Abraham und Stieglitz haben im Ring endgültig etwas zu klären Genug geredet

Marienfeld (WB). Sie posierten für die Fotografen, sie äußerten sich zum wiederholten Mal über ihre Aussichten im Kampf. Aber man merkte Arthur Abraham und Robert Stieglitz an: Es ist Zeit, in den Ring zu steigen.

Von Oliver Kreth
Aufstellen für die Fotografen: Weltmeister Arthur Abraham (links) und Herausforderer Robert Stieglitz.
Aufstellen für die Fotografen: Weltmeister Arthur Abraham (links) und Herausforderer Robert Stieglitz. Foto: Wolfgang Wotke

Bis Samstag müssen sie sich noch gedulden. Und als letzter offizieller Termin steht morgen in Halle noch das Wiegen an. Um im Supermittelgewicht einen Wettkampf bestreiten zu dürfen, darf man am Tag vor dem ersten Gong nicht mehr als 76,203 Kilo wiegen. Das gilt auch für die WM nach Version der World Boxing Organisation am Samstag im Gerry-Weber-Stadion (22.20 Uhr/Sat1).

Der Titelverteidiger bestätigte, dass er am 18. Juli definitiv einen Schlussstrich unter die sportliche Fehde mit seinem aktuellen Pflichtherausforderer ziehen will. Arthur Abraham: »Das ist das Ende – vier Kämpfe mit Robert sind genug. Nach Samstag werden wir uns nicht noch einmal im Ring sehen.« Dass man sich danach die »Hand gibt« und »menschlich« miteinander umgeht, ist für den WBO-Chamion auch klar.

Damit er zum dritten Mal als Sieger den Ring verlässt, hat sich »King Arthur« über knapp drei Monate vorbereitet. »Ich habe extrem hart trainiert und trotz des langen Trainingslagers hatte ich viel Spaß mit Herrn Wegner«, sagte der 35-jährige Berliner schmunzelnd. Wenn man weiß, dass die beiden ihr Verhältnis mit einem lange verheirateten Ehepaar vergleichen (man kann nicht miteinander, man kann nicht ohne einander), und dazu noch an den Spitznamen denkt, den Wegner von Sven Ottke verpasst bekommen hat (Diktator), dann kann man sich vorstellen, wie intensiv die Vorbereitung auf die zwölf möglichen Runden im Gerry-Weber-Stadion war.

Wegner erklärt zumindest, dass »Arthur sehr fokussiert war« und in den finalen Sparringseinheiten nochmals eine deutliche Steigerung habe erkennen lassen. Zudem findet Wegner, dass es ein Vorteil ist, dass der Tiitelverteidiger das letzte Duell gewonnen hat.

Das sieht man im Lager des He­rausforderes natürlich anders. Stieglitz: »Der letzte Fight war in meinen Augen ein ungerechtes Urteil. Ich muss mich nicht unter Druck setzen lassen, denn ich weiß, wie man Arthur schlägt. Es geht nicht um die Vergangenheit oder die Zukunft, sondern um das Hier und Jetzt – am Samstag bin ich wieder Weltmeister.«

Auch Dirk Dzemski konterte Wegners Aussagen. »Ich habe diese Ankündigungen schon vor dem zweiten Kampf gehört – nach vier Runden war dann alles vorbei«, spielt der Stieglitz-Coach auf den technischen K.o.-Sieg seines Schützlings gegen Abraham an. Dzemski: »Robert hat momentan nichts – das macht ihn hungrig und gefährlich.«

Und was sagten die Manager? Kalle Sauerland findet, dass dieser Kampf kein Ballyhoo braucht. »Der Kampf wird sicherlich noch spannender als die zuvor.« Und Ulf Steinforth meint: »Es wird ein Kampf auf Messers Schneide. Aber Robert ist so ein toller Mensch – und es ist sein Titel, den muss er am Samstag zurückkriegen.«

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