenig Mannschaftstraining, haben wenige Zweikämpfe bestritten – und vor allem überhaupt keine Testspiele. Das ist schon ein Problem“, erklärt der Coach, warum „wir zuletzt unser Spiel nicht so durchziehen konnten wie gewohnt“.

Hinzu komme, dass sein Team sich das Selbstvertrauen erst wieder Stück für Stück zurückerarbeiten müsse. „Vor der Corona-Pause haben wir Selbstvertrauen im Übermaß besessen“, sagt Neuhaus. Ein Sieg in Kiel könnte diesbezüglich viel bewirken.

Debüt als DSC-Coach 2018

Schon einmal ist den Arminen unter ihrem jetzigen Trainer dort ein ganz wichtiger Dreier gelungen. Am 14. Dezember 2018 gab Neuhaus im Holstein-Stadion sein Debüt als DSC-Coach. Arminia wartete zu diesem Zeitpunkt seit neun Spielen auf einen Sieg. In Kiel feierte Neuhaus mit den Ostwestfalen ein 2:1. Es war der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsstory, die Ende Juni ihren Höhepunkt finden könnte.

Neuhaus sagt, dass ihn die Partie von damals durchaus beschäftigt habe in den vergangenen Tagen. Er erinnert sich: „Ich hatte mich kurzfristig für Arminia entschieden. Wir hatten nur drei Tage Vorbereitung. Die Mannschaft hat überragend gut umgesetzt, was ich mir vorstellte. Der Sieg war ein Meilenstein für uns, um die Dinge so fortzusetzen, wie wir sie fortgesetzt haben.“

Denn der Erfolg, erklärt er, habe geholfen, die Mannschaft davon zu überzeugen, dass der eingeschlagene Weg richtig war und ist.

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