In der Nacht zum Montag geht es los – dritte Verhandlungsrunde steht an Metall-Warnsteiks: Schwerpunkt in Ostwestfalen

Frankfurt/Bielefeld (dpa/WB). Von der Nacht zu Montag an ruft die IG Metall bundesweit zu Warnstreiks auf. Ein regionaler Schwerpunkt wird Ostwestfalen-Lippe sein. Die Gewerkschaft begründet dies mit dem Verhalten der regionalen Metall-Arbeitgeber bei der  vergangenen Tarifrunde. Warnstreiks sind in Bielefeld, Paderborn, Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Salzkotten und Brakel geplant.

Trillerpfeifen werden wohl auch dieses Mal den Forderungen der IG Metall bei den anstehenden Warnstreiks Nachdruck verleihen. Vor der dritten Verhandlungsrunde werden die Kommentare auf beiden Seiten härter. Das gilt in besonderer Weise in OWL.
Trillerpfeifen werden wohl auch dieses Mal den Forderungen der IG Metall bei den anstehenden Warnstreiks Nachdruck verleihen. Vor der dritten Verhandlungsrunde werden die Kommentare auf beiden Seiten härter. Das gilt in besonderer Weise in OWL. Foto: dpa

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten eine Option zur befristeten Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollten zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

Besonders die letzte Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie bieten Lohnzuwächse von zwei Prozent plus eine Einmalzahlung und verlangen eine Flexibilisierung der Arbeitszeit nach oben.

Gewerkschaftschef zeigt sich kompromissbereit

Bei diesen Unternehmen plant die IG Metall Streiks

Gütersloh: Procast Guss, Kundgebungen von 10 bis 11.30 Uhr und 17 bis 18.30 UhrRheda-Wiedenbrück: Westfalia Automotive, Kundgebung von 13 bis 15 UhrSalzkotten: Firma Gilbarco Veeder Root, Kundgebungen von 5 bis 7 Uhr sowie von 11.30 bis 12.30 UhrPaderborn: Claas Industrietechnik und HDO Druckguss- und Oberflächentechnik, Kundgebungen von 9.15 bis 10.15 UhrBrakel: Firma Franz Schneider (FSB): Kundgebung von 6 bis 7 UhrBielefeld: Gestamp, Kundgebung der Nachtschicht von 23 bis 24 Uhr

Gewerkschaftschef Jörg Hofmann zeigte sich in einem Interview zwar kompromissbereit. Er machte aber gleichzeitig klar, dass man auf den Zuschuss zur Arbeitszeitreduzierung in bestimmten Lebenslagen nicht verzichten werde. »Weil die Möglichkeit, für Kinder zu sorgen oder Eltern zu pflegen, keine Frage des Geldbeutels sein darf. Dafür werden wir kämpfen.«

Hofmann forderte die Arbeitgeber auf, nicht länger mit einem Rechtsgutachten gegen die Entgeltzuschüsse zu argumentieren und mit Klagen vor den Arbeitsgerichten zu drohen.

Das Vorgehen sei einfach falsch und vergifte das Klima. »Unseren Tarifstreit klären wir am Verhandlungstisch – nicht vor Gericht. Ich fordere Gesamtmetall auf, die Verantwortung zu übernehmen und dieses peinliche Manöver einzustampfen.«

Schwerpunkt in OWL

Zum Auftakt in NRW ruft die IG Metall in der Nacht zum Montag die Beschäftigten im Iserlohner Werk des Verhandlungsführers der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, zum Warnstreik auf. Schwerpunkt des ersten Warnstreiktages wird aber nach Angaben der Gewerkschaft Ostwestfalen-Lippe sein. Zum Warnstreikauftakt rechnet die Gewerkschaft mit mehr als 1000 Streikenden.

Carmelo Zanghi, Erster Bevollmächtigter der IG Metall im Hochstift Paderborn, erklärte am Freitag: »In der letzten Tarifrunde haben sich leider gerade die Arbeitgeber aus unserer Region als besondere Hardliner erwiesen, welche die erzielten Kompromisse nicht akzeptieren wollten. Am 18. Januar erwarten wir endlich eine konstruktive und sachorientierte Verhandlung über unsere Forderungen. Sollte es immer noch keine Bewegung geben, werden wir bei den Warnstreiks nochmal kurzfristig nachlegen und dann aber auch schnell über 24-Stunden-Warnstreiks entscheiden.«

Am 18. Januar wollen sich die Tarifpartner in Neuss zur dritten Verhandlung treffen. Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall NRW, kritisierte, dass die Arbeitgeber ihre vorgeschlagene Entgelterhöhung nur geben wollen, wenn wir ihren Gegenforderungen zustimmen.

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