DSC erkämpft Punkt im Spitzenspiel – die besseren Chancen hat aber der HSV
0:0 – Arminia hält Hamburg auf Distanz

Hamburg (WB). Mit diesem Punkt im Spitzenspiel kann der Spitzenreiter sehr gut leben: Durch das 0:0 beim Hamburger SV hält Arminia Bielefeld den Tabellenzweiten weiter sieben Zähler auf Abstand. Weil der Tabellendritte VfB Stuttgart zeitgleich in Kiel verlor (2:3), vergrößerte sich der DSC-Vorsprung auf den Relegationsrang sogar auf acht Punkte.

Sonntag, 24.05.2020, 15:21 Uhr aktualisiert: 24.05.2020, 17:40 Uhr
Fabian Kunze (links) im Duell mit Hamburgs Aaron Hunt. Foto: Thomas F. Starke/DSC Arminia

Das Topduell ging Uwe Neuhaus mit gleich drei personellen Wechseln an. Weil Cédric Brunner gelbgesperrt fehlte, übernahm Patrick Weihrauch den Job als Rechtsverteidiger. Fabian Kunze ersetzte Nils Seufert, wovon sich der DSC-Trainer „mehr defensive Stabilität“ versprach. Zudem startete Cebio Soukou auf der rechten Außenbahn für den in der vergangenen Woche gegen den VfL Osnabrück (1:1) eher blassen Jonathan Clauss.

27. Spieltag: Hamburger SV vs. DSC Arminia (0:0)

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Foto: Thomas F. Starke/DSC Arminia
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Es war also alles angerichtet für das Spitzenspiel. Nur die Kulisse, die konnte dabei nicht annähernd mithalten. Statt bis zu 57.000 mitfiebernden Zuschauern wartete auf die beiden Mannschaften nur gähnende Leere auf den Tribünen des Volksparkstadions.

Den möglicherweise vorentscheidenden Charakter des Geisterspiels benannte Uwe Neuhaus direkt vor dem Anpfiff: „Wenn wir heute gewinnen sollten, dann wäre es das einzige Ergebnis, das ein kleines bisschen in unsere Richtung gehen würde. Alles andere wäre keine Vorentscheidung.“ Immerhin konnten sich die Arminen eines prominenten Glücksbringers gewiss sein. Im Sky-Studio war U21-Nationaltrainer und Ex-Armine Stefan Kuntz als Experte zu Gast und machte klar: „Ich habe zwei wunderschöne Jahre in Bielefeld verbracht. Ich wünsche mir natürlich, dass sie aufsteigen.“

Der Ligakracher begann für die Gäste mit einem großen Knall. Weil Fabian Kunze ausrutschte, konnte sich Joel Pohjanpalo den Ball schnappen und ein Solo Richtung Bielefelder Tor starten. Doch der Hamburger zeigte Nerven und schoss links vorbei (5. Minute). Bielefeld konnte aufatmen – bis Martin Harnik nur drei Minuten später mit einem Schuss an Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno scheiterte. Der HSV war am Drücker, auch in der zwölften Minute als der DSC-Keeper den Ball nach einem erneuten Harnik-Schuss nur mit Mühe zu fassen bekam.

Ganz klar: Den Hamburgern gehörte die Anfangsviertelstunde. Bielefeld hatte dagegen Mühe, sein Spiel aufzuziehen. Der Tabellenzweite machte dafür Druck und kombinierte sich immer wieder sehenswert nach vorne. Nordisch kühl und trocken ist das Gemüt des Hanseaten. Und die Elf, die Dieter Hecking für Hamburg ins Rennen geschickt hatte, unterstrich das mit ihrem coolen Auftritt wirkungsvoll.

Fast 30 Minuten brauchten die Arminen, um die HSV-Fesseln zu lockern und endgültig im Spiel anzukommen. Nachdem Soukou auf Fabian Klos abgelegt hatte, scheiterte Arminias Kapitän aber aus sieben Metern an HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes (27.).

Anschließend glichen sich die Kräfteverhältnisse mehr an. Sichtbarer am Drücker blieben aber die Hamburger. Was dem früheren Bundesliga-Dino fehlte war vor allem die offensive Effizienz. Die Ostwestfalen fanden dafür immer besser zu ihrer defensiven Stabilität.

Neuhaus wechselt offensiv

Kaum war die Partie nach der Pause wieder angepfiffen, war der HSV schon wieder zur Stelle. Sonny Kittel, der am Tag zuvor erstmals Vater einer Tochter geworden ist, nahm eine Flanke volley und verfehlte das Tor nur knapp (46.). Kurz darauf köpfte Pohjanpalo aus kurzer Distanz vorbei (48.).

Offensiv passierte lange nichts Zwingendes. Auch deshalb entschied sich Uwe Neuhaus wohl für einen Angriffsimpuls. Für Cebio Soukou und den enttäuschenden Reinhold Yabo brachte der Trainer Andreas Voglsammer und Jonathan Clauss (65.) ins Spiel. Doch die nächste große Chance hatten die Hamburger. Tim Leibold köpfte direkt vor dem Tor an den Pfosten (67.).

Die Arminia wollte sich mit dem Punkt ebenfalls nicht zufrieden geben. Mit Sven Schipplock brachte Neuhaus die nächste Offensivkraft und beorderte dafür Fabian Kunze vom Feld (73.). Es war der Startschuss für die Gäste, nach vorne deutlich mutiger zu werden. Was Klos mit seinem Schuss in der 78. Minute bewies, den Heuer Fernandes über das Tor lenken konnte. Es war das letzte offensive Ausrufezeichen im Zweitliga-Topduell.

Weil die Partie gegen Dynamo Dresden in der kommenden Woche auf den 15. Juni verschoben wurde, müssen die Arminen erst am kommenden Samstag (13 Uhr) wieder bei Holstein Kiel ran.

Hamburg: Heuer Fernandes - Leibold, van Drongelen, Letschert, Vagnoman - Fein - Hunt, Dudziak (60. Kinsombi) - Kittel, Pohjanpalo (60. Hinterseer), Harnik (76. Jatta)

Bielefeld: Ortega - Hartherz, Nilsson, Pieper, Kunze (73. Schipplock) - Hartel, Prietl, Weihrauch - Yabo (65. Clauss), Klos, Soukou (65. Voglsammer)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Gelbe Karten: Pohjanpalo / Schipplock

Stimmen zum Spiel

Uwe Neuhaus, Trainer DSC: „Mit dem Ergebnis sind wir natürlich zufrieden. Ich glaube trotzdem, dass wir viel, viel besser Fußball spielen können. Wenn man das ganze Spiel nimmt, dann hatte Hamburg die klareren und die Mehrzahl an Torchancen. Wir mussten mehrmals im Spiel die Ordnung verändern, weil Hamburg im Aufbauspiel sehr sicher war und uns vor Probleme gestellt hat. Mit der Hereinnahme von Schipplock war besser. Ganz ausschalten kann man Hamburg trotzdem nie.“

Dieter Hecking, Trainer HSV: „Das Ergebnis stellt uns gar nicht zufrieden. Wir waren die klar bessere Mannschaft. Wenn du sechs, sieben hochkarätige Torchancen hast, dass musst du dich belohnen. Der Wille war groß, das Spiel zu gewinnen.“

Andreas Voglsammer, Stürmer DSC: „Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir können uns in gewisser Weise glücklich schätzen, hier einen Punkt mitgenommen zu haben, aber auch wir hatten unsere Nadelstiche. Nicht zu verlieren, war ein Ziel, daher sind wir zufrieden.”

Sven Schipplock, Stürmer DSC: „Ich denke, es war ein sehr schwieriegss Spiel für uns. Der HSV war über 90 Minuten schon das bessere Team. Wir hatten vereinzelt Chancen, aber das Chancenplus war eindeutig beim HSV. Wir hatten das Quäntchen Glück, um hier einen Punkt mitzunehmen.“

Kommentare

Beutelipper  wrote: 25.05.2020 09:58
Verwaltungsmodus
Da Arminia "nach Corona" ganz offensichtlich in den Verwaltungsmodus geschaltet hat, was ich jedoch in Anbetracht der allgemeinen Situation nicht zu kritisch sehe, möchte ich meinen Beitrag zur Verwaltung des Punktekontos leisten: seit gestern ist klar, dass 65 Punkte zum Aufstieg reichen werden, unabhängig von den Ergebnissen der anderen Vereine. Weil HSV und Stuttgart sowie Heidenheim und HSV noch gegeneinander spielen. Das entspricht vier Heimsiegen. Dann darf die gesamte Konkurrenz das Punkteoptimum einfahren (was sie nicht wird) und wir alle Auswärtsspiele verlieren (was wir nicht werden). Man sollte in Heimspielen daher etwas mehr anstreben als 2 Torschüsse und 0:6 Ecken gegen die schwächste Rückrundenmannschaft, den VfL Osnabrück, dann kann nur noch Corona Arminia aufhalten. Das wäre "mein" achter Bundesligaaufstieg als Fan, unter den Umständen auch ohne Rathaus der emotionalste.
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