Das Oberverwaltungsgericht Münster gibt dem Rapper Bushido Recht. Es geht um die Frage, wie man zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit richtig abwägt. Zu Unrecht als jugendgefährdend eingestuft

Münster -

Münster (dpa). Bushidos umstrittenes Album »Sonny Black« ist nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zu Unrecht als jugendgefährdend eingestuft worden. Wird das Urteil rechtskräftig, dürfte das Album wieder an Minderjährige verkauft werden.

Das OVG Münster urteilt, dass das Album »Sonny Black« des Rappers Bushido zu Unrecht als jugendgefährdend eingestuft worden ist.
Das OVG Münster urteilt, dass das Album »Sonny Black« des Rappers Bushido zu Unrecht als jugendgefährdend eingestuft worden ist. Foto: dpa

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, die »Sonny Black« 2015 auf den entsprechenden Index gesetzt hatte, habe nicht sorgfältig genug zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit abgewogen, entschieden die Richter am Mittwoch. Vor allem bemängelten sie, dass die Behörde sich vor ihrer Entscheidung nicht die Mühe gemacht habe, die weiteren Beteiligten anzuhören.

Die Bundesprüfstelle hatte die Indizierung damit begründet, dass in den Texten Gewalt und ein krimineller Lebensstil verherrlicht würden. Zudem seien viele Textpassagen frauen- und homosexuellenfeindlich.

Bushidos Anwälte setzen dem entgegen, Jugendliche seien heutzutage wirklichkeitsnäheren Darstellungen von Gewalt und Sex ausgesetzt. Es fehlten zudem bis heute Nachweise für die verrohende Wirkung von Gangster-Rap. Vielmehr deutete sich an, dass das Genre auch eine identitätsstiftende Wirkung habe und so den jungen Hörern Halt geben könne.

An dem 2014 erschienenen Album mitgewirkt hatten acht weitere Texter und Komponisten, unter anderem auch die wegen Antisemitismus-Vorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Rapper Kollegah und Farid Bang.

Mit ihrer Entscheidung von Mittwoch kippten die Richter des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts die Entscheidung aus der Vorinstanz. Die Revision am Bundesverwaltungsgericht ließen die Richter zu.

Erst am Dienstag hatte der Asta der Uni Paderborn den Auftritt von »187 Strassenbande« abgesagt.

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