Arminia ist in Fürth nicht durchgehend souverän – und siegt dennoch hochverdient
Immer im richtigen Moment

Fürth (WB). Spitzenmannschaften zeichnet es nunmal aus, hin und wieder die Spiele zu gewinnen, in denen nicht alles souverän läuft. Auch deshalb hat sich Arminia Bielefeld längst als heißer Aufstiegskandidat etabliert. Mit dem 4:2 (2:0) bei der SpVgg Greuther Fürth verbuchte der Zweitligatabellenführer den nächsten verdienten Sieg, ohne dafür 90 Minuten glänzen zu müssen.

Montag, 17.02.2020, 05:00 Uhr
Das 1:0 von Rechtsverteidiger Cédric Brunner (links) war Arminias Brustlöser in Fürth. Foto: Thomas F. Starke

Denn am Samstag bekam es der Spitzenreiter mit einer Mannschaft zu tun, die dem DSC jede Menge abverlangte. Fürth verteidigte hoch, schaltete blitzschnell um und offenbarte einen offensiven Spieltrieb, der die Arminen vor allem in der Anfangsphase mächtig unter Druck setzte. „Wir hatten richtig große Probleme, ins Spiel zu finden. Wir hatten eine schlechte Ordnung und nicht die gleiche Gier wie im Heimspiel gegen Regensburg. Das konnte man von der ersten Situation an klar erkennen. Fürth hat nie aufgehört“, sagte Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus.

22. Spieltag: Greuther Fürth vs. DSC Arminia (2:4)

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Foto: Thomas F. Starke
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Doch der DSC verdiente sich den nächsten Dreier in der Folge auch, weil die Geschichte des Spiels die war, stets den richtigen Moment zu nutzen. Als Fürth dominierte, traf Cédric Brunner aus dem Nichts zur Führung für Arminia (13.). Noch vor der Pause legte Fabian Klos das 2:0 nach (35.). Später erhöhte Cebio Soukou per Strafstoß auf 3:0 (68.). Zuvor hatte Fürths Torwart Sascha Burchert DSC-Stürmer Fabian Klos von den Beinen geholt. Die Franken schienen endgültig geschlagen zu sein.

Doch die Arminen schalteten zurück, die Spielvereinigung legte zu. Es fiel der Anschlusstreffer durch Havard Nielsen (73.) – ein Adrenalinschub für die Gastgeber. „Nach dem 3:1 ging ein Ruck durch die Fürther Mannschaft. Und wenn dann das 3:2 fällt, dann weiß jeder, wie sehr das Nervenkostüm darunter leidet“, stellte auch Neuhaus später fest.

Doch war der richtige Moment erneut auf Seiten der Arminen, um jegliche Spekulationen um ein Fürther Comeback zu beenden. Nur vier Minuten nach dem Anschluss traf Fürths Paul Jaeckel ins eigene Tor – 4:1. Das 2:4 von Kenny Prince Redondo in der Nachspielzeit hatte keine Auswirkungen mehr. „Was fürs 1:0 und das 2:0 galt, galt auch für das 4:1 – wir haben das Tor zur richtigen Zeit geschossen“, gestand Fabian Klos ein . Und Neuhaus lobte: „Wir haben eine brutale Effektivität an den Tag gelegt.“

Neuhaus legt Finger in die Wunde

Trotzdem hob der Trainer später aber nicht nur mahnend den Finger, sondern legte ihn auch in die Wunde. Schließlich hatte sich der DSC gerade in der Anfangsphase äußerst anfällig gezeigt. „Wenn wir häufiger so in die Spiele gehen, dann werden wir Schwierigkeiten bekommen, wenn ein Gegentor fällt. Dann weiß ich nicht, ob wir uns auch so gut davon befreien können. Darauf sollten wir uns nicht verlassen, sondern von Anfang an Gas geben und hoch konzentriert zu Werke gehen“, verlangte Uwe Neuhaus.

Unterm Strich zeigte das Spiel dennoch, in welch stabiler Gesamtverfassung der DSC ist. Ein starker Gegner und damit verbundene Widrigkeiten bringen den Ligaprimus nicht in nachhaltige Turbulenzen. Anders als beim Tabellenzweiten Hamburger SV, der gegen Hannover 96 erst in der 96. Minute zum 1:1-Ausgleich kam. Die Arminia konnte den Abstand auf den Verfolger trotz des späten HSV-Ausgleichs von einem auf drei Punkte erhöhen.

Dem grenzenlosen Selbstvertrauen sei dank, wie Fabian Klos betonte: „Jeder Sieg, den wir holen, jede Woche, die wir länger oben in der Spitzengruppe und oben in der Tabelle stehen, macht uns eine breitere Brust. Letztendlich haben wir eine Megaqualität. Wenn der Kopf klar ist, dann können wir lange oben bleiben.“

Und so kann es dann eben auch gelingen, die Spiele verdient zu gewinnen, die nicht durchgehend souverän abgespult werden. Neben der unverkennbar vorhandenen spielerischen Qualität ist das ein Markenzeichen, das den Arminen auch im Heimspielkracher am kommenden Sonntag helfen könnte. In der dann nahezu ausverkauften Schüco-Arena sind die erstarkten Hannoveraner zu Gast. Für die Spitzenmannschaft aus Bielefeld ergibt sich damit auch die Möglichkeit, einen direkten Vergleich zur Spitzenmannschaft aus Hamburg zu ziehen.

Bettruhe für Ortega und Pieper

Die Arminen Amos Pieper und Stefan Ortega Moreno bekamen am Sonntag Bettruhe verordnet. Torwart Ortega Moreno stand am Samstag mit einem Infekt zwischen den Pfosten. Verteidiger Pieper quälte sich das Spiel über mit Magenproblemen. Beide Profis reisten nach dem Abpfiff nicht mit im Mannschaftsbus zurück, sondern wurden jeweils in einem Auto nach Bielefeld gebracht. Am Dienstag sollen Ortega Moreno und Pieper wieder ins Training einsteigen.

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