DFB-Pokal: Rödinghausen und Verl winken Topklubs – SCP und DSC spielen auswärts Vier ostwestfälische Vereine im DFB-Pokal dabei – zwei hoffen auf das große Los

Bielefeld/Paderborn/Verl/Rödinghausen(WB). Das gab es seit 36 Jahren nicht mehr: Vier Fußballklubs aus Ostwestfalen-Lippe nehmen am DFB-Pokal teil. Die erste Runde wird an diesem Samstag (18 Uhr/ARD) im Dortmunder Fußballmuseum ausgelost.

Von Christian Bröder, Lars Krückemeyer, Peter Klute und Jens Brinkmeier
Dortmund und München sind stets attraktive Pokalgegner.
Dortmund und München sind stets attraktive Pokalgegner. Foto: dpa

Die Regionalligisten SV Rödinghausen (Kreis Herford) und SC Verl (Kreis Gütersloh) hoffen auf das ganz große Los. Auch Duelle mit dem SC Paderborn und Arminia Bielefeld sind möglich.

Insgesamt bekommen 64 Vereine ihren Gegner von Nia Künzer (Weltmeisterin 2003) zugelost. Bei der Auslosung zur ersten Runde gibt es zwei Lostöpfe. Im ersten befinden sich 18 Bundesligisten sowie die 14 bestplatzierten Zweitligisten, in Topf zwei die übrigen vier Zweitligisten plus die restlichen Teilnehmer. Die Teams aus dem Amateurtopf genießen dabei auf jeden Fall Heimrecht.

SC Paderborn

Der SC Paderborn wird in Dortmund angeführt von Geschäftsführer Martin Hornberger. »Wir werden mit fünf bis zehn Personen vor Ort sein«, sagt Hornberger und äußert seinen persönlichen Loswunsch: »Ich gönne jedem unterklassigen Verein einen Erstligisten als Gegner, würde aber gerne beim KSV Baunatal spielen, da ich in Kassel geboren bin und der SCP in dieser Region viele Fans hat.«

Auch ein Duell mit Rödinghausen und Verl hält der 57-Jährige für »spannend«. In den vergangenen beiden Jahren kam der SCP bis ins Viertelfinale.

Arminia Bielefeld

Dort stand Arminia Bielefeld zuletzt in der Pokalsaison 2016/17. 2015 war sogar erst im Halbfinale Endstation (0:4 gegen Wolfsburg). Sportgeschäftsführer Samir Arabi würde ein Duell mit einem Zweitligisten der Plätze 15 bis 18 gerne vermeiden. Für die Teilnahme an der ersten Runde gibt es schon 166.000 Euro, wer in die zweite Runde einzieht erhält dann bereits 332.000 Euro.

Der Pokalsieger bekommt 4,5 Millionen Euro. Arabi: »Der Pokal ist eine wichtige Einnahmequelle. Wir haben die neue Konstellation, dass das Geld zu 100 Prozent bei uns bleibt.« Das war früher anders, als der DSC seine Schulden tilgen musste.

SC Verl

Große Vorfreude herrscht beim SC Verl , der zuletzt in der Saison 2010/11 im DFB-Pokal spielte und damals gegen 1860 München (1:2) verlor. Der heutige Trainer Guerino Capretti (37) wirkte damals als Innenverteidiger mit und ist als Spieler bereits vier Mal in den Genuss eines Pokalabenteuers gekommen. »Für den Delbrücker SC ist mir sogar ein Tor vergönnt gewesen – das zwischenzeitliche 1:1 gegen den SC Freiburg«, erinnert sich Capretti (Endstand 2:4 im Jahr 2006). Am Samstag vertritt er den SC Verl als Teil einer vierköpfigen Abordnung bei der Auslosung, während daheim ein Public Viewing zelebriert wird.

Der Viertligist lädt seine Fans zu einer Live-Übertragung der Auslosung in den Bürmanns Hof und spendiert dabei zwischen 17 und 18 Uhr 50 Liter Freibier. Prost! Und welcher Gegner soll es am Ende werden? »Natürlich wäre es eine geile Geschichte, wenn es der FC Bayern oder Borussia Dortmund wird. Wichtig wäre mir eine Mannschaft, die viele Zuschauer anlockt«, erklärt Capretti.

SV Rödinghausen

Der SV Rödinghausen – nach dem 2:1 im Westfalenpokalfinale gegen den SC Wiedenbrück für die 1. Hauptrunde qualifiziert – kennt sich in Sachen Auslosung bestens aus. In der vergangenen Saison ging’s zuerst gegen Zweitligist Dynamo Dresden (3:2 nach Verlängerung in Lotte), ehe mit Bayern München das Traumlos für den SVR gezogen wurde (1:2 in Osnabrück).

»Die Auslosungen in der vergangenen Saison waren optimal für uns. Na klar hoffen wir wieder auf einen attraktiven Gegner, aber es muss nicht unbedingt wieder Bayern sein. Werder Bremen ist zum Beispiel geografisch nicht weit weg, Borussia Dortmund oder der HSV sind auch tolle Namen«, sagt Teammanager René Wederz. Er verfolgt die Auslosung live im Studio mit Geschäftsführer Alexander Müller und Co-Trainer Sebastian Block.

Die vier OWL-Klubs, die 1983 in der ersten Pokalrunde antraten, waren Arminia Bielefeld (damals Erstligist), der SCP-Vorgänger TuS Schloß Neuhaus (damals Oberliga), der SC Herford (Oberliga, heute Westfalenliga) und der FC Gohfeld (Oberliga, heute als FC Löhne-Gohfeld Kreisligist).

Die Spieltermine im Überblick

1. Runde: 9. - 12. August

2. Runde: 29./30. Oktober

Achtelfinale: 4./5. Februar

Viertelfinale: 3./4. März

Halbfinale: 21./22. April

Finale: 23. Mai 2020 in Berlin

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