Finanzierung nicht gesichert – Fachkräfte suchen andere Jobs Schulsozialarbeiter genervt

Düsseldorf (WB/hir). Ohne eine dauerhaft gesicherte Finanzierung droht den Kommunen in NRW ein massiver Fachkräfte­verlust in der Schulsozialarbeit. Weil die Stellen ohne Absicherung immer nur befristet werden könnten, suchten sich viele Mitarbeiter andere, verlässlichere Jobs, mahnten am Mittwoch Vertreter der Kommunen und aus der Praxis im Düsseldorfer Landtag.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

»Kontinuität ist das Wichtigste – deshalb unser Appell: Entfristen Sie unsere Stellen«, forderte Wolfgang Foltin von der Landesarbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit. Sonst drohe ein empfindlicher Exodus der Fachkräfte, an denen aber der Erfolg oder Misserfolg von Schulsozialarbeit hänge.

»Sie müssen das Vertrauen der Kinder und das Vertrauen der ­Eltern gewinnen«, betonte die Sozialdezernentin in Mönchengladbach, Dörte Schall, in der auf SPD-Antrag einberufenen Expertenrunde. »Das gelingt aber nur schwer, wenn wir die Mitarbeiter nicht halten können, weil wir das nächste Jahr nicht absehen ­können.«

SPD und FDP wollen Bund in Pflicht nehmen

Zwar hat NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) zugesagt, 1000 Stellen für rund 1800 Schulsozialarbeiter bis 2021 mit jährlich 47,7 Millionen Euro zu finanzieren. Aber Kommunen und Trägern geht es um eine dauerhafte Finanzierung. Die hatte erst der Bund mit dem Bildungs- und Teilhabepaket getragen, sich 2013 aber zurückgezogen. Seitdem trägt das Land die Kosten. Insgesamt gibt es in NRW 4000 Stellen, die teils von Kommunen, teils vom Land finanziert werden. SPD und FDP wollen den Bund in die Pflicht nehmen.

Der Streit, wer die Finanzierung übernimmt, dürfe aber nicht zu Lasten der Schulsozialarbeit gehen, mahnte Dortmunds Sozial­dezernentin Daniela Schneckenburger. Sie forderte eine Verankerung im NRW-Schulgesetz. Da war sie sich mit Stefan Hahn vom Städtetag NRW einig, der die bestehenden Angebote als Flickenteppich beschrieb. Auch die Nachmittagsbetreuung in Schulen müsse einbezogen werden. »Wir leben von der Hand in den Mund, was aber fehlt, sind Konzepte aus einem Guss.« Einen verbindlichen Personalschlüssel halten Experten für elementar. Foltin plädierte für eine Stelle je 150 Schüler. Das entspreche einem Euro pro Kind und Tag.

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