Mannschaftstraining schon ab Montag? – negative Testergebnisse nötig
Arminen in den Startlöchern

Bielefeld (WB). Hat das Warten ein Ende? Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld steigt vielleicht schon an diesem Montag, spätestens aber am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining ein. Voraussetzung: Auch die zweite Runde der Tests auf das neuartige Coronavirus bringt nur negative Ergebnisse.

Montag, 04.05.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2020, 06:18 Uhr
Die DSC-Profis hoffen, nach wochenlangem Training allein oder in Kleingruppen, auf Training mit der ganzen Mannschaft. Foto: Thomas F. Starke

45 Personen wurden in der ersten Runde am Donnerstag getestet, kein Bielefelder war positiv. Am Sonntag wurde die nächste Runde der 45 Rachenabstriche gemacht, die ein Kurierfahrer dann zu einem Labor in Moers, das mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) kooperiert, gebracht hat. Im besten Fall liegen die Ergebnisse nach acht bis zehn Stunden vor. „Spätestens Montagmorgen sollten wir die Ergebnisse haben. Ob wir dann kurzfristig ein Teamtraining hinbekommen oder am Dienstag starten, sehen wir dann“, sagte DSC-Sportgeschäftsführer Samir Arabi am Sonntagmittag.

Die Genehmigung für Mannschaftstraining haben die Arminen schon seit etwa zwei Wochen vorliegen. „Alle hygienischen Maßgaben des Arbeitsministeriums erfüllen wir. Wir dürfen unserer Arbeit wieder nachgehen. Die letzte Bedingung sind zwei negative Tests in Folge“, erklärte Arabi, der auch selbst zu den 45 getesteten Personen gehört. Die Tests werden von Mannschaftsarzt Dr. Tim Niedergassel am Trainingsgelände durchgeführt. Dafür wurde der derzeit nicht benötigte Presseraum zweckentfremdet.

Wie auch alle anderen Vertreter der 36 Vereine aus der 1. und 2. Liga hofft Arabi, dass die Ligen möglichst bald wieder starten dürfen. Am Mittwoch steht die nächste Runde von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten an. Voraussichtlich wird dort über den Re-Start im Profifußball entschieden. Frühester Startzeitpunkt wäre der 15. Mai, es kommen nur Geisterspiele in Frage. Eine weitere virtuelle Vollversammlung der 36 DFL-Vereine sei aber zunächst nicht geplant, sagte Arabi.

„Die Zeit muss eben reichen“

Sollte es wirklich bereits Mitte Mai wieder losgehen, wäre die Vorbereitungszeit mit Mannschaftstraining nach der langen Pause sehr kurz. „Die Zeit muss in der derzeitigen Situation eben reichen“, so Arabi: „Man muss bei den Belastungen sicher Verletzungen einkalkulieren. Aber es steht eben auch viel auf dem Spiel.“

Darüber, dass überhaupt wieder Fußball gespielt werden soll, gibt es kontroverse, emotionale Debatten. Dazu sagte Arminia-Kapitän Fabian Klos dem TV-Sender Sky: „Ich verstehe die Menschen, die sagen, dass der Fußball keine Sonderrolle haben sollte. Wir Spieler würden uns natürlich freuen, wenn es wieder losgehen würde. Ich habe für beide Seiten Verständnis“, äußerte der Toptorjäger der 2. Liga (16 Saisontore).

Sieben Tage in Quarantäne

In der Woche vor dem möglichen Wiederbeginn müssten die Arminen, wie alle anderen Mannschaften, sieben Tage ins Trainingslager, sich sozusagen in eine Quarantäne begeben. Auch das sei eine Bedingung. Der DSC würde das Hotel Klosterpforte in Marienfeld beziehen, das vom DSC in der Nacht vor den Heimspielen ohnehin als Quartier genutzt wird.

Das ganze Konzept steht und fällt aber mit der Disziplin der Beteiligten. Die Spieler sollen ihre Kontakte auf ein absolutes Minimum beschränken, am besten nur zwischen ihrem Zuhause und Trainingsgelände pendeln und möglichst auch allein im Auto fahren. Es könnte gut sein, dass Samir Arabi die DSC-Profis nochmals für diese Maßgaben sensibilisieren wird. Am Freitag tauchte ein Video bei „Youtube“ auf, in dem Arminias Keanu Staude ins Auto von Marvin Mali einsteigt, der sich als Onkel von Staude bezeichnet. Sie fahren zusammen in Staudes Wohnung und spielen dort ein Computerspiel.

„Klar darf man einen Kontakt zu einer weiteren Person haben, aber ob sowas sein muss?“, sagte Arabi, angesprochen auf das Video. Solche Fälle können die eigene Mannschaft schädigen und im schlimmsten Fall – bei einer daraus resultierenden hohen Zahl von Corona-Infektionen im Team – einen Saisonabbruch forcieren.

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