Museen Ausstellung in Polen zeigt Schicksale jüdischer Kinder

Warschau (dpa) - Sie waren die Jüngsten, die Schwächsten, die leichtesten Opfer: Jüdische Kinder, die während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg in Polen geboren wurden. Doch entgegen aller Wahrscheinlichkeit überlebten rund 5000 Kinder, die aus Ghettos geschmuggelt, bei christlichen Nachbarn versteckt oder in Waisenhäusern mit falschen Namen untergebracht wurden.

Von dpa

Ihrem Schicksal und ihren jüdischen und polnischen Eltern ist nun eine Ausstellung im Museum der polnischen Juden in Warschau gewidmet. Die Schau zum 72. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto - der Aufstand begann am 19. April 1943 - ist bis zum 29. Juni zu sehen.

«Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir ein Museum des Lebens sein wollen, dass nicht nur die Geschichte der Tragödie (des Holocausts) erzählt», sagte Vizedirektorin Katarzyna Nowakowska-Sito bei der Eröffnung der Ausstellung. «Diese Ausstellung 72 Jahre nach dem Beginn des Aufstands im Warschauer Ghetto zeigt auch die Geschichte eines Sieges des Lebens.»

Die Ausstellung zeigt mit Fotografien und Filmbeiträgen die Geschichte von 15 in den Jahren 1939 bis 1942 geborenen Kindern, die oft erst als Erwachsene von ihrer jüdischen Identität erfuhren. In Begleittexten geht es um die Suche nach der eigenen Herkunft, dem Verhältnis zu den polnischen Eltern und dem Ringen um eine eigene Identität.

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