Diego Demme muss in Neapel pausieren
Der unterbrochene Traum

Bielefeld (WB/jen/dpa). Für Diego Demme ging Mitte Januar ein Kindheitstraum in Erfüllung. Der gebürtige Herforder wechselte für zwölf Millionen Euro vom Bundesliga-Spitzenklub RB Leipzig zum zweimaligen italienischen Fußballmeister SSC Neapel – dem Ex-Verein von Diego Maradona.

Mittwoch, 01.04.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 01.04.2020, 10:52 Uhr
Der gebürtige Herforder Diego Demme (links) im Neapel-Trikot gegen Antoine Griezmann vom FC Barcelona Foto: dpa

Demmes Vater Enzo ist Italiener und hatte seinen Sohn im November 1991 nach Maradona benannt. Denn Demme senior stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien und ist großer Napoli-Fan. Nun spielt sein Sprössling, der früher für Arminia Bielefeld und den SC Paderborn aktiv war, für den Maradona-Klub – allerdings wurde der Traum nach nur zwei Monaten wegen der Corona-Pandemie jäh gestoppt.

Mehr als 100.000 Italiener infiziert

Italien ist in Europa das Land mit den meisten Corona-Fällen. Bisher sind mehr als 11.500 Menschen an Covid-19 gestorben, mehr als 100.000 sind infiziert. Alle Fußballvereine sollen bis zum 3. April mit dem Training aussetzen. Ein Neustart der Serie A ist frühestens für Mitte Mai geplant. So richtig daran glauben mag man daran derzeit nicht.

Igli Tare, seit 2009 Sportdirektor bei Lazio Rom, bezeichnet die Lage in Italien als „extrem schlimm“. „Ich komme mir vor wie in einem Horrorfilm.“ Am Anfang habe man alles „noch ein bisschen auf die leichte Schulter genommen“, sagt der 46-jährige Albaner, der in Deutschland auch für den Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Kaiserslautern spielte. „Mittlerweile sprechen wir nicht mehr über eine Situation, sondern über einen Krieg. Wenn man seit Wochen die LKW des Militär vorbeifahren sieht, wie die Särge mit den Toten abtransportiert werden, ist man nur noch geschockt und sprachlos. Und die Zahlen, die täglich hinzukommen, sind erschreckend. Es ist eine Katastrophe für das ganze Land.“

Keine Interviews

Diego Demme darf im Moment nicht mit Journalisten sprechen. Immerhin teilt er mit, dass es ihm gut gehe. Ansonsten verweist er an den Klub. Dessen Pressesprecher Jacopo Gismondi erklärt am Telefon: „In der aktuell schwierigen Zeit sollen unsere Spieler keine Interviews geben.“ Sobald das Training wieder starte, sei das wieder möglich. Falls die Saison noch mal weitergeht.

Bis dahin halten sich Demme und seine Mitspieler zuhause fit. Der 28-Jährige war am 11. Januar von Leipzig nach Neapel gewechselt. Bei RB war er Stammspieler und Kapitän, Trainer Julian Nagelsmann und Manager Markus Krösche ließen Demme nur ungern ziehen. Der defensive Mittelfeldspieler ist seinem Ex-Verein immer noch dankbar. Er habe Krösche nochmal extra eine Nachricht geschrieben, sagte Demme vor ein paar Wochen der „Sportbild“.

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