Kultur Regierung will illegalen Kulturhandel eindämmen

Berlin (dpa) - Deutschland will den illegalen Handel mit Kulturgütern durch schärfere Kontrollen eindämmen. Wer zukünftig Antiken nach Deutschland einführt, sollte für jedes Stück eine Exporterlaubnis des Herkunftslandes vorlegen müssen, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag.

Von dpa

Sie wolle bis Mitte 2015 dafür eine Gesetzesnovelle vorlegen. Der Handel mit Kulturgütern müsse auf Objekte mit legalem Ursprung beschränkt werden, erklärte Grütters zur Eröffnung einer Konferenz über Kulturraub in Berlin.

Die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts, Friederike Fless, forderte, mehr für die Identifizierung einzelner Stücke zu unternehmen. Mit einer «Objekt-ID» könnte der Ursprung von jedem Stück besser nachvollzogen werden. Im Auswärtigen Amt beraten bis Freitag rund 250 Experten über die Folgen der Plünderung von Kulturstätten, darunter in Nahost, Afrika und Lateinamerika.

Der Chef der syrischen Antikenverwaltung, Maamoun Abdulkarim, sagte im «Tagesspiegel» (Donnerstag), die meisten archäologischen Stätten in seinem Land seien trotz des Bürgerkriegs in gutem Zustand. Laut Abdulkarim droht Gefahr von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). So habe die IS in Raqqa alle römischen, griechischen und islamischen Mausoleen zerstört.

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