Betrugsverfahren in Mannheim gegen Arminias Ex-Manager eingestellt Lamm muss 120.000 Euro zahlen

Mannheim (WB). Als der Verhandlungstag nach etwas mehr als einer Stunde beendet ist, will Rüdiger Lamm nur noch weg. Der Vorsitzenden Richterin Claudia Kreis-Stephan gibt der ehemalige Berater und Manager von Arminia Bielefeld und des SV Waldhof Mannheim noch schnell mit einem Lachen im Gesicht die Hand – und zwar im weißen Hemd, auch wenn es juristisch gesehen nicht sauber war, was er während seiner Zeit beim heutigen Fußball-Drittligisten trieb.

Von 2006 bis 2008 war Rüdiger Lamm bei Waldhof Mannheim. Beim Bau des Nachwuchszentrums wurde betrogen.
Von 2006 bis 2008 war Rüdiger Lamm bei Waldhof Mannheim. Beim Bau des Nachwuchszentrums wurde betrogen. Foto: imago

Dann stürmt Lamm mit seinem Anwalt Holger Rostek aus dem Sitzungssaal. Es ist der flinke Abgang eines Mannes, der im Sommer 2006 an den Alsenweg gekommen war und 2008 gehen musste. Das Waldhof-Kapitel endete für ihn aber erst am Montag vor der Großen Wirtschaftskammer am Mannheimer Landgericht.

Lamm will die Sache schnell erledigt haben

Das Betrugsverfahren gegen Lamm und die zwei Mitangeklagten Bogoljub M. und Achim P. wurde eingestellt. Der ehemalige Waldhof-Funktionär muss bis zum 18. September 120.000 Euro an die Dietmar-Hopp-Stiftung zahlen, die Mitangeklagten jeweils 60.000 Euro bis zum 18. September beziehungsweise 2. Oktober. Sollten die Zahlungen nicht fristgerecht erfolgen, muss das Verfahren wieder aufgenommen werden. Doch schon im Sitzungssaal wird klar, dass Lamm die Sache schnell erledigt haben will. Bereits am nächsten Tag könne das Geld da sein, tönt er.

In dem Prozess ging es um den Bau des Waldhof-Nachwuchszentrums zwischen 2007 und 2009, der von Spendenmitteln der Dietmar-Hopp-Stiftung finanziert wurde . Laut Staatsanwaltschaft wurde eine Rechnung über 1,15 Millionen Euro gestellt, gebaut aber nur auf Initiative Lamms und durch die Hilfe der Mitangeklagten für 665.000 Euro. Vom auf diese Weise von der Stiftung erschlichenen Differenzbetrag sollten über fingierte Sponsorenverträge 300.000 Euro an den damals von der Insolvenz bedrohten Klub zurückfließen, 100.000 Euro waren laut Anklage für Lamm selbst und je 50.000 Euro für seine zwei Helfer gedacht. Die Ermittler wiesen letztlich einen Geldfluss von 428.000 Euro nach: 190.000 Euro gingen als Sponsoren-Betrag an den SV Waldhof, Lamm kassierte für sogenannte Beraterverträge 69.500 Euro, die Mitangeklagten je 15.000 Euro. Der genaue Verbleib der Differenzsumme von 138.500 Euro ist ungeklärt.

Lamm hatte den DSC in die Bundesliga geführt

Bereits 2012 war Anklage erhoben worden, vor Gericht ging es um die Jahre 2007 und 2008. Doch erst jetzt kam es zum Prozess, was für die Angeklagten unangenehm gewesen sei und berücksichtigt wurde, wie die Vorsitzende Richterin sagte. Lamm, der aus Arminia Bielefeld in den 90er Jahren »Arminia Viele-Geld« machte und den DSC in die Bundesliga führte, betonte im Laufe des Prozesses stets die guten Absichten seines Handelns. »Ich bin in Mannheim angetreten, um zu helfen, nicht zu betrügen«, sagte er.

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