Arminias Patrick Weihrauch musste sehr lange auf sein Comeback warten
372 Tage

Bielefeld (WB). Ob Dieter Hecking überrascht war, ist nicht überliefert. Aber zwingend erwartet hatte wohl auch der Trainer des Hamburger SV am vergangenen Sonntag nicht, dass bei Arminia Bielefeld Patrick Weihrauch als Rechtsverteidiger aufläuft. Der DSC-Profi hatte davor letztmals am 19. Mai 2019 (sieben Minuten beim 1:0 gegen Holstein Kiel) in einem Zweitligaspiel auf dem Platz gestanden. Bis zu seinem Comeback vergingen also genau 372 Tage.

Mittwoch, 27.05.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 22:20 Uhr
Endlich wieder am Ball: Patrick Weihrauch musste mehr als ein Jahr auf sein Zweitliga-Comeback warten. Foto: Starke/DSC Arminia

Beim 0:0 in der Hansestadt zeigte der 26-Jährige ein ordentliches Spiel, äußern wollte er sich danach nicht. Dafür sprach sein Trainer. „Er hat seine Sache hervorragend gemacht. Natürlich hat er nicht die Körner für 90 Minuten, dass er da immer die Linie rauf und runter gehen kann. Aber es war ein gutes Debüt“, lobte Uwe Neuhaus. Eigentlich, betonte der Coach, sei Weihrauch ja Mittelfeldspieler. „Er hat in der letzten Saison in der Zentrale sehr gute Spiele gemacht“, führte der 60-Jährige aus.

Nachdem Weihrauch in der Spielzeit 2018/19 in der Hinserie häufiger im rechten Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, beorderte Neuhaus – der Mitte Dezember 2018 übernahm – den früheren Bayern-Profi ins offensive Mittelfeld. Neunmal in Folge stand er in der Startelf. Doch im Sommer 2019 schlug das Verletzungspech zu. Weihrauch fiel lange mit muskulären Problemen aus und schaffte es bis zum Jahreswechsel nur dreimal in den Kader – ohne eingewechselt zu werden.

„An irgendeinem vorbei kommen – egal auf welcher Position.“

„Seit der Winterpause trainiert er konstant auf der Verteidigerposition. Er kann von dort viele Dinge in unser Spiel einbringen“, erläuterte Neuhaus am Sonntag. In beiden Testspielen im Trainingslager Mitte Januar in Spanien gegen Ferencvaros Budapest (0:0) und den FC St. Pauli (4:3) kam Weihrauch hinten rechts in der Viererkette zum Einsatz. Speziell das Duell mit den Ungarn habe er „sehr gut genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen“, lobte Neuhaus seinen Spieler damals.

Zum Abschluss der Reise sagte der Coach dann aber, er sehe Weihrauch „nicht als Rechtsverteidiger, sondern eher als Achter. Aber da haben wir eine dicke Besetzung. Wir haben ganz offen darüber gesprochen, dass er an irgendeinem vorbei kommen muss – egal auf welcher Position.“

Am Sonntag profitierte Weihrauch dann natürlich davon, dass der unumstrittene Stammspieler auf der Position, Cedric Brunner, gelbgesperrt zuschauen musste. Doch zumindest an Jonathan Clauss, ursprünglich als Rechtsverteidiger verpflichtet und dann als Rechtsaußen wertvoller, kam Weihrauch in Hamburg vorbei. Clauss saß bis zur 64. Minute auf der Bank und bildete von da an ein Tandem mit dem Rückkehrer. Ein Modell für die Zukunft? Zumindest hat Weihrauch nach 372 Tagen gezeigt, dass er noch da ist.

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