Migration Mehrheit der Deutschen mit Flüchtlingspolitik einverstanden

Hat die Bundesregierung mit ihrer Politik der offenen Grenzen den Rückhalt der Bevölkerung? Zwei Umfragen zufolge ja. Jedoch sieht eine relevante Minderheit die Entwicklung skeptisch oder ablehnend.

Von dpa
Aufgrund der hohen Zahl von Flüchtlingen bringen viele Bürger Spenden an den Bahnhof in Mäünchen.
Aufgrund der hohen Zahl von Flüchtlingen bringen viele Bürger Spenden an den Bahnhof in Mäünchen. Foto: Sven Hoppe

Mainz (dpa) - Eine deutliche Mehrheit der Bürger ist zwei Umfragen zufolge mit der deutschen Flüchtlingspolitik einverstanden, rechnet aber nicht mit der Hilfe anderer EU-Staaten.D

In einer weiteren Erhebung gab eine Mehrheit der Befragten allerdings an, die Regierung habe die Flüchtlingspolitik «eher schlecht» oder «sehr schlecht» im Griff.

Laut ZDF-Politbarometer bezeichnen 66 Prozent der Befragten die Entscheidung, Zehntausende Flüchtlinge aus Ungarn einreisen zu lassen, als richtig. 29 Prozent sehen das nicht so, teilte der Sender am Freitag mit. 85 Prozent gehen davon aus, dass diese Entscheidung zur Folge hat, dass sich noch mehr Flüchtlinge Richtung Deutschland auf den Weg machen werden, 12 Prozent meinen das nicht. 62 Prozent (August: 60 Prozent) sind überzeugt, dass Deutschland die vielen Flüchtlinge aus Krisengebieten auch verkraften kann, 35 Prozent (August: 37) sehen das anders.

Die Aufnahme weiterer Flüchtlinge hat dem Deutschlandtrend im ARD-«Morgenmagazin» zufolge auch die emotionale Haltung der Bürger gegenüber dem Flüchtlingszuzug nicht verändert. 61 Prozent der Befragten empfindet laut der Umfrage von Infratest dimap die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge nicht als Bedrohung.

Zum Vergleich: Am 3. September 2015 hatten 59 Prozent der Deutschen keine Angst davor, dass zu viele Flüchtlinge ins Land kommen. 38 Prozent (+-0) der Befragten sagen, dass ihnen der aktuelle Umfang der Zuwanderung Angst bereite. In den neuen Bundesländern empfinden 43 Prozent der Bürger die Flüchtlingszuwanderung als Bedrohung, in den alten Bundesländern sind es 36 Prozent.

Alles in allem finden 57 Prozent aller Befragten den Umfang des Engagements gerade richtig, ergab das ZDF-«Politibarometer». 21 Prozent fordern mehr Anstrengungen. 17 Prozent meinen, dass zu viel für Flüchtlinge und Asylbewerber in Deutschland getan wird.

Ein anderes Bild ergibt sich aus einer N24-Emnid-Umfrage. Demnach haben nur 8 Prozent der Deutschen das Gefühl, dass die Regierung die Flüchtlingssituation «sehr gut» im Griff hat. Weitere 27 Prozent der Bürger glauben, die Bundesregierung bewältige die Flüchtlingsprobleme «eher gut». Die meisten Deutschen sind nach dieser Umfrage aber weniger begeistert vom Berliner Krisenmanagement: 38 Prozent der Befragten finden, die Regierung habe die Flüchtlingspolitik «eher schlecht» im Griff, weitere 26 Prozent vergeben sogar die Note «sehr schlecht».

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