Trainer-Legende im Alter von 80 Jahren gestorben Brinkmann trauert um Rolf Schafstall

Bochum (WB/dpa). Der Mann, dem Ex-Arminia-Profi Ansgar Brinkmann seinen Spitznamen »weißer Brasilianer« zu verdanken hat, ist am Dienstag im Alter von 80 Jahren gestorben.

Er war der Innenbegriff des Feuerwehrmannes: Trainer-Legende Rolf Schafstall ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
Er war der Innenbegriff des Feuerwehrmannes: Trainer-Legende Rolf Schafstall ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Foto: dpa

Der gebürtige Duisburger hat nie in der Fußball-Bundesliga gespielt und dennoch legte er an der Seitenlinie eine erfolgreiche Karriere als Trainer hin. Dabei galt er als »Feuerwehrmann« und »harter Hund«, aber auch als einer, der scheinbar unlösbare Aufgaben wie einen schwierigen Klassenverbleib noch bewältigen konnte.

»Der VfL Bochum 1848 trauert um eine seiner prägenden Persönlichkeiten« - so würdigte sein langjähriger Club seinen ehemaligen Coach, der den Revierverein mehrmals betreute: von 1982 bis 1986 und danach zweimal (1991 und 2001) interimsweise.

Die einzigen Spieler-Stationen des früheren Verteidigers und gelernten Elektrikers waren Hamborn 07 und der SSV Reutlingen, ehe er von 1975 bis 2001 insgesamt 14 Clubs trainierte, darunter den MSV Duisburg zwei- und Bochum dreimal. Die Zebras führte Schafstall zwar 1979 sensationell in das Halbfinale des UEFA-Cups, doch die meiste Zeit kämpfte er mit seinen Mannschaften gegen den Abstieg.

Wie Brinkmann zum weißen Brasilianer wurde

In Duisburg soll er Ansgar Brinkmann seinen populären Spitznamen gegeben haben. 1989 habe Schafstall bei Brinkmanns erster Profistation gesagt: »Der Ansgar spielt nicht typisch deutsch, sondern eigentlich wie ein Brasilianer.« Auf Twitter äußerte sich Brinkmann zum Tod seines ehemaligen Trainers:

Schafstall habe es geliebt mit seinen Teams gegen den Abstieg zu spielen. »Zu einem Verein zu wechseln, der unten drin stand, diesen Moment habe ich fast genossen«, sagte er einst dem Magazin »11 Freunde«. Am Ende seiner Trainerlaufbahn erwischte es den Retter dann doch mit dem Abstieg - ausgerechnet in Bochum, wo Schafstall lange am Mythos der »Unabsteigbaren« mitwirkte, ehe er 2001 mit dem VfL doch den Klassenverbleib verpasste.

Später hatte er kaum Kontakt zum Fußball. »Ich war ja lange dabei, da ist es irgendwann auch mal Zeit, das Zepter an jüngere Kollegen zu übergeben«, sagte Schafstall anlässlich seines 80. Geburtstages am 22. Februar 2017.

Schafstalls Trainerkarriere

Fünf Jahre nach dem Ende seiner Spielerlaufbahn 1969 begann Schafstalls Karriere als Coach in Reutlingen. Schon dort wurde ein rauer, indes auch herzlicher Umgangston zu seinem Markenzeichen. Nach Reutlingen kamen andere Engagements hinzu, so beispielsweise bei Rot-Weiss Essen oder beim Karlsruher SC.

Die längste Zeit seiner Trainerkarriere hielt es Schafstall jedoch im Ruhrgebiet, beim VfL Bochum. Insgesamt 166 Pflichtspiele lang betreute er den Verein. Lediglich Heinz Höher (250 Spiele), Peter Neururer (193) und Klaus Toppmöller (175) kamen auf mehr Partien mit den Bochumern als Schafstall.

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