Arminias Trainer sagt: „Für Stuttgart ist verlieren verboten!“
Neuhaus: „Der Druck liegt beim VfB“

Bielefeld (WB). Nach einem Wochenende zum Einrahmen kann sich Zweitliga-Tabellenführer entspannt auf das Topspiel am kommenden Montag (20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart vorbereiten. Nach der Niederlage der Schwaben bei Greuther Fürth (0:2) und dem Sieg des DSC gegen Wehen Wiesbaden (1:0) haben die Bielefelder sechs Punkte Vorsprung auf den VfB. Deshalb sagt Arminias Trainer Uwe Neuhaus: „Für Stuttgart ist verlieren verboten!“

Dienstag, 03.03.2020, 07:22 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 07:25 Uhr
Uwe Neuhaus (Zweiter von rechts) jubelt mit Co-Trainer Peter Nemeth (rechts) und Torwartcoach Marco Kostmann. Foto: Thomas F. Starke

Der Druck liegt beim Aufstiegsfavoriten (44 Punkte), die Arminen (50) könnten mit einem Punkt sehr gut leben. Sogar eine Niederlage hätte wohl keine allzu großen Auswirkungen. Zumal der Vorsprung auf den Relegationsrang derzeit neun Punkte beträgt. Doch den Blick auf die Tabelle will Neuhaus nicht so oft wagen. „Die neun Punkte helfen uns ja nicht für die kommende Aufgabe. Wir müssen den Fokus auf den nächsten Gegner richten. Die Spiele werden weniger, die Chancen sind ein kleines bisschen größer geworden. Aber es ist noch nichts entschieden“, betonte der Coach nach dem knappen Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Der 60-Jährige gab auch zu, dass seine Mannschaft „nicht gut gespielt“ habe. Trotzdem gelang der vierte Heimsieg in Folge ohne Gegentor, das war den Arminen zuletzt 2009/10 geglückt. Damals allerdings in der Frühphase der Saison (5. bis 11. Spieltag) – mit einer teuren Mannschaft sollte nach dem Abstieg der sofortige Wiederaufstieg gelingen. Das misslang, wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsauflagen bekam der DSC sogar vier Punkte abgezogen. Die Träume waren geplatzt, am Ende wurde Arminia Siebter.

Perfekter Start in 2020

Das wird in der aktuellen Saison sicher nicht der Tabellenplatz sein, auf dem das Neuhaus-Team einlaufen wird. Der Aufstieg ist wieder ein bisschen näher gerückt, mit 16 von 18 Punkten (14:2 Tore) ist ein nahezu perfekter Start ins Jahr 2020 gelungen. Nur in Aue (0:0) wurde nicht gewonnen. Spätestens seit dem 0:3 des Hamburger SV am Samstag im Erzgebirge erscheint das Bielefelder Resultat dort allerdings in einem anderen Licht. „Ich habe den Jungs in Aue schon gesagt, dass der Punkt Gold wert sein kann. Es ist überhaupt nicht einfach, da zu spielen“, betonte DSC-Kapitän Fabian Klos am Sonntag.

Am Tag zuvor hatten der Torjäger (seit Sonntag 16 Treffer) und seine Mitspieler vormittags noch gescherzt, dass alle Konkurrenten verlieren könnten. So kam es. „Unglaube“ sei das richtige Wort, um seine Reaktion auf die Niederlagen von Stuttgart, Hamburg und Heidenheim zu beschreiben. Sein Trainer erwischte sich am Samstag dabei, ein „Was wäre wenn“ zu denken. „Dann muss man sich selber eine Backpfeife geben und sagen: Morgen ist der Gegner Wehen Wiesbaden, die werden alles geben“, sagte Neuhaus.

Nun ist der nächste Gegner Stuttgart, danach kommt der VfL Osnabrück und dann geht die Reise zum HSV. Werden das die entscheidenden drei Spiele auf dem Weg in die Bundesliga? Neuhaus bremst: „Entscheidend? Wenn wir alle drei Spiele gewinnen würden und die hinter uns verlieren alle drei Spiele. Ansonsten wird nach den drei Spielen nichts entschieden sein. Da bin ich mir total sicher.“ Fabian Klos sagt zum Thema Aufstieg: „Wir müssen den Weg, den wir schon lange sehr, sehr gut gehen, weitergehen. Dann können wir es schaffen.“

Kommentare

advocatus_diaboli  wrote: 03.03.2020 18:28
warnung an das vergessen
Die Tradition: Einen Meilenstein für die Rivalität zwischen Preußen Münster und Arminia Bielefeld bildet die Saison 1988/1989 in der ehemaligen Oberliga Westfalen, damals noch drittklassig. Im Fernduell am letzten Spieltag rissen die Adlerträger (0:0 beim SC Verl) den Ostwestfalen die sicher geglaubte Meisterschaft noch aus den Händen. Die Arminia verlor trotz der Unterstützung von fast 10.000 Fans zeitgleich beim VfB Rheine 1:2 und kassierte so eine der bittersten Niederlagen in der Vereinsgeschichte. Der SCP konnte als erste Mannschaft überhaupt den Titel verteidigen und schaffte später in der Aufstiegsrunde den Sprung in die 2. Bundesliga.Das heißt für unsere Blauen: Die Messe ist noch nicht gelesenl
Ich nehme mit Freude @michis Beitrag zur Kenntnis, ja, wir haben noch einen steinigen Weg vor und für (!) uns. Diesen direkten Erstligaaufstieg wird uns Arminen auch kein so furchtbarer Aberglaube mehr nehmen können. Der DSC Arminia Bielefeld wird als Bundesligaaufsteiger 2020 grüßen, sogar als Zweitligameister! Meine Saisonprognosen für Schwarz-Weiß-Blau gehen auf! Danke an UN und an die Mannschaft!
Hans-Joachim Krumrey  wrote: 03.03.2020 13:50
Keine leichten Spiele mehr
Es werden die vermeintlich leichten Spiele sein die uns Probleme bereiten werden.Wir tun uns zu Hause gegen Mannschaften schwer die hinten drin stehen,s.Bochum,H'96 oder SVWW.Mannschaften die versuchen mitzuspielen wie J.Regensburg kommen uns entgegen.Leider kommen mit Ausnahme von Heidenheim und evtl.D'98 nur noch Teams die jeden Punkt brauchen,wahrscheinlich also wie SVWW ein Bollwerk aufbauen. Ich kann jedem nur raten von Spiel zu Spiel zu denken,Hochrechnungen a'la Funkel sind fehl am Platz.Noch ist nämlich nichts erreicht,mit 50 Punkten ist noch keiner aufgestiegen.Also: volle Konzentration auf Stuttgart und mit 3 Punkten dem grossen Ziel ein Stück näher kommen.
Michix2  wrote: 03.03.2020 09:20
Mehr als ein 6-Punkte-Spiel - ein Spiel, um den Willen des Gegners zu brechen ("Stecker ziehen")
In den beiden 6-Punkte-Spielen gegen VFB und HSV geht es natürlich um: Punkte. Aber fast mehr noch als um den Punktestand geht es um die Psychologie des Aufstiegskampfes. Den Punkteabstand in den direkten Duellen zu halten oder gar zu vergrößern, wird den Willen des Gegners deutlich beschädigen, wenn nicht brechen, und die ohnehin spürbare (große) Nervosität auf der anderen Seite noch verstärken. Gewinnt die Arminia beim VFB, sind es 9 Punkte Vorsprung nach Spieltag 25. Danach würde der VFB - zumindest im Unterbewusstsein - das Ziel aufgeben, die Arminia noch einzuholen. Wenn Arminia in Stuttgart gewinnt, werden sie Meister und den VFB mit dem Rücken an die Wand drücken! Daher ist dieses Spiel der 1. große Matchball für die ganze Saison! Mit diesem Bewusstsein und dem totalen Siegeswillen sollte die Arminia daher in dieses Spiel gehen! Nicht auf Unentschieden spielen (funktioniert sowieso nicht)! Zieht dem VFB den Stecker für diese Saison!
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