Rejek: „Keine Rückforderungen, egal wie wenige Spiele wir noch bestreiten werden“ Sponsoren stehen zu Arminia

Bielefeld (WB). Die Corona-Krise trifft auch den DSC Arminia Bielefeld mit voller Wucht. Sollte die Saison zum jetzigen Zeitpunkt abgebrochen werden müssen, würden dem Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga bis zu sieben Millionen Euro verloren gehen: rund drei Millionen Euro aufgrund fehlender Eintrittsgelder (Arminia hat noch fünf Heimspiele), der Rest sind fehlende Einnahmen aus dem TV-Vertrag. Das sagte Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek am Dienstag im Interview mit dem WESTFALEN-BLATT.

Von Dirk Schuster und Oliver Horst
Rückendeckung in schwierigen Zeiten: DSC-Finanzchef Markus Rejek kann sich auf die Hilfe der Geldgeber verlassen.
Rückendeckung in schwierigen Zeiten: DSC-Finanzchef Markus Rejek kann sich auf die Hilfe der Geldgeber verlassen. Foto: Starke

Die dritte große Säule, auf der ein Profifußball-Unternehmen fußt, sind die Sponsorengelder. Das Problem ist: Wenn aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen angesichts der sich ausbreitenden Pandemie keine Spiele stattfinden, die das Fernsehen übertragen kann, verlieren Sponsoren gleichzeitig ihre Werbepräsenz.

Würden diese Sponsoren entsprechende Ausfälle beim Klub geltend machen wollen, würden sich die Verluste bei Arminia noch weiter erhöhen. Auch könnte dem Klub drohen, dass Unternehmen, die selbst von der Corona-Krise betroffen sind, mögliche Zusagen für die Zukunft nun zurückziehen.

Doch „das Gegenteil ist der Fall“, sagt Markus Rejek: „Wir sprechen aktuell mit unseren Partnern. Bislang ist uns noch kein Fall bekannt, bei dem anteilig Sponsorengelder zurückgefordert werden. Unternehmen wie Schüco, JAB Anstoetz, Dr. Oetker, DMG Mori, Melitta, S&O Tech und Budde Fördertechnik haben bereits aktiv ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht und uns zugesichert, dass keine Gelder zurückgefordert werden. Unabhängig davon, wie es weitergeht und wie wenige oder wie viele Spiele noch gespielt werden in dieser Saison.“

Schüco ist Arminias Hauptsponsor und zudem Namensgeber des Stadions. Dieses und auch andere Unternehmen, die der 51-Jährige auflistet, sind Partner im „Bündnis Ostwestfalen“, das den Klub vor gut zwei Jahren vor der Insolvenz bewahrte und einen Schuldenschnitt ermöglichte.

Schüco-Sprecher Thomas Lauritzen erklärt auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir stehen als Hauptsponsor in guten wie in schlechten Zeiten zu Arminia. Wir halten den Vertrag voll ein und werden keine Rückforderungen stellen.“

Das Namensrecht für die Schüco-Arena ist erst im Sommer 2019 um fünf weitere Jahre bis 2025 verlängert worden. Das Trikotsponsoring, das jeweils für eine Saison vereinbart wird, ist bereits fix auch für die kommende Spielzeit 2020/21 verlängert.

Rejek bezeichnet das Signal der Unternehmen als „absolut wichtig. Das gibt uns mehr Sicherheit. Ich bin guter Hoffnung, dass auch andere Unternehmen und Institutionen soweit sie können sich dieser Solidarität anschließen werden.“

Lauritzen erklärt, dass Arminias Aufsichtsrat, dem er angehört, in regelmäßigem Austausch stehe, der Rhythmus der Sitzungen, die derzeit vorrangig telefonisch geführt werden, werde aktuell verkürzt. Es gelte zunächst, die nächste DFL-Sitzung Ende März abzuwarten. Lauritzen sagt über das Thema Arminia, Aufstieg und Corona-Virus: „Es wäre schon bitter, wenn es deswegen nicht zum Aufstieg kommt.”

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