Museen Großbritannien verleiht Akropolis-Statue - Samaras stocksauer

London/Athen (dpa) - Das Britische Museum in London verleiht erstmals eines seiner weltberühmten Bruchstücke aus der Akropolis ins Ausland und löst damit heftige Empörung in Griechenland aus. «Es ist eine Provokation für das griechische Volk», erklärte am Freitag der griechische Regierungschef Antonis Samaras in einer Mitteilung.

Von dpa
Weltberühmt: Marmor-Friesteile aus dem Parthenon der griechischen Akropolis im British Museum in London. Foto: British Museum
Weltberühmt: Marmor-Friesteile aus dem Parthenon der griechischen Akropolis im British Museum in London. Foto: British Museum Foto: dpa

Zuvor hatte das Museum in London bekanntgegeben, dass die kopflose liegende Statue des griechischen Flussgottes Ilissos von Samstag an in der Sankt Petersburger Eremitage zu sehen sein werde.

Griechenland erhebt Anspruch auf die Teile aus dem Parthenon-Fries und will sie zurück nach Athen holen. Dafür hatte Griechenlands Regierung sich im Oktober an die britische Anwältin Amal Clooney (36), Ehefrau von Hollywood-Star George Clooney (53), gewandt.

«Die Kuratoren waren immer der Meinung, dass solche Leihgaben zwischen Museen fortgesetzt werden müssen, ungeachtet politischer Streitigkeiten zwischen Regierungen», schrieb Museumsdirektor Neil MacGregor auf der Homepage des British Museum.

Samaras sieht es anders und erinnert daran, dass das Museum bislang anders argumentiert hatte: Bislang vertrat das Museum die Position, die Friesteile sollten nicht bewegt werden, meinte der griechische Regierungschef. Mit der Verleihung gelte nun diese «Doktrin» des Museums gegen die Rückgabe an Athen nicht, hieß es.

Samaras erinnerte zudem daran, dass seit der Eröffung des neuen modernen Akropolis Museums im Jahr 2009 auch das andere Argument der Briten nicht mehr gelte, es gebe in Athen keinen geigneten Raum für die Friesteile. «Der Parthenon und seine Skulpturen wurden geplündert», erklärte Samaras weiter.

Der britische Botschafter Lord Elgin hatte Anfang des 19. Jahrhunderts die am besten erhaltenen Teile des Parthenons und anderer Denkmäler der griechischen Akropolis demontieren lassen und nach England gebracht. Der Parthenon («Jungfrauengemach») ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenlands. Die britische Regierung und das British Museum weisen die Ansprüche Griechenlands zurück. Die Leihgabe soll bis Mitte Januar in Sankt Petersburg bleiben.

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