Vorwurf des versuchten Totschlags – Angriff nach Heimspiel gegen Düsseldorf Bluttat: Prozess gegen DSC-Fan

Bielefeld (WB/hz). Ein DSC-Fan (32) soll sich des versuchten Totschlags an einem anderen Arminia-Anhänger schuldig gemacht haben. Der Prozess gegen den 32-jährigen Bielefelder beginnt in vier Wochen.

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Symbolbild. Foto: dpa

Fußball-Staatsanwalt Moritz Kutkuhn hat den mutmaßlichen DSC-Hooligan vor dem Schwurgericht Bielefeld angeklagt. Der Strafverfolger wirft dem 32-Jährigen vor, nach der torlosen Zweitligapartie Arminia gegen Fortuna Düsseldorf am 2. April 2016 einen DSC-Anhänger brutal angegriffen zu haben.

Bei der Tat auf der Rolandstraße nahe des Stadions soll der Angeklagte das Opfer, das einen Streit unter DSC-Fans schlichten wollte, erst mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt haben.

Anlass für Gewaltausbruch soll nichtig gewesen sein

Dann soll der 32-Jährige »dem auf dem Boden Liegenden mit Anlauf und voller Wucht mit einem Fuß gegen den Kopf getreten haben. Dabei soll er den Tod des Geschädigten in Kauf genommen haben«, fasst Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg den Vorwurf des versuchten Totschlags zusammen. Das Gewaltopfer sei mit einem Schleudertrauma, Prellungen im Gesicht sowie einer für Schädelverletzungen typischen Prellmarke stationär im Krankenhaus behandelt worden.

Der Anlass für den Gewaltausbruch, den Staatsanwalt Kutkuhn dem 32-Jährigen vorwirft, soll nichtig gewesen sein. Die Freundin des Bielefelders trat beim Rückweg vom Fußballstadion offenbar einem Begleiter des Gewaltopfers versehentlich in die Hacken. Der Getretene drehte sich um, es kam zum Wortgefecht mit der jungen Frau. Daraufhin mischte sich der Angeklagte ein und bedrohte den Mann. Das Gewaltopfer stellte sich zwischen die beiden DSC-Anhänger, um sie zu beruhigen und zu trennen.

32-Jähriger wird als äußerst aggressiv beschrieben

Zeugen der Tat beschrieben den 32-Jährigen als äußerst aggressiv. Wegen seiner kräftigen Statur hätten sich andere DSC-Fans nicht getraut, aktiv gegen den mutmaßlichen Gewalttäter vorzugehen. Staatsanwalt Kutkuhn geht davon aus, dass das nach dem Fußtritt reglos auf dem Boden liegende Opfer sein Leben einer Frau und einem Mann zu verdanken hat. Die Augenzeugen sollen sich vor den Angreifer gestellt und weitere Fußtritte verhindert haben. Der 32-Jährige flüchtete vom Tatort, wurde aber wenig später von Polizisten vorläufig festgenommen.

Dr. Detlev Binder, der Verteidiger des angeklagten Bielefelders, weist die Vorwürfe des Staatsanwaltes zurück. »Mein Mandant hat nicht mit Tötungsabsicht gehandelt«, sagt der Rechtsanwalt. Der 32-Jährige habe ausgesagt, dass vielmehr er vom Gewaltopfer angegriffen worden sei und sich gegen den Mann gewehrt habe.

Der auf drei Tage angesetzte Prozess beginnt am 28. Juni. Das Urteil soll am 20. Juli fallen.

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