Geschichte Bismarckkult: Auch Heringe tragen seinen Namen

Berlin (dpa) - Dem ersten Reichskanzler Otto von Bismarck wurden zahllose Denkmäler gewidmet. Seinen Namen tragen auch Städte, Gewässer und Gebirge. Selbst Heringe, Äpfel, Gurken, Mineralwässer, Schlangen und Vögel blieben nicht vom Bismarckkult verschont. Am 1. April jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.

Von dpa
Das Bismarck-Denkmal in Hamburg.
Das Bismarck-Denkmal in Hamburg. Foto: Axel Heimken

BISMARCKTÜRME UND -DENKMÄLER: Deutlichster Ausdruck der Verehrung sind hunderte Türme und Statuen - von der Ostsee bis zum Bodensee. Auf den oft über 40 Meter hohen steinernen Türmen wurden Leuchtfeuer entzündet. Das mit insgesamt über 34 Meter Höhe weltweit größte Bismarckdenkmal steht seit 1906 in Hamburg.

BISMARCKHERING: Auf Bitten eines Stralsunder Kaufmanns habe der Kanzler 1871 die Verwendung seines Namens für ein Fischgericht erlaubt, behauptet die Tourismuszentrale der Hansestadt. Auch ein Wirt aus Flensburg reklamierte dies für sich.

BISMARCK-ARCHIPEL: Die Inselkette im westlichen Pazifik trägt seit 1885 den Namen des Reichsgründers. Bis 1914 war sie Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea (heute Papua-Neuguinea). Hier leben auch der Bismarck-Schwalbenstar und eine nach Bismarck benannte Schlange.

BISMARCK-GEBIRGSZÜGE: Auch Berge erinnern an den Politiker: Durch den Nordosten des heutigen Papua-Neuguinea zieht sich ein hohes Gebirge seines Namens. Inmitten Namibias, früher ebenfalls deutsche Kolonie, erheben sich die bis über 2000 Meter hohen Bismarckberge.

BISMARCK IN STÄDTEN: 1883 wurde die heute 67 000 Einwohner zählende Hauptstadt des US-Bundesstaats North Dakota nach dem Deutschen benannt. In Deutschland gibt es nahezu 500 Bismarckstraßen - in Berlin, Augsburg und Gelsenkirchen sogar Bismarckviertel.

BISMARCK-GEWÄSSER: In der Bismarcksee nördlich von Neuguinea versenkten amerikanische Flugzeuge im März 1943 einen Konvoi japanischer Kriegsschiffe. Auf einer Walfangexpedition im Südpolarmeer wurde 1874 eine Meerenge Bismarckstraße getauft.

SCHLACHTSCHIFF: Die «Bismarck» galt als das kampfstärkste deutsche Kriegsschiff im Zweiten Weltkrieg. Bereits auf der ersten Feindfahrt versank der Koloss 1941 mit mehr als 2100 Mann im Atlantik.

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