Wie DSC-Geschäftsführer Rejek über einen möglichen Aufstieg denkt – mit Video „Der Fluch der guten Tat“

Benidorm (WB). Vor gar nicht langer Zeit beinahe insolvent, jetzt Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga: Arminia Bielefeld hat laut des kaufmännischen Geschäftsführers Markus Rejek eine „unglaubliche Entwicklung“ genommen. Führt diese nun in die Bundesliga? Laut Rejek wäre der Verein für den Aufstiegsfall auf jeden Fall gewappnet. Das sagte der 51-Jährige im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT in Benidorm.

Der Blick geht auch in Richtung Bundesliga: Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek darf zweigleisig planen.
Der Blick geht auch in Richtung Bundesliga: Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Markus Rejek darf zweigleisig planen. Foto: Thomas F. Starke

Bis zum 15. März müssen die Vereine ihre Lizenzierungsunterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einreichen. Trotz der Tabellenführung liege „der Fokus zu 70 Prozent auf der 2. Liga. Nicht, weil wir sportlich darauf wetten. Sondern das ist erstmal unser Zuhause“, erklärt Rejek und ergänzt: „Wir sind natürlich froh, dass wir eine Planung für die Bundesliga machen dürfen. Und das treibt uns keine Schweißperlen auf die Stirn. Wir sind im Plan. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Lizenzierung keine unüberwindbaren Hindernisse darstellen wird.“

Bei Aufstieg: TV-Geld steigt um mehr als 20 Millionen

Genaue Zahlen könne er noch keine nennen. Das liege zu einem großen Teil daran, dass das Budget maßgeblich vom TV-Geld abhänge. Die Verteilung erfolgt nach einem Schlüssel, bei dem die Endplatzierung die entscheidende Rolle spielt. Sollten die Arminen tatsächlich aufsteigen, dürfte das TV-Geld – nach derzeitigem Stand – um mehr als 20 Millionen auf dann etwa 34 Millionen Euro steigen. Rejek: „Die Planungen passen sich immer wieder neu an. Wir versuchen das zu simulieren für den besten und den schlechtesten Fall und haben uns Oberbudgets festgelegt für die Bereiche Infrastruktur, den sportlichen Bereich etc. Wie zuletzt planen wir nicht euphorisch, sondern eher konservativ.“

Bei Klassensprung strategisch planen

Rein rechnerisch sei die Chance, sich nach einem Aufstieg in der Bundesliga zu halten, „nicht so groß. Da müssen wir strategisch planen“, erklärt der Geschäftsführer, der maßgeblich am „Bündnis Ostwestfalen“ mitgestrickt hat. Laut Rejek hätten die etablierten Erstligisten eine „wesentlich bessere Infrastruktur. Um das aufzuholen, muss man sich länger in der 1. Liga halten. Um das zu tun, braucht man aber Geld. Ein Aufstieg ist ein bisschen der Fluch der guten Tat.“

Dankbar für das „Bündnis Ostwestfalen“

Dass sich der Verein im Aufstiegsfall an das „Bündnis Ostwestfalen“ wenden wird, um Geld zu bekommen, damit die Mannschaft verstärkt werden könne, schloss Rejek aus. „Es ist nicht die Aufgabe oder der Charakter des Bündnisses, ständig Geld zu geben. Das Bündnis ist keine private Bank. Man will, dass wir uns verantwortungsvoll und aus eigener Kraft nach vorne begeben. Ich bin eher dankbar in Zeiten, in denen es vielleicht mal wieder nicht so gut läuft, dann Partner an der Seite zu haben, die einen mit dem Netz auffangen können.“ Die zwölf Firmen im „Bündnis Ostwestfalen“ (von Oetker über Schüco bis Gauselmann) hatten Ende 2017/Anfang 2018 maßgeblich zur Rettung des DSC beigetragen.

Großes Vertrauen zur DFL-Geschäftsführung um Christian Seifert

Beim Thema TV-Rechte hat Rejek auch eine klare Meinung. Die neue Ausschreibung gilt für die Spielzeiten 2021 bis 2025. Dass sich der Fan wegen noch mehr neuer Anbieter noch mehr Abos zulegen müsse, glaubt der Armine nicht. „Da vertraue ich komplett der DFL-Geschäftsführung um Christian Seifert“, sagt Rejek, der zudem betont: „Uns kennt man als Verein mit einer bestimmten Haltung. Wir sagen Nein zu diesem schneller, höher, weiter. Wir haben Grundwerte, die für uns wichtig sind, und die stellen wir voran. Vielleicht ist es da unser Glück, dass wir Arminia Bielefeld sind und nicht ganz oben an der Spitze stehen, wo man in einem europäischen Wettbewerb steht und immer eine Gewinnsteigerung erzielen muss.“

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