Auszeichnungen Gedenkstätte «Topf & Söhne» mit Museumspreis geehrt

Von dpa

Wo die Erfurter Ofenbauer einst Geschäfte mit dem Massenmord machten, sei eine eindrucksvolle Ausstellung entstanden, erklärte Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) am Dienstag. «Sie zeigt, dass der Mord an Millionen von Menschen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten nicht nur willige Täter vor Ort, sondern auch Unterstützer und Mittäter in der Gesellschaft benötigte.»

Der Museumspreis wird alle zwei Jahre für besonders innovative und nachahmenswerte Museumskonzeptionen und ihre Umsetzung vergeben. Dass die Wahl auf die Erfurter Gedenkstätte fiel, begründete die Jury mit dem besonderen museumspädagogischen Konzept. Sie stelle die Frage nach persönlicher Verantwortung in einer Gesellschaft, hieß es. Dabei gehe es auch um ethische Fragen des Arbeitens und Wirtschaftens für die Zukunft.

Allerdings hat Erfurt lange gebraucht, um sich diesem finsteren Kapitel seiner Geschichte zu stellen. Die Gedenkstätte war erst 2011 auf dem einstigen Firmengelände des Ofenbauers «Topf & Söhne» eröffnet worden. Die Firma hatte Krematorien für die Vernichtungslager der Nazis entwickelt und gebaut.

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