DSC-Präsident glaubt an die Wende – Stadionverkauf vor Abschluss Laufer mahnt zur Ruhe

Bielefeld (WB). Hans-Jürgen Laufer ist für seine Besonnenheit bekannt. Da verwundert es nicht, dass der Präsident von Arminia Bielefeld auch in der aktuellen Krise der DSC-Profis zur Ruhe mahnt.

Von Jens Brinkmeier
Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer (rechts) mit Geschäftsführer Markus Rejek.
Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer (rechts) mit Geschäftsführer Markus Rejek. Foto: Thomas F. Starke

Sechs Pflichtspielpleiten in Folge stehen seit Sonntag, dem unglücklichen 1:2 gegen den FC St. Pauli, zu Buche. »Diese Niederlage hat mir aber nicht so weh getan, weil eine Verbesserung zu sehen war. Das stimmt mich optimistisch«, sagt der 69-Jährige im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Im Vergleich zum 0:3 im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg vier Tage zuvor habe »eine andere Mannschaft auf dem Platz gestanden. Am mangelnden Willen lag es nicht«, stellt Laufer klar.

Im Gegensatz zu Laufer sollen einige Geldgeber nicht so ruhig sein. Das Bündnis Ostwestfalen, in dem echte Schwergewichte aus der Wirtschaft vereint sind, ist nicht angetreten, um Arminia in der 3. Liga zu sehen. Die Nervosität steigt, Ingolstadt könnte zum Endspiel für Jeff Saibene werden.

»Lieber jetzt als am Saisonende«

Der seit 2013 amtierende DSC-Präsident traut aber dem Cheftrainer die Wende zu, schon am kommenden Sonntag beim FC Ingolstadt. »Ich bleibe ruhig, wir befassen uns nicht mit Szenarien für den Fall einer Niederlage. Die Mannschaft ist auf jeden Fall in der Lage, aus Ingolstadt etwas Zählbares mitzubringen«, sagt Laufer, und zur Trainerfrage erklärt er: »Wir müssen die Diskussionen im Umfeld ignorieren. Trainer und Mannschaft sind auf einem guten Weg.«

Schon vor dem Saisonstart habe er gesagt, dass diese Spielzeit schwieriger werde als die vorige. Die hatte Arminia auf Platz vier abgeschlossen. »Ich hatte darauf getippt, dass wir diese Saison am Ende Neunter werden. Es gefällt mir überhaupt nicht, immer auf die Tabelle zu gucken. So eine Phase wollte ich auch nicht erleben, aber wir müssen die Situation annehmen«, fordert Laufer. Praktisch jede Mannschaft habe in einer Saison einen Negativlauf wie ihn der DSC gerade erlebt. »Da sage ich: lieber jetzt als am Saisonende.«

Stadionverkauf Frage von Tagen

Abseits vom Sportlichen hat Hans-Jürgen Laufer aber auch positive Nachrichten zu verkünden. Montagabend konnte er bei einem Info-Abend zum Thema Stadionverkauf den Vereinsmitgliedern verraten, dass der Stadionverkauf nur noch eine Frage von Tagen ist. Das Ziel, bei der Jahreshauptversammlung am kommenden Montag alle Verträge unterschrieben zu haben, ist greifbar nahe.

»Der Termin sollte eingehalten werden können, es fehlen nur noch wenige Unterschriften«, sagt Laufer. »Einen Sekt werde ich dann aber nicht öffnen. Denn einige sind durch den Schuldenschnitt natürlich finanziell auf der Strecke geblieben.« Der Präsident ist aber glücklich, dass der Verein nun wieeder optimistisch in die Zukunft blicken kann – finanziell gesehen auf jeden Fall.

Kommentare

Trainertreue

Ich kann freemind und Pippo da nur zustimmen.
Diesen Trainer selbst im Falle einer Niederlage in Ingolstadt zu feuern wäre das
absolut falsche Signal.
Hier ist einzig und allein die Mannschaft in der Pflicht, sich aus diesem Tief wieder herauszuziehen.
In dieser Situation ist eher ein guter Psychologe als Fußballverstand gefragt. Wenn die Köpfe wieder frei sind,
wird das Team auch wieder punkten, da bin ich mir sicher und am Ende werden mindestens drei Mannschaften unter Arminia stehen.
Viel mehr allerdings nicht, befürchte ich...….

Der Fan sollte sich von der Vorstellung verabschieden, dass der Verein noch irgendetwas zu sagen hat. Wer zahlt, der bestimmt halt. Das ist auch nachvollziehbar. Die Mannschaft spielte zu Beginn der Saison an ihrem Limit. Die Abwehr ist seit zwei Jahren nicht zweitligatauglich. Hinzu kommen die permanenten Wechsel des Trainers, die haben die Mannschaft zusätzlich verunsichert. Die Mannschaft spielt um den Klassenerhalt.

Druck bringt nichts

Wenn jetzt die Geldgeber anfangen, Druck auszuüben, ist das erstmal verständlich, bringt allerdings rein gar nichts. Es verschlimmert das mentale Problem nur. Bitte liebe Wirtschaft, das ist Euer Investitionsrisiko. Macht nicht den Fehler und sucht euch einen Sündenbock. So funktioniert es nicht. Hamburg ist trotz allem abgestiegen. Köln hat eine negativ Phase. Werder Bremen und Bayern verlieren, obwohl sie Top Qualität haben. Das ist Sport. Jeff Saibene hat Herzblut und Leidenschaft für den Verein. Er ist definitiv nicht der Verantwortliche für die Ergebniskrise. Ihr würdet Euch selbst ins Bein schießen. Lasst ihn seinen Job machen, egal wie die Saison verläuft.

3. Liga

Niemand möchte Arminia in der 3. Liga sehen. Jeff ist in der Lage mit dieser Mannschaft die Klasse zu halten und am Ende auch noch Platz 9 zu erreichen. Wenn einige Sponsoren anderer Meinung sind, dann sollten sie besser die notwendigen Mittel für ein weiteres Trainergehalt in 2 sinnvolle Verstärkungen der Mannschaft investieren. Damit könnte man sicherlich für die Rückrunde mehr Erreichen. Jeff kann Arminia, Ende!

4 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6169565?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F