Stuttgarts Trainer sieht den Druck nicht beim VfB, der Armine schon – mit Videos
Matarazzo widerspricht Neuhaus

Bielefeld–(WB). Von einem „Finale“ im Aufstiegskampf will keiner der Beteiligten etwas wissen. Eine Vorentscheidung könnte es im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga am Montagabend (20.30 Uhr) zwischen dem VfB Stuttgart und dem DSC Arminia Bielefeld dennoch geben. Denn sollte Tabellenführer Arminia beim Erstligaabsteiger gewinnen, würden die Bielefelder ihren Vorsprung auf neun Punkte vergrößern. Und das bei dann noch neun ausstehenden Spielen.

Samstag, 07.03.2020, 10:41 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 10:44 Uhr
Pellegrino Matarazzo, seit Beginn der Rückrunde Trainer des VfB Stuttgart, ist in der Verfolgerrolle.Uwe Neuhaus hat Arminia Bielefeld auf Platz eins geführt. Auch vor dem Topspiel beim VfB bleibt er gelassen. Fotos: dpa, Starke

„Ich glaube, unabhängig von diesem Spiel ist noch alles drin“, sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo am Freitag. „Auch wenn es kein Finale ist, wollen wir jedes Spiel angehen, als ob es ein Finale ist. Es ist uns sehr bewusst, dass wir nur noch zehn Spiele zu spielen haben.“ Klarer Fall von: bloß keinen zusätzlichen Druck auf die zum Aufstieg verdammte Mannschaft laden. DSC-Trainer Uwe Neuhaus hatte indes schon am vorigen Sonntag, nach dem 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden gesagt, dass aus seiner Sicht der Druck bei den Schwaben liege. Matarazzo nannte dies am Freitag eine „kluge Aussage“. Er teile die Ansicht seines Kollegen allerdings nicht.

Mehr als 50.000 Zuschauer erwartet

Finale oder nicht, die deutlich mehr als 50.000 Zuschauer können sich auf ein tolles Spiel freuen, da sind sich die Beteiligten dann mal einig. Die beste Heimmannschaft (30 Punkte aus zwölf Partien) trifft auf das beste Auswärtsteam (27). Die Arminen können mit viel Selbstvertrauen nach Stuttgart fahren. Sie sind als einzige Mannschaft in diesem Jahr ungeschlagen, holten 16 von 18 Punkten aus sechs Spielen und gewannen zuletzt zwei Mal in Folge 1:0. Darüber freute sich Uwe Neuhaus besonders. „Es ist wichtig zu wissen, dass man zu Null spielen kann. Ein 1:0 muss auch mal reichen. Man kann nicht jedes Spiel wie gegen Regensburg (6:0, Anm. der Redaktion) gestalten und Tore en masse schießen. Ein 1:0 ist der wertvollste Sieg“, sagte der 60-Jährige, dessen Mannschaft die beste Offensive (49 Treffer) und die beste Defensive (23 Gegentore) der Liga stellt.

Prietl wird wohl spielen

Für defensive Stabilität ist beim DSC in der Regel Manuel Prietl mitverantwortlich. Der defensive Mittelfeldspieler zog sich aber Ende Februar einen Mittelhandbruch zu und fehlte beim 1:0 gegen Wehen Wiesbaden. Für den Österreicher spielte Fabian Kunze erstmals in der 2. Liga von Beginn an und machte seine Sache gut. Dennoch sieht es danach aus, dass am Montag Prietl wieder seinen Platz im defensiven Mittelfeld einnehmen kann. „Die Schiene wurde angepasst, er ist auf einem ganz guten Weg“, sagte Neuhaus. In den verbleibenden Trainingseinheiten müsse getestet werden, was zum Beispiel passiere, wenn die Hand einen Ball abbekomme.

Ob mit oder ohne Prietl – sollte es in Stuttgart die dritte Saisonniederlage geben, blieben die Arminen trotzdem sehr entspannt. Neuhaus beugte schon vor, in dem er erklärte: „Wir wollen nichts herbeirufen und keine Angst davor entwickeln: Aber wir werden sicher auch noch ein Spiel verlieren, da bin ich mir relativ sicher. Das Hinspiel haben wir 0:1 verloren, danach war die Mannschaft in Osnabrück (1:0) auf dem Prüfstand und hat eine super Reaktion gezeigt. Das wird dann auch nach der Niederlage, die irgendwann kommt, wieder nötig sein.“

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