Andreas Voglsammer hat wegen Corona mehr Zeit für die Reha – Interview mit dem DSC-Stürmer
Nutznießer der Pause?

Bielefeld (WB). Andreas Voglsammer hat sich Ende Januar einen Mittelfußbruch zugezogen. Der Stürmer von Zweitliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld arbeitet an seinem Comeback. Mit seiner französischen Bulldogge Jigo ist der 28-Jährige bei Freunden in der Nähe von München untergebracht, wo er seine Reha absolviert. Über die Corona-Krise, seine mögliche Rückkehr und Fußball an der Spielkonsole sprach Voglsammer mit Jens Brinkmeier.

Mittwoch, 08.04.2020, 16:59 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 19:12 Uhr
Sein bisher letztes Saisonspiel: Andreas Voglsammer Ende Januar in Aue, wo er sich schwer verletzte. Foto: Thomas F. Starke

Wie geht es Ihnen im Moment?

Andreas Voglsammer: Bei mir ist alles bestens, ich kann mich nicht beschweren.

 

Wo sind Sie denn gerade?

Voglsammer: Ich bin seit einigen Wochen in der Nähe von München, lebe bei Freunden und mache jeden Tag meine Reha.

 

Wie läuft die Reha in Corona-Zeiten ab?

Voglsammer: Mein Physiotherapeut trägt natürlich einen Mundschutz und wäscht regelmäßig die Hände. Anders geht es ja nicht. Er kann ja nicht mit zwei Metern Abstand meinen Fuß behandeln.

 

Wie ist der Tag strukturiert?

Voglsammer: Es ist eigentlich immer das Gleiche. Ich fange in der Regel ziemlich früh an, heute hatte ich um 7 Uhr Rehabeginn. Um 17 Uhr war ich da fertig. Zwischendurch war natürlich auch mal eine Pause. Ich habe in der Regel entweder Behandlung oder bin am Trainieren. Abends muss ich mich dann regenerieren, da brauche ich mal meine Ruhe.

 

Nach der Verletzung Ende Januar beim Spiel in Aue gab es die Hoffnung auf ein Comeback um Ostern herum. Wie ist der Stand der Dinge?

Voglsammer: Ich bin auf einem guten Weg. Das mit Ostern habe ich persönlich ja nie gesagt. Ich habe immer gesagt, dass der Knochen komplett heil sein muss. Das hat unser Doc auch gesagt. In zwei Wochen machen wir wieder ein neues Röntgenbild. Wichtig ist, dass der Fuß belastungsstabil ist. Wenn das wieder der Fall ist, kann ich anfangen, wieder richtig zu trainieren. So weit bin ich Stand jetzt noch nicht, aber ich habe ja keinen Druck. Da spielt mir, auch wenn die Situation natürlich Mist ist, Corona ein bisschen in die Karten. Falls die Saison dann vielleicht im Mai weiter geht, kann ich wahrscheinlich einige Spiele mehr machen als wenn die Saison normal weitergelaufen wäre.

 

Haben Sie Angst vor Corona?

Voglsammer: Angst habe ich nicht davor. Respekt schon. Ich laufe natürlich nicht zu Fremden hin und quatsche mit denen. Ich bin hier bei meinen Freunden, ansonsten noch bei meiner Mutter und im Rehazentrum. Und dort habe ich auch nur Kontakt zu immer den selben Leuten. Ich bin gesund. Aber wir müssen ja an unsere Mitmenschen denken und besonders an die Risikopatienten.

 

Sie sind auch beim von der Deutschen Fußball-Liga organisierten eFootball-Turnier „Bundesliga Home Challenge” dabei. Ist das eine schöne Abwechslung?

Voglsammer: Ich habe auch vor der Corona-Krise schon öfter gespielt. Das macht Spaß, jetzt bleibt etwas mehr Zeit dafür.

 

Zweimal ging es gegen Profis an der Konsole, zweimal gab es klare Niederlagen. Ihr DSC-Mitspieler Marcel Hartel durfte gegen andere Fußballer antreten und konnte gewinnen.

Voglsammer: Das muss man einordnen. Das sind halt Profis in ihrem Bereich, die trainieren bis zu acht Stunden am Tag. Auf dem Fußballplatz würde vermutlich ich haushoch gewinnen. Ich bin auch kein so schlechter Fifa20-Spieler. Mich würde interessieren, wie Cello (Marcel Hartel) gegen die abgeschnitten hätte. Cello und ich hatten uns vorher ab und an mal eingespielt. Er soll euch mal erzählen, wie diese Spiele ausgegangen sind...(lacht)

 

Wie sehr fehlen Ihnen die Mitspieler?

Voglsammer: Klar fehlen sie mir extrem. Zumal es bei mir ja schon seit Ende Januar so ist, dass ich nicht dabei bin. Das geht mir schon extrem ab. Da vermisse ich sie. Aber mit einigen Spielern hat man schon Kontakt. Und es ist ja auch nicht so, dass ich sie nie wiedersehe.

 

Glauben Sie, dass es im Mai wieder mit Fußball losgehen kann?

Voglsammer: Natürlich wollen wir alle die Saison zu Ende spielen. Aber ich mache mir da nicht so viele Gedanken drüber. Da gibt es Fachleute, die zuständig sind. Wir können einfach nur schauen, dass wir fit bleiben. Beziehungsweise ich dass ich fit werde und die anderen Jungs fit bleiben. Um dann auf den Punkt wieder da zu sein. Ich lasse mich dann überraschen, wann es weitergeht.

 

Was denken Sie über Geisterspiele?

Voglsammer: Wir würden unsere Zuschauer natürlich gerne dabei haben, weil sie uns bisher so überragend durch die Saison getragen haben. Sie haben einen großen Anteil an dem Erfolg, den wir bisher hatten. Aber man muss an die Gesundheit denken. Man muss alles versuchen, damit immer weniger Menschen sich infizieren.

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