Abstiegsfinale, Teil II: Für den DSC war Dresden zuletzt ein gutes Pflaster Macht Arminia es noch einmal?

Bielefeld/Dresden (WB). Finale, Teil II: Nach dem 6:0 am vergangenen Sonntag gegen Eintracht Braunschweig  möchte sich der DSC Arminia Bielefeld mit einem Sieg an diesem Sonntag in Dresden (15.30 Uhr) eine weitere Saison in der 2. Fußball-Bundesliga sichern.

Von Dirk Schuster
Im Oktober in Dresden: Torschütze Christoph Hemlein.
Im Oktober in Dresden: Torschütze Christoph Hemlein. Foto: Thomas F. Starke

Schon ein Mal, im Oktober 2016, gastierten die Ostwestfalen in der laufenden Spielzeit im DVV-Stadion und  trugen in einem wichtigen Spiel einen Sieg davon. Damals war es die zweite Runde im DFB-Pokalwettbewerb, der Schütze des einzigen Treffers der Partie war Christoph Hemlein. »Es wäre schön, wenn das noch mal gelingen würde. Aber letztlich ist es völlig egal, wer trifft – von mir aus auch gerne unser Torwart Wolfgang Hesl in der 90. Minute. Hauptsache, wir gehen als Sieger vom Platz«, sagt der Flügelspieler.

Hemlein hatte unter der Woche aufgrund von Adduktorenproblemen im Training etwas kürzer treten müssen. Am Freitag gab er Entwarnung: »Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich bin fit.«

»Ein bisschen Rückenwind«

Drei eigene Treffer und sechs Torvorlagen sind Hemlein in der laufenden Spielzeit gelungen.  Zuletzt legte er Reinhold Yabo beim 6:0 gegen Braunschweig das 3:0 auf. »Wir haben ein bisschen Rückenwind. Aber wir fangen vor diesem nächsten Endspiel wieder bei Null an«, betont Hemlein.

Damit am Ende der Partie nur noch bei Dynamo die Null steht, müsse der DSC heute »kratzen und beißen«. Und auch wenn die Ostwestfalen sich auf den Lorbeeren vom Braunschweig-Spiel nicht ausruhen können – »für den Kopf war es wichtig zu sehen: Es geht auch anders«, meint Hemlein und spielt auf die späten Gegentreffer bei den vorherigen Unentschieden gegen Greuther Fürth und in Bochum (jeweils 1:1) an. Doch auf einmal stehe man da, »wo wir lange nicht standen«, sagt Hemlein: über dem Strich.

Im DVV-Stadion werden an diesem Sonntag knapp 30.000 Zuschauer (darunter 2200 Gästefans) erwartet. Dresden ist ein heißes Pflaster. Hemlein ist das bewusst. Aber »von solchen Spielen träumt man«, sagt der 26-Jährige. Zudem liege es an den Arminen, dafür zu sorgen, dass die Stimmung irgendwann kippt.

Und ob die Dynamos drei Jahre nach ihrem erinnerungswürdigen 2:3 am letzten Spieltag gegen Bielefeld und dem daraus resultierenden Abstieg in die 3. Liga nun eine Rechnung offen haben, »muss uns egal sein«, fordert Hemlein.

Klassenerhalt »mehr als Pflicht«

Worum es einzig und allein gehe, sei, »diese Katastrophensaison zu einem guten Ende zu bringen. Wenn gleich zwei Trainer (Rüdiger Rehm und Jürgen Kramny) in einer Spielzeit verschlissen werden, wissen auch wir Spieler, dass wir eine Mitschuld tragen.« Gleichwohl dürfe der DSC selbstverständlich ordentlich feiern, sollte an diesem Sonntag der Klassenerhalt feststehen. Laut Hemlein wäre das sogar »mehr als Pflicht. Denn die Rettung wäre für mich mindestens genau so viel wert wie der Aufstieg 2015.« Eine Saison mit sehr vielen Tiefen und wenigen Höhen schweiße zusätzlich zusammen. Hemlein: »Im Leben geht es nicht immer nur bergauf.«

Während der gebürtige Heidelberger (seit 2014 beim DSC) seinen Startplatz sicher hat, liefern sich Stephan Salger und der nach einer Gelbsperre wieder einsatzbereite Brian Behrendt ein enges Rennen um den Platz neben Julian Börner in der Innenverteidigung. Da Salger gegen Braunschweig eine Topleistung bot, dürfte er die Nase vorn haben. Zudem wird Michael Görlitz hinten rechts den gesperrten Florian Dick ersetzen (5. Gelbe Karte).

So könnte Arminia spielen Hesl - Görlitz, Börner, Salger, Hartherz - Hemlein, Schütz, Prietl, Staude - Yabo, Voglsammer

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