Regionalliga: Topfavorit mit Uerdingen – »Drücke Arminia immer die Daumen« Krämer will zurück in die 3. Liga

Bielefeld/Rödinghausen (WB). In der 3. Fußballliga, da kennt Stefan Krämer sich aus. 179 Mal stand der 51-Jährige dort als Trainer an der Seitenlinie. Seit genau zwei Wochen ist der frühere Arminia-Trainer nun in der Regionalliga tätig. Doch das soll nicht lange so bleiben. Das klare Ziel seines neuen Klubs KFC Uerdingen ist der Aufstieg. »Wenn nicht in dieser Saison, dann spätestens in der nächsten«, sagt Krämer im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Von Jens Brinkmeier
Die Ex-Arminen Christian Müller und Trainer Stefan Krämer arbeiten jetzt in Uerdingen wieder zusammen.
Die Ex-Arminen Christian Müller und Trainer Stefan Krämer arbeiten jetzt in Uerdingen wieder zusammen. Foto: Thomas F. Starke

Der frühere Erstligist Uerdingen ist Tabellenführer der Regionalliga West. Gestern Abend gab es einen lockeren 3:0 (2:0)-Erfolg beim SV Rödinghausen.

Ziel: Die zweite Liga

Krämer hat das Amt von Michael Wiesinger übernommen, der gehen musste, als er mit dem Aufsteiger auf Platz zwei lag. Da half dem Ex-Nürnberg-Trainer auch die starke Hinrunde (36 Punkte aus 17 Spielen) nicht mehr. Geldgeber und KFC-Präsident Mikhail Ponomarev fackelt da nicht lange. Das Ziel des Russen – seit Juni 2016 in Krefeld – ist sogar die 2. Liga.

Der Kader ist in Teilen fast zweitligareif. »Wir sind sicher kein normaler Aufsteiger«, bestätigt Krämer, der beim KFC seinen früheren Arminia-Spieler Christian Müller (34) wieder getroffen hat. Weitere klangvolle Namen sind Maximilian Beister (27, früher u.a. HSV und Düsseldorf), Charles Takyi (33, u.a. St. Pauli und Greuther Fürth), Kai Schwertfeger (29, Zweitligaaufstiege mit Düsseldorf und Karlsruhe) oder auch Christopher Schorch (29), der zwei Jahre bei Real Madrid unter Vertrag stand. Der Verteidiger kam dort aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz.

Sorge um Aufstiegsregelung

»Natürlich gibt es eine hohe Erwartungshaltung von der Vereinsspitze und im Umfeld. Aber der Druck ist mir total egal«, sagt Stefan Krämer. Dem Trainer macht eher die Aufstiegsregelung sorgen. Denn selbst wenn er seine neue Mannschaft, bei der er mit einem 7:0 gegen Rhynern gestartet war, zur Meisterschaft führt – aufgestiegen ist der KFC dann noch lange nicht. Aus den fünf Regionalligen werden in Playoffs mit Hin- und Rückspiel drei Aufsteiger ermittelt. »Ein schlechter Tag, eine Fehlentscheidung – und die ganze Saison ist kaputt. Das ist Wahnsinn. Für mich ist ganz klar, dass jeder Meister aufsteigen sollte«, sagt Krämer, der sich in seiner Arminia-Zeit ein DSC-Tattoo auf die Brust stechen ließ.

Den Werdegang seines Ex-Klubs hat er seit seiner Entlassung im Februar 2014 immer verfolgt. »Ich habe noch zu vielen beim DSC Kontakt. Sie spielen in dieser Saison eine gute Rolle, und ich drücke immer die Daumen. Dass es kein Mittelfeld gibt, ist Chance und Risiko zugleich. Aber für unten sind sie zu stabil«, ist Krämer sicher. »Ich traue den Jungs am Sonntag einen Sieg gegen Kiel zu. Dann ist nach oben alles möglich, und das wäre doch geil.«

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