Hertha-Manager hofft, dass sein Team nicht schon wieder in Bielefeld aus dem DFB-Pokal fliegt Preetz: »Wir kommen mit großem Respekt«

Bielefeld (WB). Auf dieses Wiedersehen hätte Hertha BSC vermutlich gerne verzichtet. Der Berliner Erstligist muss am Montag ab 18.30 Uhr im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld antreten, wo es im Vorjahr eine Niederlage setzte . Vor dem erneuten Duell erinnert sich Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz an das damalige Aus und spricht über die Berliner Ziele, harte Kritik und DSC-Stürmer Fabian Klos.

Von Sebastian Bauer und Jens Brinkmeier
Skeptischer Blick: Michael Preetz möchte mit der Hertha bei der Arminia kein Déja-vu erleben.
Skeptischer Blick: Michael Preetz möchte mit der Hertha bei der Arminia kein Déja-vu erleben. Foto: dpa

Herr Preetz, bekommen Sie bei der Erinnerung an den 28. Oktober 2014 immer noch schlechte Laune?

Michael Preetz: (lacht) Dass wir das nicht in positiver Erinnerung haben, wird wahrscheinlich auch jeder Arminia-Fan verstehen, keine Frage. Wir kommen auf jeden Fall am Montag mit großem Respekt auf die Alm.

Warum ist Hertha damals in Bielefeld ausgeschieden?

Preetz: Am Ende ist es so, dass wir es in 120 Minuten nicht geschafft haben, unsere Überlegenheit in Tore umzumünzen. Im Elfmeterschießen hatte die Arminia die besseren Nerven. Auf diese Formel kann man es bringen. Wie schwer es bei Arminia ist, hat danach ja auch noch der eine oder andere Bundesligist erfahren.

Warum passiert Ihrer Mannschaft das am Montag nicht noch einmal, welche Lehren haben Sie gezogen? Arminias Trainer Norbert Meier sagt, dass es ein komplett neues Spiel sei und die Vergangenheit kaum eine Rolle spiele. Wie sehen Sie das?

Preetz: Natürlich ist es ein neues Spiel, und es ist ja auch nicht immer so leicht mit dem Lehren  ziehen. Denn auf der anderen Seite stehen elf Mann, die ein anderes Ziel haben als wir. Es ist ein Pokalspiel in der ersten Runde, Arminia hat schon zwei Pflichtspiele absolviert und ist als Aufsteiger mit zwei torlosen Unentschieden gestartet. Unsere Mannschaft steht vor dem ersten Pflichtspiel. Wir wissen nur eins: Nach 90 oder 120 Minuten oder dem Elfmeterschießen wird es einen Gewinner geben. Gleichermaßen werden beide Mannschaften  vor dem Spiel für sich reklamieren, dass sie gewinnen wollen. Aber schaffen müssen wir es dann auf dem Platz.

Hat Bielefeld denn einen Vorteil dadurch, bereits zwei Pflichtspiele bestritten zu haben  und Ihr Team noch keins, oder sind beide noch gleichermaßen  in der Findungsphase?

Preetz: Dass die Findungsphase auch in Bielefeld noch nicht abgeschlossen ist, trotz der ersten beiden Spiele, das würde ich schon sagen. Aber natürlich ist es so, dass sie schon zweimal unter Wettkampfbedingungen gespielt haben. Das müssen wir am Montagabend versuchen auszugleichen.

Wie schätzen Sie Arminia insgesamt ein? Welche Rolle trauen Sie der Mannschaft in der 2. Liga zu?

Preetz: Ich finde, dass die Arminia eine sehr routinierte Mannschaft hat, und ich glaube, dass sie Spieler in ihren Reihen hat, die auch in der 2. Bundesliga den Unterschied ausmachen können. Insofern bin ich davon überzeugt, dass die Arminia in der 2. Liga eine sorgenfreie Saison erleben wird.

Ihr Präsident Werner Gegenbauer hat  gesagt, dass Platz 10 bis 16 die Möglichkeiten der Hertha realistisch widerspiegelt. Denken Sie, dass Ihr Klub auf absehbare Zeit weiter oben mitspielen kann?

Preetz: Natürlich sind wir alle Sportler und streben nach dem, was höchstmöglich ist. Die Bundesliga, auch das muss man sagen, hält auch jedes Jahr die eine oder andere positive Überraschung bereit von Mannschaften, die in der Lage sind, am oberen Limit ihrer Möglichkeiten zu spielen und dann so zu überraschen, dass sie wie beispielsweise der FC Augsburg in der letzten Saison in den internationalen Wettbewerb einziehen. Die Frage allerdings wird sein, inwieweit so etwas langfristig möglich ist. Wir bei Hertha versuchen, uns im ersten Schritt in der Bundesliga zu etablieren. Und dazu hilft natürlich jedes Jahr, das wir hintereinander in der 1. Liga spielen. Wir wissen, dass wir daran arbeiten müssen, unsere Rahmenbedingungen derart zu verbessern, dass wir auf lange Sicht in der Lage sind, den Anschluss an die oberen Tabellenregionen zu schaffen.

Befürchten Sie, dass bei einem erneuten Ausscheiden in Bielefeld bereits vor dem ersten Ligaspieltag Feuer unterm Hertha-Dach ist und Ihre Person wie so oft als Hauptschuldiger ausgemacht wird?

Preetz: Soweit will ich jetzt nicht gehen mit dem Vorausblicken. Im ersten Schritt freuen wir uns jetzt, dass eine lange Vorbereitung zu Ende geht und dass es am Montagabend wieder rund geht. Natürlich wissen wir aber, dass dieses erste Pokalspiel allein aufgrund der Tatsache, dass wir gleich zu einem ambitionierten Zweitligisten reisen müssen, natürlich einen besonderen Zündstoff bietet – gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir letztes Jahr auf der Alm ausgeschieden sind. Aber wir kommen sicher nach Bielefeld, um es dieses Mal besser zu machen.

Arminia hat in der Liga noch kein Tor erzielt, bei Ihrer Mannschaft  lief es in der Vorbereitung dahingehend auch nicht gerade rund. Können Sie als ehemaliger Stürmer Tipps geben?

Preetz: Wenn ich eben darüber gesprochen habe, dass die Arminia Spieler in ihren Reihen hat, die den Unterschied ausmachen, dann denke ich gerade an einen, der in vorderster Front spielt und in den ersten beiden Spielen auch noch nicht getroffen hat. Da mache ich mir keine Sorgen, denn Fabian Klos ist ein herausragender Stürmer, gerade auch für diese Liga, und brandgefährlich. Einen solchen Spieler haben nicht viele Vereine in der 2. Liga in ihren Reihen. Und bei uns muss man sagen, dass die Pflichtspielsaison noch nicht einmal begonnen hat. Man sollte den Jungs schon noch ein bisschen Zeit lassen, richtig in die Saison zu starten.

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