Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) spricht sich für Bejagung aus Der Wolf gerät ins Visier

Bielefeld (WB/dk). Der Wolf hat in Niedersachsen künftig einen schweren Stand. Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat in einem Gespräch mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« ein »sehr rasches Umdenken« im Umgang mit Wölfen gefordert: »In der Vergangenheit gab es die Annahme, dass Wolf und Mensch irgendwie klarkommen. So leicht kann man es sich nicht machen.«

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Die Population nehme jedes Jahr um bis zu 40 Prozent zu und werde zu »einer bundesweiten Herausforderung, für die wir auch nationale Regeln brauchen«. Wölfe kämen bis in die Städte und näherten sich Menschen, sagte Lies und sprach sich für mehr Möglichkeiten aus, Tiere zu vergrämen und zu töten. Angriffe auf Menschen seien nicht auszuschließen. Eine Regulierung des Bestandes durch Jäger sei »nicht verwerflich«.

Niedersachsen gehört mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu den Bundesländern mit den meisten Wölfen. Das Bundesamt für Naturschutz geht davon aus, dass 60 Rudel durch Deutschland streifen, ungefähr 500 Tiere. Der NABU schätzt die Zahl der erwachsenen Tiere in freier Wildbahn auf 150 bis 160.

Wolf in Deutschland noch streng geschützt

Wölfe spielen auch eine Rolle im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Die Sicherheit der Menschen habe oberste Priorität, betonen die Parteien. Wölfe sollten letal entnommen, also abgeschossen werden, wenn sie für Menschen gefährlich werden oder Weidezäune überwinden. Die Ausbreitung der Wölfe solle künftig stärker kontrolliert, der Schutz von Nutztierrassen wie Schafen verbessert werden. Kosten für den Schutz der Tiere und Schäden sollten zügig und vollständig ausgeglichen werden. Geplant ist darüber hinaus, mit der Europäischen Union über den Schutzstatus des Raubtieres zu sprechen. Noch ist der Wolf in Deutschland streng geschützt, die gezielte Jagd auf ihn verboten, weil er weiter als bedroht gilt. Tierschützer kritisierten, die Aussagen im Koalitionsvertrag grenzten an Panikmache.

In Nordrhein-Westfalen wurden seit 2009 nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz 31 Mal Wölfe gesichtet oder nachgewiesen. Insgesamt soll es sich dabei um zehn oder elf Tiere handeln. Zuletzt hatte am 19. Februar ein Landwirt bei Rees im Kreis Kleve einen Wolf fotografiert. Laut Ministerium wurden in NRW zehn Schafe und sieben Ziegen von Wölfen gerissen, fünf weitere Schafe wurden verletzt.

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Der Wolf muss bejagt werden

Es ist nicht nur "nicht verwerflich" den Wolf zu bejagen, es ist notwendig. Wer sich halbwegs seriös mit der Biologie des Wolfes, dem Umgang mit dem Wolf, in Ländern die ihn schon länger haben, Landesflächen, Bevölkerungsdichte, Weideviehzahlenund Wolfspopulationsdichte beschäftigt wird zwangsläufig zu diesem Schluss kommen müssen. Leider ist es mehr Arbeit den Wahrheitsgehalt der veröffentlichten "Zahlen und Fakten" zu überprüfen, als die, echte Lösungen zu erarbeiten.

Die Zahl von 140 Wölfen in Deutschland war bereits im November 2017 als sie durch das Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht wurde veraltet. Inzwischen hat dieses, was es wohl besser vor der Veröffentlichung getan hätte, sich wohl informiert und die Zahl in die richtige Richtung korrigiert. Vermutlich leben noch vielmehr Wölfe in Deutschland, als die vom BfN zugegebenen. Diese Wölfe konzentrieren sich auf ca, 1/3-1/5 der Landesfläche der Bundesrepublik Deutschland. Diese Wolfsdichte ist für die dortigen Tierhalter unzumutbar. Laut Boitani, den Verfasser der Empfehlungen für die FFH-Richtlinie genügen 250 Wölfe um eine Population aufrechtzuerhalten, sofern diese mit mindestens einem Exemplar pro Jahr im Austausch mit anderen Populationen stehen. Dies ist in Deutschland der Fall. Ein Wolf aus dem Schwarzwald stammt aus Niedersachsen (Baltische Population), einer aus Italien (Alpenpopulation). Das Ziel der 'FFH-Richtlinie ist die 'Erhaltung der Art, nicht die Massenvermehrung einer Art auf Kosten anderer Naturschutzziele. Dass der Nabu in Sachen Wolf unter Dyskalkulie leidet hat er inzwischen mehrfach bewiesen. Vermutlich um nicht nach euphorischem Willkommensrummel nun zurückrudern zu müssen. Lieber NABU, bislang hatte ich Euch für eine seriöse Organisation mit ehrenhaften Zielen gehalten. Das ist zumindest in Sachen Wolf nicht so. Der Wolf ist in Händen des Nabu zur riesigen Gelddruckmaschine verkommen. Es ist Zeit rasch zurückzurudern. Dann wird es vielleicht weniger lang dauern um das verlorene Vertrauen in die Seriosität des Nabu wieder zurückzugewinnen.

Der Wolf muss nach guter jagdlicher Praxis bejagt werden. Nur durch Verfolgung wird er wieder scheu werden uns sich von der Zivilisation fernhalten. Einer ungehinderten Vermehrung ist unbedingt entgegenzuwirken.

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