Herforder Bekleidungshersteller übernimmt Vertrieb in Belgien selbst Brax wächst nicht nur online

Düsseldorf/Herford (WB). Plus 33 Prozent – aber im E-Commerce. Doch auch die zwei Prozent, die der Herforder Bekleidungshersteller Brax 2017 insgesamt beim Umsatz zugelegt hat, können sich im Branchenvergleich sehen lassen.

Von Bernhard Hertlein
Von neun Millionen Teilen, die Brax 2017 produzierte, sind sieben Millionen Hosen, sagt Geschäftsführer Marc Freyberg.
Von neun Millionen Teilen, die Brax 2017 produzierte, sind sieben Millionen Hosen, sagt Geschäftsführer Marc Freyberg. Foto: Oliver Schwabe

Im neuen Jahr soll der Zuwachs nach Aussage von Geschäftsführer Marc Freyberg jedoch größer ausfallen: »So zwischen drei und vier Prozent sollten es schon sein.« Eine Voraussetzung dafür ist mit der Übernahme des bisher über Partner abgewickelten Brax-Vertriebs in Belgien und Luxemburg schon fest vereinbart. Darin eingeschlossen sind zehn Modegeschäfte in Belgien. Bis zu dem für 2021 gesetzten Ziel von 400 Millionen Euro Umsatz ist Brax allerdings noch ein Stück entfernt.

Brax wächst vor allem im US-Markt

2017 kamen die Herforder auf 314,3 Millionen Euro. Etwa 30 Prozent entfielen auf den Export mit Schwerpunkt Benelux, Schweiz und Österreich. Frankreich wächst. Super entwickelt sich Freyberg zufolge der US-Markt. In den Vereinigten Staaten werde die Mode von Brax jetzt schon an 160 Plätzen angeboten. In Russland konnte das Unternehmen sogar um 20 Prozent zulegen – allerdings auf niedrigem Niveau, sagte Freyberg am Rande der Möbelordermesse cpd in Düsseldorf.

Trotz des Umsatzsprungs beträgt der Online-Anteil erst sechs Prozent. »Der Fachhandel ist und bleibt unser Hauptabsatzkanal«, betont Feyberg. Aktuell investieren die Herforder 8,5 Millionen Euro in ein modernes Shop-in-Shop-System. Mit 55 Handelspartnern kooperiert Brax besonders eng. Hier stieg der Umsatz um 9,5 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich im vergangenen Jahr ebenfalls, und zwar um 40. Von den 1252 Beschäftigten haben 780 ihren Arbeitsplatz in Herford.

Nach wie vor ist Brax vor allem Hosenspezialist. Auf die Hose entfallen sieben der neun Millionen Teile, die 2017 produziert wurden. Modisch gesehen, scheint die Zeit, in der die knallenge Jeans allein den Markt beherrscht hat, vorbei. Für die Herbst/Winter-Saison 2018/19 setzt Brax auch auf wollige Stoffe sowie Samt und Cord und auf die Bundfalte. Besonders beliebt ist ein schmaler Seitenstreifen an der Hose, der sogenannte Galon.

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