Hit «Zombie» Cranberries-Sängerin überraschend gestorben

In den 90er Jahren hatte die irische Band The Cranberries einen Riesenhit: «Zombie»: Nun starb Sängerin Dolores O'Riordan während sie für Aufnahmen in London war.

Von dpa
Dolores O'Riordan bei einem Auftritt mit ihrer Band in der polnischen Stadt Breslau.
Dolores O'Riordan bei einem Auftritt mit ihrer Band in der polnischen Stadt Breslau. Foto: Maciej Kulczynski

London (dpa) - Ihre Stimme ging durch Mark und Bein: Die Frontfrau der irischen Rockgruppe The Cranberries, Dolores O'Riordan, ist tot. Das teilte die Band am Montag mit. Sie starb demnach überraschend während eines Aufenthalts in London.

O'Riordan wurde 46 Jahre alt. Angaben zur Todesursache gab es zunächst keine. Die Familie sei von der Nachricht «am Boden zerstört» und bat um Beachtung der Privatsphäre, hieß es in der knappen Mitteilung.

Die Cranberries aus der beschaulichen irischen Hafenstadt Limerick verkauften in den 90er Jahren weltweit Millionen Tonträger. Einen der größten Erfolge feierte die Band mit dem Song «Zombie», der 1994 herauskam und 1995 auch in Deutschland ein Nummer-eins-Hit war. Für viele blieb das Lied vor allem wegen O'Riordans Gesangs («In your head, in your head / zombie, zombie») ein Ohrwurm.

In dem Song geht es um den jahrzehntelangen blutigen Nordirlandkonflikt, der erst ein Jahr davor mit einem Waffenstillstand ein vorläufiges Ende gefunden hatte. Die wehklagende Stimme O'Riordans schien nicht nur auf der von der Gewalt zermürbten irischen Insel einen Nerv zu treffen.

«Viele Menschen finden, dass meine Stimme einzigartig ist. Als junger Mensch erkennt man das nicht», sagte O'Riordan einmal im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Ich bin gesegnet damit.»

O'Riordan galt als impulsiv. Im Jahr 2014 wurde sie am Flughafen in ihrer Heimatstadt Limerick festgenommen, weil sie eine Stewardess auf einem Flug von New York angegriffen haben soll. Ein Jahr später teilte sie Medienberichten zufolge mit, an einer bipolaren Störung zu leiden.

Irlands Präsident Michael D. Higgins teilte mit, O'Riordans Tod sei ein «großer Verlust» für alle, die «irische Musik, irische Musiker und die darstellenden Künste verfolgen und unterstützen».

«Sie hatte die erstaunlichste Stimme und Präsenz. Ich bin so traurig, zu hören, dass sie gestorben ist», schrieb der aus Großbritannien stammende US-Talkshow-Moderator James Corden auf Twitter.

«Wir sind bedrückt, die Nachrichten vom Tod Dolores O'Riordans zu hören. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie in dieser schrecklichen Zeit», teilte die englische Pop-Band Duran Duran mit.

Die Karriere der Cranberries begann Anfang der 90er Jahre mit dem Song «Dreams». Mit dem zweiten, mehrfach mit Platin ausgezeichneten Album «No need to argue» und der Single-Auskopplung «Zombie» gelang den vier Musikern der internationale Durchbruch.

Im Jahr 2003 kündigten die Cranberries an, eine Pause einzulegen. O'Riordan verfolgte verschiedene Solo-Projekte, bevor sie sich 2009 wieder mit den anderen Mitgliedern zusammentat. 2012 erschien das Album «Roses», im April vergangenen Jahres veröffentlichte die Band ihre jüngste Platte «Something Else».

Eine geplante Tournee musste die Band aber wegen Rückenproblemen O'Riordans kurzfristig absagen. Das schien sich zu Ende des Jahres gelegt zu haben. Noch kurz vor Weihnachten teilte die Sängerin auf der Facebook-Seite der Band mit, wie sehr ihr das Auftreten Freude mache. «Fühle mich gut!», schrieb sie. Sie hinterlässt drei Kinder.

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