Suche nach dem Bus-Schützen – Radarfallen kontrolliert – Erhöhte Sicherheit im Stadion Täter-Motorrad mit BI-Kennzeichen?

Bielefeld (WB). Nach den Schüssen auf den Mannschaftsbus von Hertha BSC hat die Polizei noch keine Spur vom Täter. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um den Berliner Bundesligisten wurden am Montag beim Pokalspiel in Bielefeld enorm verstärkt.

Von Sebastian Bauer und Bernd Bexte
Ankunft am Stadion: Polizei eskortiert den Hertha-Bus.
Ankunft am Stadion: Polizei eskortiert den Hertha-Bus. Foto: Thomas F. Starke

Die Bielefelder Polizei gründete eine sechsköpfige Ermittlungskommission »Hertha«. »Es gibt Zeugenhinweise, die nun ausgewertet werden«, sagte Sprecher Achim Ridder von der Bielefelder Polizei. Außerdem werden die Radarfallen rund um den Tatort an der Brockhagener Straße in Bielefeld kontrolliert, in der Hoffnung, dass der Täter bei seiner Flucht geblitzt worden ist.

»Wir untersuchen alles und ermitteln in alle Richtungen«, bestätigte Ridder. Ein Ansatz der Untersuchungen sei, dass es sich um einen gezielten Angriff auf den Hertha-Bus gehandelt haben könnte. Herthas Manager Michael Preetz sagte, dass der Busfahrer ein Bielefelder Kennzeichen am Motorrad des Täters erkannt haben will.

Angaben zur Tatwaffe wollte Ridder »aus ermittlungstaktischen Gründen« nicht machen. Das Projektil, das am Sonntag gegen 17 Uhr von dem unbekannten Motorradfahrer mit einer Handfeuerwaffe auf die Frontscheibe des Busses abgefeuert wurde, sei noch nicht gefunden worden.

Nach dem Angriff – der Motorradfahrer hatte zunächst ein Wendemanöver in einem Kreisverkehr gemacht, war auf den Bus zugerast und schoss dann – steuerte der Fahrer der Berliner den Bus am Sonntagabend zum Bielefelder Hauptbahnhof. Dort holte er die Mannschaft ab und brachte sie ins Teamhotel Klosterpforte in Harsewinkel-Marienfeld. »Er hat schon einige brenzlige Situationen und Unfälle überstanden. Aber er hat noch nie zuvor in den Lauf einer Pistole geguckt«, sagte Preetz über Busfahrer Stephan Behrendt (55).

Gestern Mittag wurde die von dem Schuss beschädigte Scheibe des Busses in einer Werkstatt ausgetauscht. Die Polizei stellte die alte Frontscheibe für ihre Ermittlungen sicher. Dass die Kugel die Scheibe nicht durchschlug, lag wohl auch an der Ausstattung des Gefährts. Wie Hersteller Daimler erklärte, seien die Busscheiben aus Verbundsicherheitsglas. Dieses Glas ist mit speziellen Folien beschichtet, so dass es nicht splittert, sondern nur Risse bildet.

Um die Sicherheit der Berliner zu gewährleisten, wurde der Bus am Montag von einer Polizeieskorte (zwei Motorräder, zwei Pkw) zum Stadion begleitet. Auch Arminia verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen und beorderte mehr Ordner als üblich zur Alm. Kurz vor dem Stadion schützten zahlreiche Ordner den Bus gemeinsam mit der Polizei, bis er den Spielereingang in der Arena erreicht hatte. Zudem wurde Sicherheitspersonal für die Mannschaftskabine der Berliner abgestellt. Um 16 Uhr gab es zudem eine zusätzliche Sicherheitsbesprechung mit der Polizei.

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