Rehm trainierte Arminia nur zehn Spiele – Neuhaus-Berater spricht über neuen Vertrag Das brisante Wiedersehen

Bielefeld (WB). Mit viel Vorschusslorbeer war Rüdiger Rehm im Juni 2016 nach Bielefeld gekommen. Doch er hielt sich nur vier Monate als Arminia-Trainer, dann musste Rehm schon wieder gehen. An diesem Samstag (13 Uhr) kommt es zum Wiedersehen. Mit Zweitligaaufsteiger SV Wehen Wiesbaden erwartet der inzwischen 40-Jährige seinen Ex-Klub.

Von Jens Brinkmeier
Rüdiger Rehm (links) und Co-Trainer Mike Krannich Anfang Oktober 2016. Inzwischen arbeiten beide in Wehen.
Rüdiger Rehm (links) und Co-Trainer Mike Krannich Anfang Oktober 2016. Inzwischen arbeiten beide in Wehen. Foto: Starke

Nur zehn Ligaspiele stand Rehm, der von der SV Sonnenhof Großaspach als Nachfolger von Norbert Meier (ging zum damaligen Erstligisten SV Darmstadt) geholt wurde, bei Arminia an der Seitenlinie. Nach fünf Unentschieden und fünf Niederlagen wurde er am Tag nach einem 0:4 bei Fortuna Düsseldorf vom DSC freigestellt. Dabei waren die Arminia-Verantwortlichen bei der Verpflichtung des Trainers noch voll des Lobes gewesen. »Rüdiger Rehm zählt aktuell zu den gefragtesten Trainern im deutschen Profifußball«, hatte der damalige DSC-Geschäftsführer Gerrit Meinke erklärt. Rehm selbst gab als Ziel aus, »Verbesserungen zu erreichen. Das heißt, besser als Platz zwölf zu sein und mehr als 42 Punkte zu holen.« Das war die Ausbeute von Norbert Meier gewesen, dessen defensivem Fußball in Bielefeld niemand nachtrauerte. Rehm stand (und steht) für Offensivfußball, doch in Bielefeld klappte wenig.

Zwar sahen die Fans durchaus das eine oder andere Offensivspektakel (4:4 gegen Union Berlin und 3:3 gegen Hannover 96), doch als auf ein 0:1 zuhause gegen Würzburg die Klatsche in Düsseldorf folgte, zogen Sportchef Samir Arabi und Co. die Reißleine. Da half dem Trainer auch die vorher ausgesprochene Jobgarantie nicht mehr. Auf Interimstrainer Carsten Rump folgte Jürgen Kramny von Mitte November 2016 bis März 2017. Dann kam Jeff Saibene und verhinderte am letzten Spieltag den Bielefelder Abstieg in die 3. Liga. Rückblickend sagt Samir Arabi: »Wir hatten eine extrem gute Vorbereitung gespielt. Vielleicht hat da der eine oder andere gedacht, dass man viel weiter wäre. Am Ende hat das Ganze eine Dynamik angenommen und es fehlte die Überzeugung, zurück in die Spur zu finden.«

Rehm übernahm am 13. Februar 2017 in Wiesbaden und stieg Ende Mai 2019 mit dem SVWW in die 2. Liga auf. Da die Wehener in der aktuellen Spielzeit noch nicht gewonnen haben (ein Punkt aus sechs Partien), sieht Rüdiger Rehms persönliche Bilanz so aus: Von 16 Zweitligaspielen als Trainer gewann er noch keins. »Ich glaube nicht, dass es für ihn eine besondere Genugtuung wäre, gegen uns zu gewinnen. So etwas braucht er nicht«, sagt Arabi.

Wie Anfang September berichtet, ist Arabi sehr daran interessiert, den Vertrag mit dem aktuellen Erfolgstrainer Uwe Neuhaus zu verlängern. Der Kontrakt des 59-Jährigen läuft bis zum 30. Juni 2020. In der »Sport Bild« wird Neuhaus’ Berater Markus Buchbinder in der Sache wie folgt zitiert: »Wir sind am Anfang guter Gespräche mit Arminia. Uwe Neuhaus will auf jeden Fall in der Bundesliga trainieren. Das spricht aber nicht gegen eine Verlängerung in Bielefeld.« Spätestens in der Länderspielpause im November, eventuell aber auch schon vorher, dürfte die Verlängerung perfekt sein.

Kommentare

Es scheint sich was zu ändern

Bin genau wie du seit Jahrzehnten dabei, habe auch mit dem schlimmsten gerechnet, vor allem nach dem Rückstand zu Beginn. Habe auch noch beim 4:2 gezittert, habe wie jeder echte Armine beim 3:1 gedacht es fällt zu früh. Aber... Irgend was ist dieses Jahr anders.....

Das geht heute schief

Als jahrzehntelanger Arminenanhänger weiß
man was heute passiert. Nämlich Aufbauhilfe
für Wehen-Wiedbaden. Alles andere wäre für
mich eine Riesenüberraschung

Falscher Verein

Rehm ist ein guter Trainer, er war bei Arminia nur beim falschen Verein. Oder besser gesagt beim falschen Kader. Mit dem Arminenkader, den er von Meier übernommen hatte, war nur eine defensive Spielweise möglich. Das ist genauso, als wenn man versucht aus einem Ackergaul ein Rennpferd zu machen. Das konnte nicht gut gehen. Diesen Fehler muss sich auch Arabi auf die Fahne schreiben.

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