Arminias Trainer Saibene ist froh: »Wir können super wechseln« Die neue Qualität von der Bank

Fürth/Bielefeld (WB). Nur ein paar Zentimeter fehlen Andraz Sporar am Sonntag, um auch in seinem zweiten Zweitligaspiel für Arminia Bielefeld zu treffen. Aber auch so reicht es für den DSC bei der SpVgg Greuther Fürth zum 2:1-Sieg. Wie schon beim Auftakt gegen Jahn Regensburg (2:1) auch dank der Einwechselspieler.

Von Jens Brinkmeier
Da hätte der Joker fast wieder zugestochen: Andraz Sporar verfehlt nach toller Ballannahme per Volleyschuss das Tor nur knapp.
Da hätte der Joker fast wieder zugestochen: Andraz Sporar verfehlt nach toller Ballannahme per Volleyschuss das Tor nur knapp. Foto: Starke

Drei Neuzugänge werden eingewechselt

Alle drei Profis, die Trainer Jeff Saibene in Fürth einwechselt, sind Neuzugänge. Erst kommt Sporar für Andreas Voglsammer (72. Minute), fünf Minuten später Patrick Weihrauch für Christoph Hemlein und dann noch Nils Quaschner für Fabian Klos (82.). Sporar hatte gegen Regensburg in der 90. Minute den Siegtreffer erzielt .

Noch ein Linksverteidiger?

Arminia ist weiter auf der Suche nach einem Linksverteidiger. »Wir schauen uns um und prüfen einige Optionen. Aber im Moment gilt, wie bereits kommuniziert: Aufgrund unserer wirtschaftlichen Situation können wir einen neuen Spieler nur holen, wenn uns vorher ein aktueller verlässt«, sagt DSC-Sportchef Samir Arabi. Oder hilft der DFB-Pokal? Ein Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 18.30 Uhr) würde mehr als 300.000 Euro an DFB-Prämie in die knappe Klubkasse spülen. »Das heißt aber nicht, dass wir am Montag einen neuen Spieler vorstellen, falls wir am Samstag gewinnen«, stellt Arabi klar, der zudem festhält: »Wir sind mit dem Kader zufrieden.« Dennoch ist Florian Hartherz der einzige gelernte Linksverteidiger. Das Transferfenster ist bis 31. August geöffnet.

»Wir können super wechseln«, freut sich Saibene über die neue Qualität von der Bank. Und DSC-Sportchef Samir Arabi verweist darauf, dass darauf das Augenmerk bei den sechs externen Verpflichtungen gelegen habe: »Dass wir von der Bank Qualität nachlegen können, weil in dieser engen 2. Liga mit der absoluten Leistungsdichte die Spiele oft am Ende entschieden werden.«

Die bisherigen Resultate unterstreichen Arabis These. Nur drei der ersten 16 Zweitligaspiele dieser Saison endeten mit zwei oder mehr Toren Differenz. In allen anderen Partien, die nicht unentschieden endeten (9), schoss der Sieger nur ein Tor mehr als der Verlierer.

Ausgeglichene Liga, ausgeglichener Kader

So ausgeglichen wie die Liga, so sieht Saibene auch seinen Kader. In Fürth hatte er in der Innenverteidigung Stephan Salger durch Brian Behrendt ersetzt. »Keiner hat verdient, immer auf der Bank zu sitzen. So hält man alle bei Laune«, sagt der Coach, dem der Erfolg recht gibt.

Seit seinem Amtsantritt am 20. März hat Arminia nur eines von elf Ligaspielen verloren: Am 17. April zuhause mit 2:3 gegen den späteren Zweitligameister VfB Stuttgart – durch ein Gegentor in der 89. Minute.

Auf fremden Plätzen ist der Luxemburger mit dem DSC auch nach sechs Partien noch ungeschlagen. »Das Ziel ist es, auswärts so aufzutreten wie zuhause. Das waren vor dem Spiel in Fürth meine ersten Worte an die Mannschaft«, verrät Saibene. Der Trainer will eine mutige Spielweise sehen. »So kann es weitergehen, aber wir halten den Ball flach. Wir wissen, wie die letzte Saison war«, tritt Mittelfeldspieler Konstantin Kerschbaumer kräftig auf die Euphoriebremse.

»Sechs Punkte aus zwei Spielen, besser geht’s kaum. Ich verfalle deswegen sicher nicht in Depressionen, aber auch nicht in Euphorie«, sagt der als Realist bekannte Arabi. Für ihn ist es wichtig zu sehen, dass »die Mannschaft versucht, Dinge umzusetzen und sich immer weiterentwickeln will.

Samstag im Pokal gegen Düsseldorf

In Fürth wurden schon einige Sachen besser gemacht als gegen Regensburg. Das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. Samstag, im Pokal gegen Fortuna Düsseldorf , wollen wir daran anknüpfen«, ergänzt der Sportchef und hofft auf eine »volle Schüco-Arena. Mit zwei Siegen im Rücken gehen wir positiv in diese Pokalpartie.«

Arminias Pokalgegner muss für unbestimmte Zeit auf Neuzugang Havard Nielsen verzichten. Der 24 Jahre alte Stürmer erlitt in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue einen kleinen Faserriss im Hüftbeuger. Nielsen, der im Sommer vom Bundesligisten SC Freiburg nach Düsseldorf kam, stand deshalb beim 2:0-Sieg schon nicht im Kader.

Kommentare

Stimmt!

Erst einmal vielen Dank den Lesern, für die Hinweise, wo man Arminia im Free-TV noch sehen kann!
Nebenbei sei bemerkt, dass der Sieg in Fürth m.E. auch ein bisschen dadurch begünstigt wurde, dass den Fürthern doch einige wichtige Spieler fehlten.
Unverhofft kommt oft: Ich kenne einen intelligenten User, der der ges. Mannschaft letztes Jahr mindestens 4 x die Ligatauglichkeit abgesprochen hat. Ich selbst habe das mind. Auch 2 x getan. Heute aber hat Börner einen Marktwert von 1,2 Mio. der von Staude explodiert vermutl. gerade, ebenso – nicht zu vergessen – vermutlich der von Saibene. Auch dem jungen Weigelt traue ich eine gute Zukunft zu.
Die Augen offen halten (dort sind wir m.E. etwas dünn besetzt) würde ich nach wie vor eher nach einem richtig guten IVer (aber nur wenn er wirklich eine Verbesserung darstellen würde). So könnte man m.E. 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn Salger sehe ich nach wie vor durchaus als Backup für Hartherz.
Der Vorverkauf für das Pokalsiel gegen Düsseldorf reist mich bisher nicht vom Hocker. Es gibt sogar noch viele Stehplatzkarten. Hoffe, dass da bis Samstag Abend noch ordentlich was geht…

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