Bielefeld gewinnt das Derby in Osnabrück 1:0 – Voglsammer trifft Auswärtsmacht Arminia

Osnabrück (WB). Das beste Auswärtsteam der 2. Fußball-Bundesliga hat schon wieder zugeschlagen. Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg am Montagabend beim VfL Osnabrück hat Arminia Bielefeld Tabellenplatz drei gefestigt.

Von Dirk Schuster
Arminias Torschütze Andreas Voglsammer und seine Mitspieler feiern eine Party in Osnabrück.
Arminias Torschütze Andreas Voglsammer und seine Mitspieler feiern eine Party in Osnabrück. Foto: Thomas F. Starke

Ohne ihren Kapitän und Topscorer Fabian Klos hatten die Arminen zunächst jedoch einige Mühe, das Tor der Osnabrücker in Gefahr zu bringen. Es dauerte bis zur 25. Minute, ehe Cebio Soukou nach scharfer Hereingabe von Jonathan Clauss den Ball im Rutschen nur um Haaresbreite am Pfosten vorbeispitzelte. Abwehrspieler Amos Pieper hatte den Angriff beherzt inszeniert.

Klos war wegen einer Gelb-Rot-Sperre zum Zuschauen verdammt. In vorletzter Sitzreihe auf Höhe der Mittellinie nahm der 31-Jährige Platz. »Für mich persönlich ist es absolut bitter, ich hätte sehr gerne hier gespielt«, sagte Klos im TV-Sender Sky. Beim bis zum Montag letzten Derby an der Bremer Brücke im Februar 2015 waren ihm zwei Treffer gelungen. Arminia gewann das Drittligaduell damals mit 4:0. Am Saisonende stand der Aufstieg in die 2. Liga.

»Wir dürfen uns von der Atmosphäre nicht beeindrucken lassen, sondern müssen die Ruhe bewahren und Vertrauen in uns haben«, forderte Klos von seinen Mitspielern. Dabei gaben zunächst fast nur die Gästefans den Ton an. Der Grund: Die Ultras des VfL hatten sich aus Protest gegen Montagsspiele ein 45-minütiges Schweigegelübde auferlegt.

»Letzte Ermahnung« durch Stadionsprecher

Die Arminia-Anhänger nutzten die atmosphärische Hoheit, um im Wortsinn Feuer zu entfachen. Das wiederholte Abbrennen von Pyrotechnik führte zu einer »letzten Ermahnung« durch den Stadionsprecher, der – angeblich auf Signal von Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) – sogar mit einer Spielunterbrechung drohte. Fest steht: Die Zündeleien werden ein nicht unerhebliches finanzielles Nachspiel für den DSC haben.

Auf dem Rasen waren es in einem anfangs eher verhaltenen Derby die Osnabrücker, die das erste Signal setzten. Sebastian Klaas war von Etienne Amenyidos scharfem Zuspiel wohl etwas überrascht. Andernfalls hätte er die sich bietende Riesengelegenheit völlig freistehend wohl zur Führung für den VfL genutzt. Acht Minuten waren da gespielt.

Die Gäste kamen zu ein paar aussichtsreichen Flanken und Eckbällen, in der Mitte aber fand sich kein Abnehmer.

»Fabian wollte mit, und ich hatte vorher auch mit ihm gesprochen und ihm gesagt: Es wäre schön, wenn du als unser Kapitän dabei wärst. Er hat es ja auch ein bisschen selbst verbockt, dann gehört das dazu«, hatte DSC-Trainer Uwe Neuhaus vor der Partie gesagt. Gleichwohl: Auf dem Platz hätte Klos seinem Team gewiss mehr helfen können. So blieb ihm bloß die Maskottchenrolle.

Voglsammer trifft nach Vorlage von Clauss

Doch wer weiß, vielleicht lag es ja an Klos’ bloßer Anwesenheit, dass sein jahrelanger Angriffspartner Andreas Voglsammer in der 57. Minute die Gäste in Führung brachte. Nach einem Konter bediente Klos-Ersatz Clauss Mittelstürmer Voglsammer, der erst einen Gegenspieler vernaschte und den Ball dann sehenswert unters Tordach beförderte.

Neuhaus schien also recht zu behalten. »Die erste Niederlage hat uns überhaupt nichts ausgemacht. Natürlich hätten wir gegen Stuttgart gerne einen Punkt mitgenommen (0:1). Aber wir haben nichts von unserem Selbstvertrauen verloren«, waren vor Anpfiff des Trainers Worte gewesen.

Das 1:0 war im fünften Auswärtsspiel der Saison bei einem Remis bereits der vierte Sieg für die Ostwestfalen. Da machte es auch nichts, dass Voglsammers zweites Tor des Abends (90.) nicht anerkannt wurde, weil Soukou vorher ein Foulspiel begangen hatte.

Statistik:

Osnabrück: Kühn - Heyer, Gugganig, Van Aken (74. Ajdini) - Agu (87. Friesenbichler), Blacha, Taffertshofer, Wolze - Amenyido, Klaas (60. Alvarez) - Heider

Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Hartel (88. Salger), Edmundsson (83. Staude) - Clauss (79. Schütz), Voglsammer, Soukou

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 15.800

Tor: 0:1 Voglsammer (57.)

Gelbe Karten: Taffertshofer (5), Gugganig / Clauss, Schütz

Rote Karten: Amenyido (90.+4, Notbremse) / -

Kommentare

Gut gestanden

Die Basis für diesen Sieg war sicherlich, das Arminia über den Ballbesitz gut kombiniert hat. Leider ist das 2. Tot nicht gefallen. Hätte am Ende Sicherheit gegeben.
Also bitte weiter so.

Schon lustig

Schon lustig, Saibene wurde genauso gefeiert für seinen 4. Platz in 17/18.
Aber Jeff bleibt Chef, will plötzlich keiner mehr gesagt haben.
Ob Neuhaus nächstes Jahr das gleiche Schicksal droht?

Sark gespielt

Es war eine reife Leistung, die Armina abgeliefert hat. Geduldig, abgeklärt und nur einmal etwas konfus in der Abwehrarbeit. Klos hat allerdings erkennbar gefehlt. Eine Erkenntnis, die im Hinblick auf Neuverpflichtungen beachtet werden sollte. Soukou agiert häufig etwas unglücklich. Eine Freude ist es, Hartel zuzuschauen. Noch zwei von dieser Qualität und ich würde sagen, Arminia steigt auf. Man darf auf das Spiel gegen den HSV gespannt sein.

Ohne Klos wenig los

Drei Punkte,super.So ein Derby muss man erst einmal so cool runterspielen.Die Innenverteidiger werden von Spiel zu Spiel besser einzig Hartherz ist ein Unsicherheitsfaktor. Wenn der schon unser bester LV ist wie schlecht ist dann Luqouki? Das Spiel hat auch gezeigt das ohne Klos wenig Chancen kreiert werden.Sollte der oder Voglsammer oder beide mal längere Zeit ausfallen hat sich das mit den höheren Zielen erledigt,in der Winterpause sollte unbedingt ein MS verpflichtet werden.Ich gehe davon aus das Schipplock nicht mehr spielt.Leid tat es mir für Staude,seine Vorarbeit und sein Pass zum vermeintlichen 0:2 wären ein Tor wert gewesen.Ortega hat gefühlt in diesem Jahr schon 3 Torvorlagen gegeben,diesmal über 58 mtr.genau auf den Mann,gibt es im Deutschen Profifussball einen TW mit einer ählichen Quote?Alles in allem ein absolut verdienter Sieg bei dem ich aber bis zum Schlusspfiff gezittert habe.

Na also...

... zuletzt so entspannt unter Ernst Middendorp gewesen.Endlich mit Neuhaus einen Trainer,der ein Auge für passende Neuzugänge hat.Samir hat ein tolles Interview auf Sky(in Beutelippe ein verpöhnter Sender) gegeben.Ich kann es nicht versprechen,ob dieses Interview morgen auf WDR4 wiederholt wird.Ist schon auffällig,das er funktioniert,wenn ein Trainer mit Ahnung am Ruder ist,gell.Neuhaus sollte jetzt gehaltstechnisch in Middendorp Regionen aufsteigen,er hat es verdient.Scheint zu funktionieren mit den Beiden und so langsam wächst in mir die Lust auf "Bayern Jäger".Standspur fahren überlasse ich gerne anderen,nicht mein Ding.HSV weghauen und weiter auf der Welle reiten,macht Spaß...

5 Kommentare

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