Arminia hat sich das 1:3 gegen Ingolstadt selbst zuzuschreiben – Neuhaus verteidigt das Team »Richtig sauer«

Bielefeld (WB). Lässt Arminia Bielefeld die Zweitligasaison einfach auslaufen? Manch pfeifender Zuschauer mag sich das beim 1:3 (0:1) gegen den FC Ingolstadt am Ostersonntag gedacht haben. Diesem Eindruck widersprach DSC-Trainer Uwe Neuhaus vehement. Er wollte seinen Spielern keinesfalls den Willen absprechen.

Uwe Neuhaus ist enttäuscht, während seine Spieler dem Gegner aus Ingolstadt zum verdienten Sieg gratulieren.
Uwe Neuhaus ist enttäuscht, während seine Spieler dem Gegner aus Ingolstadt zum verdienten Sieg gratulieren. Foto: Oliver Schwabe

»Der Mannschaft kann ich kämpferisch und läuferisch keinen Vorwurf machen. In der Konsequenz im Abwehrverhalten aber sicherlich. Da werden wir drüber reden«, sagte der Coach nach der Niederlage gegen ein Team, das noch ums Überleben in der 2. Liga kämpft. Dagegen ist Arminia so gut wie gerettet. Rechtsverteidiger Cedric Brunner sprach dann auch davon, dass er und seine Teamkollegen »vielleicht zu wenig bissig waren«.

Einigkeit herrschte in der Bewertung in einem anderen Punkt: Wieder einmal hatten die Bielefelder beste Chancen nicht genutzt, um das Spiel (vorzeitig) für sich zu entscheiden. Dieser Chancenwucher, auch schon eine Woche zuvor beim 1:1 auf St. Pauli zu beobachten, gepaart mit schlechter Abwehrarbeit, führte gegen Ingolstadt zur verdienten Heimpleite.

Neuhaus: »Wir müssen 2:0 führen«

»Ich bin nicht nur enttäuscht, ich bin auch richtig sauer, dass wir zum zweiten Mal hintereinander eine fantastische erste Halbzeit spielen und die Spiele nicht gewinnen, weil wir unsere Torchancen nicht nutzen. Wir müssen 2:0 führen durch Klos und Clauss«, sagte Neuhaus und verwies auf die besten Chancen seiner Elf. In der elften Minute vergab Fabian Klos eine 100-prozentige Tormöglichkeit, nicht lange danach machte es Jonathan Clauss nicht besser (18.). »Wenn er den macht, schießt er wahrscheinlich drei Stück«, sagte Ingolstadts Sonny Kittel zur vergebenen Klos-Chance.

Weil sich Clauss nach einer halben Stunde einen bösen Ballverlust leistete, der in einem Eckball der Gäste mündete, folgte die FCI-Führung. Kittel schlug die Ecke, DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno flog am Ball vorbei, und Marcel Gaus musste nur noch den Fuß hinhalten (31.). »Da sind wir im Tiefschlaf«, monierte Neuhaus, dem die Defensivleistung generell nicht passte.

Arminias Schlafmützigkeit

»Wir wollten in der zweiten Halbzeit den Druck immer mehr aufbauen. Wir waren uns einig, dass wir dabei aber defensiv gut stehen und konsequent verteidigen müssen. Das haben wir nicht gemacht, deswegen war das Spiel relativ früh entschieden«, analysierte der 59-Jährige. Beim 0:2 ließ sich zunächst Brunner von Kittel düpieren, dessen Flanke Ingolstadts Stürmer Stefan Kutschke völlig unbedrängt ins Tor köpfen konnte (48.). Wie auf St. Pauli kassierte der DSC kurz nach Wiederbeginn wegen Schlafmützigkeit ein Tor, wieder ging danach nach vorne nicht mehr viel. Das 0:3 durch Thomas Pledl (63.), nach einem bösen Fehler von Florian Hartherz, war nur noch das »Sahnehäubchen«, so Neuhaus.

Immerhin gelang den Gastgebern noch das schönste Tor des Tages, als Andreas Voglsammer einen Freistoß direkt verwandelte (89.). »Wir haben jede Menge Torchancen liegen gelassen, das müssen wir deutlich verbessern. Wir haben aber in jedem Spiel (seit seiner Amtsübernahme, Anm. d. Red.) mindestens einmal getroffen«, sagte Neuhaus und ergänzte: »Ich glaube, dass der Ansatz im hinteren Bereich liegt. Da müssen wir wieder mehr Konsequenz an den Tag legen.«

Arminia hat in nun 30 Saisonspielen 48 Gegentore kassiert. Nur zwei Mannschaften sind schlechter: Ingolstadt (51) und der Tabellenletzte, der MSV Duisburg (56). Der MSV ist am Montag der nächste Gegner. 44 geschossene Tore sind übrigens der fünftbeste Wert. »Unsere Stürmer gehören zu den besten der 2. Liga«, so Neuhaus. In Duisburg können sie es wieder unter Beweis stellen.

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Man kann es ändern

Herr Neuhaus muss sich nicht grämen. Er hat den Kader übernommen, wie er sich derzeit darstellt. Entscheidend ist nur, dass Herr Neuhaus weiß, was für die neue Spielzeit zu tun ist. Und da heißt das Zauberwort: Ausmisten !

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