Armine Brunner spricht über seine Zürich-Zeit und die Dick-Nachfolge – mit Video Vom Deppen zum Helden in vier Tagen

Kaprun (WB). Abgestiegen, als Zweitligist im Europapokal gespielt, direkt wieder aufgestiegen und zum Abschluss noch mal den Pokal gewonnen: Arminia Bielefelds neuer Rechtsverteidiger Cédric Brunner hat in den vergangenen Jahren beim FC Zürich einiges erlebt.

Von Jens Brinkmeier
Cédric Brunner übernimmt die Position des rechten Verteidigers.
Cédric Brunner übernimmt die Position des rechten Verteidigers. Foto: Thomas F. Starke

»Das war eine Achterbahnfahrt«, erinnert sich der 24-Jährige, der beim DSC bereits  im April einen Vertrag bis 30. Juni 2020 unterschrieben hat. Als Zwölfjähriger wechselte Brunner von seinem kleinen Heimatklub FC Maur zum großen Traditionsverein FC Zürich.

Mit 20 erfüllte sich der Traum von Einsätzen in der obersten Schweizer Liga, der Super League. Bis zum Ende der abgelaufenen Saison kam er auf mehr als 100 Pflichtspiele für den FCZ. Sogar in der Europa League lief Brunner sechs Mal auf – als Zweitligaspieler.

»In meinem ersten Jahr als Stammspieler sind wir abgestiegen. Eine Woche später haben wir den Pokal gewonnen. Das konnten wir aber nicht feiern, weil der Abstieg für den Klub eine kleine Katastrophe bedeutete. Durch den Pokalsieg hatten wir uns für Europa qualifiziert«, erklärt Brunner während des Gesprächs  im Trainingslager in Österreich.

Siegtreffer in der Nachspielzeit

Den Betriebsunfall Abstieg korrigierten Brunner und Kollegen sofort. »Wir sind relativ souverän wieder aufgestiegen. Mir, und auch dem Verein, hat die Erfahrung gut getan«, meint der Defensivspieler.

Der Aufstieg durfte dann auch gefeiert werden. Ebenso wie der zweite Pokalsieg in diesem Jahr, mit dem sich Brunner aus Zürich verabschiedete. Und er hatte auch einen nicht geringen Anteil an diesem Erfolg.

Denn im Pokal-Halbfinale gegen Lokalrivale Grasshopper Zürich gelang ihm in der Nachspielzeit der 2:1-Siegtreffer. »Viele Tore habe ich bisher nicht geschossen, deshalb war das natürlich ein unglaublicher Moment. Vor allem, weil ich im Ligaderby ein paar Tage vorher mit meiner ersten Gelb-Roten Karte überhaupt vom Platz geflogen war«, erinnert sich Brunner.

»Ich wurde in vier Tagen vom Deppen zum Helden.« Im Finale schlug der FCZ die Young Boys Bern 2:1. 

Direkte Duelle zwischen Trainer Saibene und Spieler Brunner

Arminias Jeff Saibene kannte Cédric Brunner natürlich schon lange. Schließlich hat der Trainer vor seinem Engagement in Bielefeld viele Jahre in der Schweiz gearbeitet. Es gab auch direkte Duelle zwischen dem Trainer Saibene und dem Spieler Brunner.

»Natürlich war Jeff Saibene ein Hauptgrund für mich, zur Arminia zu kommen. Er hat mir auch klar gemacht, wo die Unterschiede zwischen dem Fußball in der Schweiz und in Deutschland liegen«, sagt Brunner, der schon früher immer samstags die Sportschau geguckt hat.

Beim DSC tritt er die Nachfolge von Florian Dick an. »Das ist natürlich ein schweres Erbe. Ich möchte Stammspieler werden und der Mannschaft helfen, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen«, sagt der Neuzugang, der sich besonders auf gut gefüllte Zweitligastadien freut. »So große Stadien wie in Hamburg oder Köln gibt es in der Schweiz nicht, das wird eine tolle Erfahrung.«

Eine schöne Erfahrung war für Brunner auch, dass er und seine Freundin Sophie vom neuen Mannschaftskollegen Brian Behrendt zum Grillen eingeladen wurden. »Das fand ich cool. Ich hatte im Vorfeld schon viel über den Charakter in der Mannschaft gehört, und es fiel mir wirklich leicht, mich zu integrieren.«

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