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Schulterschluss gegen Terror - Hunderttausende beim Marsch in Paris

Von dpa

Paris (dpa) - Frankreich und die Welt vereint gegen den Terrorismus: Beim Pariser Solidaritätsmarsch für die Opfer von Anschlägen und Morden haben Hunderttausende ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Es war eine der größten Kundgebungen der Nachkriegszeit. Auch zahlreiche Spitzenpolitiker aus aller Welt kamen, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel starteten am Nachmittag untergehakt zum großen Marsch im Zentrum der Hauptstadt. In ganz Frankreich haben sich nach Angaben der Veranstalter mehr als zwei Millionen Menschen an Solidaritätsmärschen beteiligt.

Wir sind alle Charlie - Auch Deutschland erinnert an Terror-Opfer

Berlin (dpa) - Mehrere tausend Menschen haben auch in Deutschland der Opfer der Terrorattacken in Paris gedacht. In Berlin gab es vor der französischen Botschaft am Brandenburger Tor eine Mahnwache mit rund 18 000 Teilnehmern, um an den islamistischen Anschlag auf die Redaktion des religionskritischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» zu erinnern. In Hannover versammelten sich rund 300 Franzosen und Deutsche zu einer Solidaritätskundgebung. Etliche hielten im Gedenken an die in Frankreich getöteten Karikaturisten Kugelschreiber oder Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe.

Staatsschutz ermittelt nach Brandanschlag auf «Hamburger Morgenpost»

Hamburg (dpa) - Nach dem Brandanschlag auf das Gebäude der «Hamburger Morgenpost» ermittelt der Staatsschutz. Unbekannte hatten in der Nacht mehrere Steine und mindestens einen Brandsatz in das Archiv der Boulevardzeitung geworfen. Da sich keine Menschen in dem Haus aufhielten, wurde niemand verletzt, aber es verbrannten Akten. Kurz nach dem Anschlag nahm die Polizei zwei 35 und 39 Jahre alte Männer fest. Die «Morgenpost» hatte nach dem Terroranschlag in Paris Karikaturen des Satiremagazins «Charlie Hebdo» auf ihrer Titelseite mit der Schlagzeile nachgedruckt: «So viel Freiheit muss sein!»

Mutmaßlicher IS-Terrorist in Dinslaken festgenommen

Dinslaken - Ein mutmaßlicher Terrorist des «Islamischen Staats» ist in Dinslaken festgenommen worden. Der 24-jährige Deutsche soll im Oktober 2013 nach Syrien gereist sein und sich der Terrorgruppe angeschlossen haben, teilte der Generalbundesanwalt mit. Im vergangenen November sei er nach Deutschland zurückgekehrt. Am Sonntag wurde er in Karlsruhe von einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Untersuchungshaft geschickt. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne lagen nicht vor.

Regierung mahnt zur Wachsamkeit gegen Terror - Minister in Sorge

Berlin (dpa) - Innenminister Thomas de Maizière hat die Bürger in Deutschland nach den Terroranschlägen von Paris zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen. «Wir haben Radikalisierungsprozesse in Deutschland, bei denen sich Personen äußerlich und innerlich bis hin zu ihren Essgewohnheiten verändern», sagte er der «Bild am Sonntag». Kanzlerin Angela Merkel mahnte eine bessere internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste an. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erhofft sich vom Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch mit deutscher Beteiligung, dass die Gefahr hierzulande reduziert werden kann.

Von der Leyen trifft Kurden-Präsident im Nordirak

Erbil (dpa) - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist in der nordirakischen Stadt Erbil zu Gesprächen mit Kurden-Präsident Massud Barsani eingetroffen. Dabei wird es um die deutschen Lieferungen von Waffen für den Kampf gegen die Terrormiliz IS und die Entsendung von 100 deutschen Militärausbildern gehen. Die Ministerin hatte zuvor Bagdad besucht und Staatspräsident Fuad Massum getroffen. Deutschland ist Teil der internationalen Allianz gegen den IS, der insgesamt etwa 60 Länder angehören. In den nächsten Wochen sollen bis zu 100 Militärausbilder in die Kurden-Hauptstadt Erbil entsandt werden.

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