Medien Porträt: Jan Böhmermann - verwirrender Ironie-Virtuose

Berlin (dpa) - Für manche ist er ein arrogant-zynischer Yuppie-Journalist oder karrieregeiler Klugscheißer, für andere ein Ironie-Genie und die womöglich beste Rechtfertigung für den Rundfunkbeitrag.

Von dpa
Fans bewundern Böhmermanns spöttisch-wütenden Humor, der sich schon gegen Til Schweiger, Pegida-Anhänger oder Sänger Campino gerichtet hat.
Fans bewundern Böhmermanns spöttisch-wütenden Humor, der sich schon gegen Til Schweiger, Pegida-Anhänger oder Sänger Campino gerichtet hat. Foto: Ben Knabe

Mit seiner Satire über den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Gianis Varoufakis hatte Jan Böhmermann (35) im vorigen Jahr einen Coup gelandet und heimste dafür nun einen der begehrten Grimme-Preis ein. Seine persönliche Teilnahme an der Verleihung in Marl sagte der schlaksige Satiriker nach der Kritik an seiner Erdogan-Satire jedoch ab.

Fans bewundern Böhmermanns spöttisch-wütenden Humor, der sich schon gegen Til Schweiger, Pegida-Anhänger, prominente YouTuber oder Sänger Campino und dessen Kollegen beim sozialen Projekt «Band Aid 30» als Musiker-Werbung gerichtet hat. In einem TV-Interview brachte er mal die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht in Bedrängnis, als er verliebt tuend ein Date vorschlug.

Jan Böhmermann wurde am 23. Februar 1981 in Bremen geboren. Nachdem Abitur war er Reporter bei einer Lokalzeitung und arbeitete bei Radio Bremen. In Köln studierte er Geschichte, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, brach nach wenigen Semestern jedoch ab. Er kam zum WDR-Radiosender 1Live, wo er vor elf Jahren «Lukas' Tagebuch» erfand. Fußball-Star Lukas Podolski missfielen diese Parodien, weshalb er der ARD bei der WM 2006 Interviews verweigerte.

Ab 2009 war Böhmermann Mitarbeiter bei der Late-Night-Show «HaraldSchmidt» im Ersten, später machte er mit Charlotte Roche dieprovokante ZDFkultur-Talkshow «Roche & Böhmermann», in der gerauchtund Whisky getrunken wurde. Es folgte das Grimme-Preis-ausgezeichnete«Neo Magazin» (ZDFneo), das heute «Neo Magazin Royale» heißt.

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