Die große Arminia-Rotation: Wer nutzt seine Chance? Wer muss zulegen? So sitzt der zweite DSC-Anzug

Bielefeld (WB). Die Ärmellänge passt, dafür in der Taille ein bisschen eng. Und die Hose macht leider so gar keinen Hintern. So ist das eben manchmal, wenn man etwas anprobiert. Auch der zweite Anzug der Arminen saß an der einen oder anderen Stelle schon ganz gut, hier und da sind aber noch Änderungen nötig. Das hat das Erstrunden-Pokalspiel in Stendal des deutlichen 5:0 zum Trotz gezeigt.

Von Dirk Schuster
Prince Osei Owusu (links) und Sven Schipplock fielen positiv auf, andere Reservisten taten sich deutlich schwerer.
Prince Osei Owusu (links) und Sven Schipplock fielen positiv auf, andere Reservisten taten sich deutlich schwerer. Foto: Thomas F. Starke

Im Vorfeld der Partie hatte DSC-Trainer Jeff Saibene wiederholt auf die Ausgeglichenheit seines Kaders verwiesen und geäußert, auch die Reservisten seien »allesamt potenzielle Stammspieler«. Wer in Stendal auflaufe, sei darum »gehopst wie gesprungen, wie wir in Luxemburg sagen«. Acht Umstellungen gegenüber dem Vorwochen-2:1 im Zweitligaspiel gegen Dresden nahm der 49-Jährige dann am Sonntag in der Altmark vor.

Auffällige Stürmer Owusu und Schipplock

Doch längst nicht alle, die im Pokal ihre Chance bekamen, haben sie auch genutzt. Zu den Auffälligsten zählten die Stürmer. Prince Osei Owusu (21) und Sven Schipplock (29) gelang je ein Doppelpack. »Man muss sich immer anbieten und dem Trainer zeigen, dass man will«, sagte Owusu.

Ob die Leistung der beiden genügt hat, um im Hinblick auf das nächste Punktspiel am Montag in Hamburg einen der Stamm-Stürmer (Fabian Klos, Andreas Voglsammer) zu verdrängen, erscheint allerdings unwahrscheinlich. Immerhin aber haben beide bewiesen, dass Saibene im Ernstfall auf sie zählen kann.

Weihrauch nicht in Topform

Im Mittelfeld bekamen gleich drei neue Spieler die Gelegenheit, sich zu empfehlen. Mit unterschiedlichem Erfolg. Flügelspieler Roberto Massimo (17) steigerte sich nach der Pause, überlief seine immer müder werdenden Gegenspieler ein ums andere Mal und bereitete das Tor zum 3:0 (Schipplock) vor. Dagegen blieb Max Christiansen (21) im Zentrum an der Seite des arrivierten Manuel Prietl (27) eher blass.

Patrick Weihrauch (24, linker Flügel) fiel insgesamt ab. »Patrick ist nicht in Topform. Er hat zuletzt immer mal wieder Wehwehchen gehabt, zuletzt muskuläre Probleme. Ich hoffe, dass er jetzt über einen längeren Zeitraum gesund bleibt«, sagte Saibene: »Denn er hat in der Vorsaison bewiesen, dass er sehr wichtig für uns sein kann.«

Schütz überzeugt in ungewohnter Rolle

In der Abwehr setzte der Trainer wie erwartet auf Tom Schütz (30) als Ersatz für den verletzten Rechtsverteidiger Cedric Brunner (24, Meniskusriss). Saibene bekam, was er erwartet hatte: über weite Strecken grundsolide, routinierte Defensivarbeit, gewürzt mit starken Standards und guten Flanken. Der Coach: »Toms Leistung war in Ordnung. Man musste ihm ein bisschen Zeit zugestehen, um sich auf der ungewohnten Position zurechtzufinden.«

Das sei dem 30 Jahre alten etatmäßigen Mittelfeldspieler im Laufe der Partie immer besser gelungen. »Von daher war es ein guter Test, ihn rechts hinten einzusetzen«, befand der Coach auch mit Blick auf die nächste Partie beim HSV.

Innenverteidiger Stephan Salger (28) und Torhüter Philipp Klewin (24) lieferten eine solide Partie ohne nennenswerte Ausreißer nach oben oder unten.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass diese Mannschaft in dieser Formation zuvor noch nie ein Spiel bestritten hatte, habe »man doch gesehen, dass man mit allen planen kann«, sagte Saibene. Der Luxemburger fühlte sich weitgehend bestätigt in seiner Einschätzung, über »18, 19 gleichwertige Spieler« zu verfügen.

Gleichwohl käme es einer kleinen Überraschung gleich, sollten von den acht Novizen mehr Spieler als Tom Schütz Stendal als Sprungbrett für einen Starteinsatz in Hamburg genutzt haben.

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