Warum Arminia dem SV Wehen mit Rüdiger Rehm die Daumen drückt Alle Augen auf den Ex-Trainer

Bielefeld (WB). Die Sympathien sind klar verteilt. Wenn am Freitag (18.15 Uhr) die Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der 2. Liga (FC Ingolstadt) und dem Dritten der 3. Liga (SV Wehen Wiesbaden) beginnen, drücken auch die Arminen dem SVWW die Daumen. Und das liegt nicht in erster Linie daran, dass deren Trainer früher in Bielefeld gearbeitet hat.

Von Jens Brinkmeier
Im Sommer 2016 holte Samir Arabi (links) Rüdiger Rehm zur Arminia. Inzwischen trainiert Rehm den SV Wehen Wiesbaden.
Im Sommer 2016 holte Samir Arabi (links) Rüdiger Rehm zur Arminia. Inzwischen trainiert Rehm den SV Wehen Wiesbaden. Foto: Starke

Denn Rüdiger Rehm war alles andere als erfolgreich beim DSC. Im Sommer 2016 als Nachfolger von Norbert Meier geholt, war der heute 40-Jährige schon im Oktober wieder weg. Aus zehn Zweitligaspielen holte Rehm mit dem DSC nur fünf Punkte, nach einem 0:4 bei Fortuna Düsseldorf wurde er entlassen.

Mehr TV-Gelder

Jetzt klopft der Fußballlehrer mit Wehen Wiesbaden ans Tor zur 2. Liga. Und sollte er die Duelle mit Ingolstadt am Freitag und am 28. Mai gewinnen, würde er auch Glückwünsche von Arminias Sportgeschäftsführer Samir Arabi erhalten. »Nicht nur wir fiebern mit Wehen«, sagt Arabi und verweist auf die TV-Geldtabelle der 36 Erst- und Zweitligisten. Denn würde der frühere Erstligist Ingolstadt (Platz 24 in der Fernsehgeldtabelle) absteigen, bekämen der DSC und einige weitere Zweitligisten mehr TV-Geld. Bleibt der FCI in der Liga, kassieren die Bielefelder etwa 10,7 Millionen Euro. Schafft es Wehen, fliegt Ingolstadt aus der Wertung und Arminia bekäme etwa 500.000 Euro mehr.

Das würde den Verlust kompensieren, den der DSC durch den Paderborner Aufstieg erlitten hat. Denn der SCP lag beim TV-Geld als Zweitligist deutlich hinter Arminia (Platz 28) und ist am Sonntag auf Platz 18 vorgerückt. Die Relegation um den letzten Platz in der Bundesliga spielt für die Bielefelder übrigens keine Rolle, da sowohl der VfB Stuttgart als auch Union Berlin beim Fernsehgeld sowieso vor dem DSC liegen.

»Wenn Ingolstadt als ehemaliger Erstligist runtergeht, wäre es natürlich günstiger für unseren Verein«, sagt Arminias Trainer Uwe Neuhaus. Und der 59-Jährige schickt einen scherzhaften Gruß nach Bayern hinterher: »Sollen uns die Ingolstädter die Kohle hierhin schicken, dann können sie auch in der Liga bleiben...«

Erstes Testspiel Ende Juni

Samir Arabi hat Rüdiger Rehm zuletzt im Januar im Wintertrainingslager getroffen. Unabhängig von allen Rechenspielchen ist für Arabi klar: »Er selbst, seine Mannschaft und der ganze Verein haben genug Eigenmotivation, um den Aufstieg zu schaffen.« Das bestätigt Rehm, in dem er sagt: »Jetzt wollen wir es krönen.« Für den SVWW, der seit zehn Jahren in der 3. Liga spielt, wäre der zweite Aufstieg nach 2007 tatsächlich die Krönung. Ein Punkt fehlte zum Direktaufstieg, den Osnabrück und Karlsruhe schafften.

Die Arminia-Profis genießen seit gestern ihren Urlaub. Neuhaus hat den Vorbereitungsbeginn auf den 20. Juni (Fronleichnam) gelegt, das erste Testspiel soll am 23. Juni beim Landesligisten FC Preußen Espelkamp stattfinden. Bis dahin und danach wird sich der DSC-Kader noch verändern. »Am liebsten hätte ich den Kader heute schon stehen. Aber ich habe gelernt, dass man Geduld haben muss. Es ist unheimlich viel Bewegung auf dem Markt, da muss man Ruhe bewahren können. Bevor man einen Schnellschuss macht und der nicht sitzt. Viele Patronen haben wir nicht«, sagt Neuhaus.

Ein gestandener Innenverteidiger steht weit oben auf der Liste, aber auch die Offensive soll verstärkt werden. Einige Namen werden gehandelt, darunter Maurice Trapp (Innenverteidiger) vom VfL Osnabrück, Cauly Oliveira Souza (Rechtsaußen) vom MSV Duisburg oder die beiden Magdeburger Philip Türpitz (offensives Mittelfeld) und Felix Lohkemper (Mittelstürmer) sowie Fabian Kunze (defensives Mittelfeld) vom SV Rödinghausen.

Kommentare

Aber ganz sicher.... nicht

Und hätte man gegen die Absteiger und den Relegationsteilnehmer mal ein Spiel gewonnen, ginge es vielleicht gar nicht um Ingolstadt.
Es war halt seinerzeit einer der daneben gegangenen Griffe von Arabi, hier einen Drittligatrainer in der 2.Liga zu installieren. Am Anfang einer Drei- Trainer- Saison, wir erinnern uns (un)gern.

Tolle Kandidaten, die da genannt werden. Mental immer "interessant", wenn man Leute von absteigern holt. Wie Klassenerhalt geht, wissen die im Ernstfall nämlich nur vom Hörensagen.

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