DFB-Pokal: Arminia-Trainer Saibene krempelt in Stendal seine Mannschaft um
»Wen wir aufstellen, ist gehopst wie gesprungen«

Bielefeld (WB). Arminia Bielefeld möchte an die großen DFB-Pokalerfolge der jüngeren Vergangenheit anknüpfen. 2017 erreichte der DSC das Viertelfinale, 2015 gar das Halbfinale. Am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gastiert der Fußball-Zweitligist zum Erstrundenspiel beim 1. FC Lok Stendal.

Sonntag, 19.08.2018, 10:43 Uhr aktualisiert: 19.08.2018, 10:46 Uhr
Jeff Saibene lässt die Reservisten ran. Max Christiansen (rechts) und Prince Osei Owusu dürften zur Startelf zählen. Foto: Thomas F. Starke

Der Fußball-Fünftligist soll auf Arminias Weg in die 2. Runde bloß nicht zum Stolperstein werden. Schließlich geht es neben den sportlichen Ehren auch um eine Menge Geld. Mit 332.000 Euro wird der Einzug in die nächste Runde vom DFB belohnt. Klar, dass sich der weiter in der Sanierungsphase befindliche Zweitligist diese Summe nicht entgehen lassen will.

Bis zu acht Wechsel

Die Elf, die Trainer Jeff Saibene im nahezu ausverkauften Stadion am Hölzchen (3040 Plätze) auf den Rasen schicken wird, hat so noch nie zusammengespielt – und wird es wahrscheinlich auch nie wieder tun.

Bis zu acht Wechsel gegenüber der Startformation beim jüngsten 2:1 im Zweitligaspiel gegen Dresden hat der Luxemburger angekündigt. »Das hört sich viel an«, räumt Saibene ein: »Aber wir können ja nicht immer von einem ausgeglichenen Kader sprechen und dann doch wieder die selben spielen lassen. Das sind alles potenzielle Stammspieler. Wen wir aufstellen, ist gehopst wie gesprungen, wie wir in Luxemburg sagen.«

Stephan Salger, Max Christiansen, Sven Schipplock , Prince Osei Owusu, Tom Schütz, Patrick Weihrauch, Roberto Massimo – »das sind alles Leute, die wir auch in den ersten Meisterschaftspartien hätten spielen lassen können«, betont Saibene.

Keine Alternative stellt Leandro Putaro dar. Der Offensivakteur hat am Freitag einen Vertrag bei Eintracht Braunschweig unterschrieben. Arminia hat den 21-Jährigen bis zum Saisonende an den Drittligisten ausgeliehen.

1020 Anhänger fahren mit

Die 1020 Anhänger, die den DSC in die Altmark begleiten und das Gästekontingent damit voll ausgeschöpft haben, erwarten aber auch ohne Putaro und ohne Stammkräfte wie Fabian Klos und den verletzten Cedric Brunner (Meniskusriss) einen glatten Sieg ihrer Elf. Saibene: »Wichtig ist, dass wir die Partie ernst nehmen. Wir bereiten uns jedenfalls so vor wie auf ein ganz normales Meisterschaftsspiel.«

Ein ganz normales Spiel ist die Partie für den 1. FC Lok Stendal ganz sicher nicht. 1995 bestritt der damalige Regionalligist seine bisher letzte DFB-Pokalbegegnung. Seinerzeit unterlag der Außenseiter dem Bundesligisten Bayer Leverkusen nach Elfmeterschießen.

Wir wollen versuchen, lange ohne Gegentreffer auszukommen und durchaus auch Nadelstiche setzen

Lok-Coach Sven Körner

»Als Trainer möchte ich mit meiner Mannschaft so auftreten, dass wir unseren Verein, die Stadt und die Region ehrenvoll vertreten«, erklärt Lok-Coach Sven Körner. Natürlich sei Bielefeld der große Favorit, »aber wir wollen versuchen, lange ohne Gegentreffer auszukommen und durchaus auch Nadelstiche setzen«.

Eine halbe Stunde eher als üblich kommen die Stendaler vor der Partie zusammen. Körner: »Dann folgt die Besprechung und anschließend verschwinden alle praktisch in ihrem eigenen Tunnel.«

Der Underdog sieht in dieser Partie die Chance seines Lebens

Arminia-Angreifer Sven Schipplock

Arminia-Angreifer Sven Schipplock, der sich mit seinen ehemaligen Klubs 1899 Hoffenheim und Hamburger SV in den vergangenen sieben Jahren gleich drei Mal in der ersten Runde bei unterklassigen Teams blamierte, warnt: »Der Underdog sieht in dieser Partie die Chance seines Lebens.« Ein Ausscheiden sei aber nur dann möglich, wenn der Favorit »mit dem Kopf nicht bei der Sache ist«.

Darum lautet Schipplocks Empfehlung: »Auch wenn es nur ein Oberligist ist, müssen wir von Anfang an konzentriert sein und eine komplette Leistung abrufen.«

Denn wenn der Schlendrian direkt mit aufläuft, »dann kriegst du im Spiel den Schalter oft nicht mehr umgelegt«, weiß der 29-Jähruige aus leidvoller Erfahrung.

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