Betrugsprozess gegen Rüdiger Lamm wird im August fortgesetzt
»Das wusste niemand«

Mannheim/Bielefeld (WB). Wer wusste was beim SV Waldhof Mannheim? Diese Frage stand im Mittelpunkt des vierten Verhandlungstages im Betrugsprozess vor dem Landgericht Mannheim gegen Rüdiger Lamm, den seit diesem Mittwoch 71 Jahre alten früheren Manager des DSC Arminia Bielefeld.

Donnerstag, 01.08.2019, 09:50 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 09:54 Uhr
Ex-Arminia-Manager Rüdiger Lamm. Foto: imago

Als Manager und Berater des damaligen Fußball-Oberligisten Waldhof Mannheim soll Lamm im Jahr 2006 die Dietmar-Hopp-Stiftung geschädigt haben. Er und zwei Mitangeklagte werden beschuldigt, sich mithilfe einer fingierten Rechnung über 1,15 Millionen Euro für den Bau eines Jugendförderungszentrums bereichert zu haben.

Der frühere Geschäftsstellenleiter des SV Waldhof sollte am Mittwoch als Zeuge Licht ins Dunkel bringen. Laut »Mannheimer Morgen« verneinte er zunächst, dass es auf Vereinsebene Mitwisser des Betrugsplanes gegeben habe. »Das wusste niemand im Verein. Das Präsidium hätte das nicht mitgemacht«, gab der 47-Jährige zu Protokoll. Bei diesen Aussagen habe einer der Mitangeklagten nur geschmunzelt, berichtet die Tageszeitung. Dann legte Richterin Claudia Kreis-Stephan dem Zeugen eine von ihm selbst abgezeichnete Baubeschreibung der Stadt Mannheim vor, in der die Bausumme mit 650.000 Euro beziffert war – 500.000 weniger als offiziell angegeben. Daraufhin erklärte der Vereinsbeschäftigte, dass ihm dieses Dokument wohl durchgerutscht sein müsse. Von einem Betrug habe er nichts gewusst. Wohl aber, dass dem Verein 2006 das Wasser wieder bis zum Hals gestanden habe. Erst Lamms Verpflichtung und dessen Form der Sponsorenakquise habe dem Klub das Überleben ermöglicht.

300.000 Euro der Differenz von einer halben Million sollen über getürkte Sponsorenverträge an den SV Waldhof Mannheim zurückgeführt worden sein. Das bestätigte am Nachmittag ein anderer Zeuge. Aber auch er habe zu keinem Zeitpunkt geahnt, dass im Hintergrund illegale Geschäfte laufen könnten, so der »Mannheimer Morgen«. Nach einer Sommerpause wird der Prozess am 22. August fortgesetzt. Rüdiger Lamm hatte den objektiven Geschehensablauf bereits in der vergangenen Woche vor Gericht eingeräumt.

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